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21.12.2013

02:28 Uhr

Zwei Jahre Verspätung

Bahn bekommt endlich neue ICE-Züge

Aufatmen bei der Bahn kurz vor Weihnachten: Zumindest vier der neuen ICE-Züge können ab sofort für den Personenverkehr eingesetzt werden. Seit Oktober 2011 hatte es Querelen mit der Kontroll-Behörde gegeben.

Montage an einem ICE-Zug der dritten Generation, dem ICE Velaro. dpa

Montage an einem ICE-Zug der dritten Generation, dem ICE Velaro.

BerlinMit zwei Jahren Verspätung soll die Deutsche Bahn einem Bericht zufolge jetzt die ersten 4 von 16 bei Siemens bestellten neuen ICEs bekommen. Das Eisenbahnbundesamt hat sie am Freitag für den sofortigen Einsatz zugelassen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstag) berichtet. Siemens- und Bahn-Sprecher wollten den Bericht am Samstag nicht kommentieren, das Eisenbahnbundesamt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der „FAZ“ zufolge könnte die Bahn die vier zugelassenen neuen ICE-Züge sofort schon im Weihnachtsverkehr einsetzen. Aber vorerst würden sie nur als Reserve für Ausfälle vorgehalten. Eigentlich hätten alle 16 neuen Hochgeschwindigkeitszüge schon seit Dezember 2011 durch Deutschland fahren sollen. Aber das Eisenbahnbundesamt hatte sie wegen neuer Auflagen und ungeklärter technischer Fragen bei Bremsen, Radsatzgestellen und Klimaanlagen zunächst nicht zugelassen.

Antworten zu den neuen Bahnpreisen

Wann wird die Erhöhung wirksam?

Die neuen Preise gelten für alle Fahrten seit dem 15. Dezember 2013. Für etwa 80 Prozent aller Fahrten des Nahverkehrs gelten jedoch die Tarife eines Verkehrsverbundes. Nur für die übrigen 20 Prozent ist ein Bahn-Regionalticket zu lösen.

Wie viel müssen Bahnfahrer mehr zahlen?

Das kommt darauf an, auf welcher Strecke man unterwegs ist. Mit dem ICE kann es ein bis vier Prozent teurer werden, im Durchschnitt steigt der Normalpreis im Fernverkehr um 2,5 Prozent. Von Stuttgart nach München sind demnächst regulär 57 Euro zu zahlen, 2 Euro mehr als bisher (plus 3,6 Prozent). Im Nahverkehr beträgt die Anhebung für Standardtickets und Zeitkarten um 3,2 Prozent.

Welche Ausnahmen gibt es?

Im Fernverkehr sind etwa die Hälfte aller 360 Millionen jährlichen Fahrten nicht von der Preiserhöhung betroffen. Die Gründe: Zeitkarten werden nicht teurer, auch nicht die auf allen Strecken gültige Jahreskarte Bahncard 100, von der zurzeit rund 40 000 genutzt werden. Außerdem bleiben sämtliche Teilstrecken auf der Linie Düsseldorf-Berlin von einer Anhebung verschont. Das soll ein kleines Dankeschön sein für die vielen Verspätungen, die die Fahrgäste auf dieser Verbindung erdulden müssen. Ein Hochwasserschaden zwischen Hannover und Berlin macht seit Juni Umleitungen nötig. Das bleibt noch bis 4. November so.

Was ist mit den Bahncards und Reservierungsgebühr?

Teurer werden die Bahncard 25 (62 statt 61 Euro) und die Bahncard 50 (255 statt 249 Euro). Bei der Bahncard 100 und allen ermäßigten Bahncards bleibt der alte Preis. Für die Reservierung eines Sitzplatzes sind künftig 4,50 Euro statt 4 Euro zu zahlen. Begründung der Bahn: Sie will weniger „Luftbuchungen“ haben. Gerade Geschäftsreisende buchen gern für mehrere Züge hintereinander Plätze, weil sie nicht genau wissen, wann sie abfahren. Die Quote der Doppelbuchungen liegt bei mehr als 20 Prozent, so die Bahn.

Wie begründet die Bahn die Preiserhöhung?

Die Bahn begründet den Aufschlag vor allem mit höheren Personalkosten. Sie seien wegen der Tariferhöhungen im ersten Halbjahr um vier Prozent gestiegen. Auch der höhere Strompreis habe eine Rolle gespielt. Dabei sei die Bahn an langfristige Verträge gebunden und könne nicht von günstigeren Großmarktpreisen profitieren.

Was sagen die Kritiker?

Der Fahrgastverband Pro Bahn und der Verkehrsclub Deutschland gefällt die Erhöhung nicht. Noch sei die Leistung der Bahn angesichts vieler Verspätungen und anderer Schwächen nicht gut genug, um sie zu rechtfertigen.

Siemens versprach daraufhin die ersten 8 Züge für Dezember 2012 und verhandelte mit der Bahn über Schadenersatz oder einen Gratis-ICE im Wert von gut 30 Millionen Euro. Aber auch dieser Termin platzte: Bei der Übernahmeprüfung im November 2012 wurden Softwarefehler in der Zugsteuerung entdeckt. Der neue Siemens-Chef Joe Kaeser sprach jüngst von einer „Mega-Peinlichkeit“, die es künftig zu vermeiden gelte. In Spanien, Russland und China sind die gleichen Siemens-Züge vom Typ Velaro zum Teil schon seit Jahren im Einsatz.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

21.12.2013, 04:16 Uhr

Warum kauft die Bahn nicht den sofort lieferbaren, günstigeren und besseren AGV Alstrom Zug?

Account gelöscht!

21.12.2013, 06:17 Uhr

Neues von der Pannenbahn
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Siemens liefert - endlich - bis zu vier der neuen ICEs aus.
Rechtzeitig zu Weihnachten. Damit steht dem geschätzten Kunden der Bahn ja nichts mehr im Wege, kostenlos schockgefrostet zu werden. Das hält jung!
Und im Sommer gibt es wieder kostenlose Saunagänge.
Alles Made by Siemens!

Joachim67

21.12.2013, 09:55 Uhr

An alle die meckern und noch meckern werden:

Wann seid ihr zum letzten Mal Bahn gefahren?

Ich bin auch schon in "normalen" Zügen in Frankreich und der Schweiz gefahren, da fahre ich lieber DB.
(Nein, ich bin KEIN Bahnmitarbeiter)

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