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29.03.2012

12:59 Uhr

Zukäufe geplant

Bahn will Umsatz bis 2020 verdoppeln

Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn knapp zwei Milliarden Fahrgäste befördert. Das Staatsunternehmen hat einen satten Milliardengewinn erzielt. Der Umsatz soll bis 2020 stark wachsen - vor allem über Zukäufe.

Bahnchef Rüdiger Grube will den Umsatz bis 2020 verdoppeln. dapd

Bahnchef Rüdiger Grube will den Umsatz bis 2020 verdoppeln.

BerlinDie Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr mehr Fahrgäste befördert. Die Zahl der Zugreisenden stieg um 1,6 Prozent auf 1,98 Milliarden, wie das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs um 23,7 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, teilte der bundeseigene Konzern mit.

Mit dieser Steigerung um 24 Prozent blieb sie leicht hinter den selbst gesetzten Zielen zurück. Der Umsatz erreichte aber mit 38 Milliarden Euro eine Rekordmarke, wie Vorstandschef Rüdiger Grube berichtete. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,3 Milliarden, das waren 25,9 Prozent mehr als 2010. Vor allem der Schienengüterverkehr erzielte trotz Konjunkturbelebung nur geringe Ergebnisse.

„Wir befinden uns auf dem richtigen Weg, aber wird sind noch nicht am Ziel“, sagte Grube. Der Bahnchef zeigte sich aber zufrieden mit 2011: „Wir haben im vergangenen Jahr nicht nur die wirtschaftlichen und finanziellen Kennzahlen deutlich verbessern können, sondern auch merkliche Fortschritte beim Service und der Qualität für unsere Kunden gemacht“

Die Bahn in Zahlen

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Euro (18,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2011 auf einen Umsatz von 37,90 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 34,41 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Euro).

Halbjahresergebnis

Halbjahresergebnis: 794 Millionen Euro (648 Millionen Euro).

Mitarbeiter zum Jahresende

Genau 284.319 hatte der Staatskonzern zum Jahresende 2011. Das waren gut 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Mitarbeiter zum 30. Juni: 286 215 (30. Juni 2011: 284 319).
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr: mehr als 1,0 Milliarde (973 Millionen). 2011 fuhren täglich rund 5,43 Millionen Menschen mit der Deutschen Bahn. 2010 waren es noch rund 5,34 Millionen.

Personenverkehr

Die Züge der Bahn legten im vergangenen Jahr 79,2 Milliarden Personenkilometer zurück. Ein wenig mehr als ein Jahr zuvor (78,6 Milliarden Personenkilometer).

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Beförderte Güter im Schienenverkehr: 202,3 Millionen Tonnen (207,8 Millionen Tonnen).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter geschrumpft. 2011 waren es nur noch 33.576 Kilometer. Ein Jahr zuvor gab es noch 33.723 Kilometer Schiene.

Der Staat als Eigentümer erhält von dem Gewinn eine Dividende von 525 Millionen Euro, die er hauptsächlich zum Schuldenabbau einsetzt. In diesem Jahr will die Bahn den Umsatz auf 40 Milliarden Euro steigern und den Betriebsgewinn auf 2,6 Milliarden Euro erhöhen.

Grube stellte eine Strategie für die Zeit bis 2020 vor, in der neben dem Ziel der Verdoppelung des Umsatzes auf 70 Milliarden Euro im Vergleich zu 2010 gleichrangig die Nachhaltigkeit sowie die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit aufgeführt werden. Über Zukäufe von anderen Firmen plant der Konzern dabei ein Umsatzplus von allein zehn Milliarden Euro. Ferner soll die Kapitalrendite (ROCE) auf zehn Prozent steigen. 2011 lag sie bei 7,3 Prozent.

Über die Ausgabe von Anleihen will die Bahn sich in diesem Jahr bis zu zwei Milliarden Euro auf dem Kapitalmarkt besorgen. Bereits in den ersten Monaten des Jahres habe man sich 900 Millionen Euro beschafft, sagte Bahn-Finanzvorstand Richard Lutz bei der Bilanzpressekonferenz. Es könne bei günstigen Zinsen sein, dass man über den restlichen Verlauf des Jahres sogar auch über die verbleibenden 1,1 Milliarden Euro hinausgehe. Die Bahn ist mit rund 16,6 Milliarden Euro verschuldet und will die Verbindlichkeiten wegen weiterer Investitionen 2012 auch nicht zurückführen.

Deutsche Bahn

Riesige Waschanlage für Züge

Deutsche Bahn: Riesige Waschanlage für Züge

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Kommentare (3)

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Moika

29.03.2012, 12:16 Uhr

Man kann den Umsatz auch verdoppeln, wenn die Preise in diesem Zeitraum um 100 Prozent oder mehr steigen....

DeDeDemokratieDebakel

29.03.2012, 12:17 Uhr

Notfalls werden die Preise mit jedem weiteren "ausgedüngten" Fahrplanwechsel erhöht. Die Bahn fährt auf Sicht. So gesehen steht einem baldigen "Gang" an die Börse nichts mehr im Wege.

Wer Zukunft hat, soll sie ergreifen und beizeiten die Kohle stapeln.

Bahnfahrer

29.03.2012, 13:10 Uhr

die bahn ist ein staatliches unternehmen, gehoert somit den bundesbuergern und sollte sich somit ihrem autrag stellen. der auftrag der bahn ist es nicht gewinne einzufahren und sich wie ein boersennotiertes unternehmen nach sharholder value zu praesentieren. ihr auftrag ist es ein deckendes schienennetz zu erhalten und dort zu investieren und dem buerger zu anstaendigen preisen die fahrt mit der bahn zu erlauben. wie sich hier praentiert wird hat eher etwas mit persoenlichen interessen zu tun und nicht ein verhalten im dienste der allgemeinheit. diese zeilen stammen auch nicht von einem politisch linken sondern von einem dem allgemeinwohl interessierten bundesburger

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