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09.12.2013

15:55 Uhr

Zusatzgebühren der US-Airlines

100 Dollar für das Handgepäck

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett ist viel mit dem Flieger unterwegs. Geld zu verschenken hat er nicht und reist deshalb meist nur mit Handgepäck. Doch der Raffgier der US-Airlines kann er nicht entkommen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett: Die Zurückhaltung der US-Airlines ist längst Raffgier gewichen. Pablo Castagnola

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett: Die Zurückhaltung der US-Airlines ist längst Raffgier gewichen.

San FranciscoIch bin zum Pack-Profi aufgestiegen. Zumindest dann, wenn ich innerhalb der USA unterwegs bin. Dann muss das Handgepäck ausreichen. Jedenfalls, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, einen Koffer mitzunehmen.

Das sorgt nicht nur für eine angenehme Anreise zum Flughafen, es spart auch jede Menge bares Geld. Nur noch eine Handvoll US-Fluggesellschaften, darunter Southwest Airlines, der Shootingstar unter den Billigfliegern, kann der Versuchung widerstehen, schon für den ersten aufgegebenen Koffer die Hand aufzuhalten.

Kassierten die Damen an den Check-Ins erstmals 2007 verschämt um die fünf Dollar für die Beförderung eines Koffers, ist die Zurückhaltung längst Raffgier gewichen. Da wird dann mal großzügig gerundet, 25 Dollar für den ersten Koffer in der Holzklasse, jeweils für Hin- und Rückflug, das ist schon fast ein Schnäppchen. Vielflieger bekommen manchmal Rabatt.

Roter Teppich für alle – Ungewöhnliche Zusatzservices

Last-Minute-Upgrade

Bei Delta in den USA verkaufen die Flugbegleiter an Bord mithilfe ihrer Tablet-Computer Upgrades für die letzten freien First-Class-Sitze, in der Regel für weniger Geld als bei einer frühzeitigen Buchung.

Koffer nach Hause

Für 30 Dollar liefern American Airlines und US Airways innerhalb von vier Stunden nach der Landung in den USA den Koffer ins Hotel oder nach Hause, damit sich die Kundschaft das Warten am Band sparen kann.

Genuss am Himmel

Bei Langstreckenflügen aus Paris bietet Air France neben dem kostenlosen Standardessen fünf weitere Menüs der traditionellen französischen Küche, von Bio bis zur 28 Euro teuren, viergängigen „Sélection“ des Gourmettempels „Maison Lenotre“ aus Paris. Kurzentschlossene Genießer können über den -À-la-Carte-Service von Austrian Airlines noch eine Stunde vor Abflug beim Wiener Edelcaterer Do & Co für 15 Euros Tapas, Salate und natürlich Wiener Schnitzel mit Vor- und Nachspeise ordern.

Kindermenü für einen Penny

Bestellen Eltern beim britischen Ferienflieger Jet2.com eine Mahlzeit (ab umgerechnet 9,50 Euro), bekommen ihre Kinder das Menü für einen Penny. Damit die Eltern nicht vergessen zu bestellen, erinnert sie die Linie rechtzeitig vor dem Abflug mit einer Mail, wie lang der Flug ist.

Bequemer zum Flieger

Zum „Roter Teppich“ genannten Paket des malaysischen Billigfliegers Air Asia gehört für umgerechnet 25 Euro freies WLAN am Flughafen, eine schnellere Pass- und Sicherheitskontrolle und das Versprechen, dass der Koffer bei Ankunft zuerst auf das Gepäckband rollt.

Extra-Flatrate

Für eine Pauschale von 199 Dollar können die Kunden bei Delta drei Monate lang auf jedem Flug innerhalb der Vereinigten Staaten ohne Zusatzgebühr einen Koffer aufgeben und zusätzlich als Erste ins Flugzeug einsteigen. Darüber hinaus bekommen sie außerdem Sitze mit mehr Platz und zusätzliche Meilen im Bonusprogramm.

Serviceclub

250 Euro verlangt der spanische Billigflieger Vueling für zehn Lounge-Besuche, schnellere Sicherheitskontrollen und das Recht, als Erster einzusteigen. Beim ungarischen Ultra-Geizflieger Wizzair bekommen Mitglieder des Discount Clubs für knapp 30 Euro Jahresgebühr immer mindestens zehn Euro Rabatt auf alle Tickets außer den allerbilligsten.

Laden an Bord

In ihren Airbus A380-Superjumbos bietet Korean Air statt der bei anderen üblichen Bar einen Duty-free-Laden mit 64 Artikeln. In den Regalen gehalten werden die zollfreien Waren von kleinen Magneten – damit die teuren Parfüms und Cremes bei Turbulenzen nicht herumfliegen.

Kaufhaus im Vordersitz

Über sein Bordunterhaltungssystem verkauft der US-Billigflieger Virgin America ein Schlafset mit Kissen und Decke für neun Dollar sowie Schmerz- und Schlaftabletten für vier Dollar. Die Rechnung begleichen die Passagiere am Ende des Fluges am Bildschirm per Kreditkarte.

Nie mehr Kofferverlust

Die australische Qantas verkauft für umgerechnet 40 Euro einen Gepäckanhänger, der dank RFID-Technik immer zeigt, wo der Koffer gerade ist. Ein ähnliches System erprobt auch British Airways.

Quelle: Wirtschaftswoche, Rüdiger Kiani-Kreß

Besonders dreist zeigt sich die Fluggesellschaft Spirit: Damit Sparpacker wie ich nicht ungeschoren davon kommen, wird auch das Handgepäck mit 25 bis 50 Dollar Gebühr bei einer Online-Buchung belegt. Wer es bei der Buchung vergisst oder von einer anderen Airline umsteigt und am Gate steht, darf – Achtung, festhalten! – 100 Dollar für seine Minitasche hinblättern. Bei Frontier denkt man genau so. Wer in die gelegte Falle am Gate gestolpert ist, zahlt 100 Dollar für das Handgepäck. Man hätte ja auch das Kleingedruckte lesen können und Umsteiger von anderen Gesellschaften verdienen eh keine Gnade.

Da ist es schon fast ein Schnäppchen, wenn man sich am Gate den Boardingpass von einem Spirit-Agenten ausdrucken lässt: Der Ausdruck kostet nur zehn Dollar. Spirit wird schon mal nicht meine Lieblings-Airline. Bei Alaska Air werden zusätzliche 15 Dollar aufgeschlagen, wenn man sich erdreistet, per Telefon ein Ticket zu ordern.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

09.12.2013, 16:22 Uhr

bleiben Sie doch einfach zu Hause; wer fährt schon in die mit Idotie vollgepackte USA ?

Account gelöscht!

09.12.2013, 17:28 Uhr

@ black:

als Rentner oder Tourist könnte man Ihren "Rat" evtl. beherzigen.
.
Für international tätige Geschäftsleute dürfte Ihr Rat substanzlos sein.

Account gelöscht!

09.12.2013, 19:30 Uhr

das ist es eben; wenn niemand mal NEIN sagt, ändert sich nie etwas; egal in welchem Bereich.

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