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09.08.2013

13:46 Uhr

Zumba im Supermarkt

Tesco lässt die Kunden tanzen

VonCarina Kontio

Englands größter Einzelhändler kämpft mit einem Umsatzschwund und der lästigen Konkurrenz aus Deutschland. Damit das Geschäft wieder in die Spur kommt, will die weltweite Nummer drei ihre Sorgen einfach wegtanzen.

Mit einer milliardenschweren Modernisierung will Tesco wieder mehr Kunden in seine Filialen locken. Auch frische Backwaren sind im Programm. Reuters

Mit einer milliardenschweren Modernisierung will Tesco wieder mehr Kunden in seine Filialen locken. Auch frische Backwaren sind im Programm.

DüsseldorfEinfache Schritte, fetzige Musik und Lebensfreude pur: Wer beim kolumbianischen Kult-Sport Zumba nur ans Abnehmen denkt, liegt falsch. Die Mischung aus Tanz, Aerobic und Intervalltraining soll jetzt auch Großbritanniens größte Supermarktkette wieder in Topform bringen. Denn statt Kalorien schmelzen bei Tesco derzeit nur die Umsätze.

Der Pferdefleisch-Skandal hat vielen Verbrauchern den Appetit verdorben. Ausgerechnet im wichtigen Heimatmarkt, in dem die weltweite Nummer drei nach Wal-Mart und Carrefour den Großteil ihres Geschäfts macht, fielen die Erlöse im abgelaufenen Quartal empfindlich. Erstmals seit zwei Jahrzehnten hatte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr sogar einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen – Zeit, gegenzusteuern.

Das Management steckt daher nun alle Kraft und etwas kolumbianisches Flair in die Neugestaltung seiner britischen Filialen; insgesamt sind es 2715. Die Supermärkte sollen modernisiert werden und mehr Personal bekommen. Zudem versucht Tesco, Kunden mit Preisnachlässen anzulocken. Doch damit nicht genug. Um das Geschäft schneller wieder auf Hochtouren zu bringen, will der Einzelhändler seine Kundschaft nun mit kostenlosen Zumba-Kursen, Kinder-Spielgruppen und eigenen Bäckereien mit frischen Waren anlocken. „Wenn das funktioniert, können wir den Wettbewerb wieder beschleunigen“, sagte Tony Hoggett, Chef der 250 Tesco-Extra-Läden, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

So verteilen sich die Aldi-Filialen über die Welt

Deutschland

Den Heimatmarkt haben sich Aldi Nord und Aldi Süd aufgeteilt. Hier hat Aldi Nord deutlich mehr Filialen. Das Unternehmen mit Sitz in Essen kommt auf rund 2500 Geschäfte. Aldi Süd mit Sitz in Mülheim an der Ruhr kommt auf mehr als 1800 Filialen.

Australien

Auf mehr als 295 Geschäfte kommt Aldi Süd in Australien. Seit dem Jahr 2001 hat das Unternehmen dort die Expansion vorangetrieben.

Belgien

In Belgien ist Aldi seit dem Jahr 1976 vertreten. Aldi Nord betreibt im Benelux-Land mehr als 440 Filialen.

Dänemark

Unter dem Namen „Aldi Marked“ gibt es Aldi Nord auch in Dänemark. Der Markteinstieg erfolgte 1977, heute kommt Aldi im Nachbarland auf mehr als 230 Filialen.

Frankreich

Eins der größten Aldi-Länder ist Frankreich. Aldi Nord ist dort seit 1988 aktiv und betreibt mehr als 920 Filialen unter dem Namen „Aldi Marché“.

Irland

Den Einstieg auf der grünen Insel wagte Aldi erst 1999. In Irland ist Aldi Süd vertreten und zählt dort mittlerweile mehr als 95 Filialen.

Großbritannien

Mehr als 470 Filialen hat Aldi Süd in Großbritannien. Seit 1990 ist der Discounter dort vertreten.

Luxemburg

Im kleinen Benelux-Land ist Aldi seit dem Jahr 1991 vertreten. Aldi Nord zählt in Luxemburg ein Dutzend Geschäfte.

Niederlande

Die Niederlande waren das erste Land, in das Aldi Nord expandiert. Seit dem Jahr 1973 sind dort mehr als 500 Filialen entstanden.

Österreich

Aldi Süds Markteintritt in Österreich erfolgte bereits 1968. In der Alpenrepublik hat der Discounter mehr als 440 Filialen, die dort „Hofer“ heißen.

Polen

Relativ neu ist Aldi in Polen. Im Nachbarland ist Aldi Nord erst seit 2008 vertreten. Mittlerweile haben dort mehr als 70 Filialen geöffnet.

Portugal

Mehr als 30 Geschäfte betreibt Aldi Nord in Portugal. Dort ist der Discounter seit dem Jahr 2006 aktiv.

Schweiz

Man glaubt es kaum, aber die Schweiz ist erst seit wenigen Jahre „Aldi-Land“. Seit 2005 expandiert Aldi Süd in die Alpenrepublik. Dort gibt es inzwischen mehr als 160 Filialen, die unter „Aldi Suisse“ laufen.

Slowenien

Slowenien ist Aldi Süd-Land. Dort ist die Kette seit dem Jahr 2005 aktiv. Mehr als 65 Filialen gibt es mittlerweile unter dem Namen „Hofer“.

Spanien

Im Krisenland Spanien eröffnete die erste Aldi-Filiale im Jahr 2002. Aldi Nord kommt dort inzwischen auf mehr als 260 Geschäfte.

Ungarn

In Ungarn ist Aldi Süd noch nicht allzu lange vertreten. Im Jahr 2008 erfolgte der Markteintritt. Inzwischen kommt Aldi dort auf die Zahl von mehr als 85 Geschäften.

USA

Nach Deutschland sind die USA das Aldi-Land mit den meisten Filialen. Aldi Süd ist dort seit 1976 vertreten und betreibt mehr als 1230 Filialen. Dazu kommen rund 470 Filialen von Aldi Nord, die dort Traeder Joe's heißen.

Quelle: Unternehmen, Stand: 4. April 2013

Weil internationale Rivalen wie der deutsche Discounter Aldi auch auf der britischen Insel auf dem Vormarsch sind, ist das Umfeld für Tesco im Heimatmarkt derzeit schwierig. Die Kundschaft, geplagt von Inflation und stagnierenden Löhnen, weicht häufig ins Internet aus oder kauft günstiger in kleinen, lokalen Geschäften ein. Eine Milliarde Pfund (umgerechnet etwa 1,16 Milliarden Euro) nimmt Tesco jetzt in die Hand, um wieder in die Spur zu kommen und die Wettbewerber auf Abstand zu halten. Denn auch außerhalb Großbritanniens, in Kontinentaleuropa und Asien, ist das Umfeld schwierig und Umsätze schrumpfen.

Der erste Testmarkt mit den schweißtreibenden Zumba-Kursen ist am Stadtrand von London in Watford und soll am 12. August eröffnet werden. Zwei weitere Filialen liegen im nördlichen England und stehen ebenfalls kurz vor der Eröffnung. Dort wolle man zunächst ausprobieren, ob und wie die Kundschaft auf das neue Angebot reagiert. Die neuen Filialen sollen, so Hoggett, in Zukunft aufregender sein und der Kundschaft ein Erlebnis bieten. Man kann sich gut vorstellen, dass das Konzept funktioniert. Denn wer bei einer Zumba-Einheit nicht nur Stress abbaut, sondern in einer Stunde auch gut 1000 Kilokalorien verbrennt, packt im Anschluss gleich nochmal eine Extraportion Lebensmittel in den Einkaufswagen.

Umgarnt werden sollen die Engländer auch mit Gourmet-Kaffee und einem kleinen Garten, der früher mit unzähligen Einkaufswägen vollgestopft war. Außerdem werden dort frische Tapas angeboten.

Zuletzt hatte sich der Einzelhandelsriese die Finger mit dem Sprung in die USA verbrannt. Dort baute er eine Supermarktkette unter dem Namen „Fresh & Easy“ auf – und zog im April die Notbremse. Seit 2007 hatte der Konzern über 200 Filialen im Westen der USA eröffnet, 5000 Mitarbeiter sind dort tätig. Die missglückte Expansion und der Rückzug belasten Tesco mit insgesamt 1,4 Milliarden Euro. Ein Käufer ist bislang nicht gefunden worden.

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