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23.12.2013

11:38 Uhr

Zwei Jahre Verspätung

Deutsche Bahn erhält vier neue ICE

VonDieter Fockenbrock

Diese Züge kommen zwei Jahre zu spät: Siemens übergibt der Bahn vier neue ICEs, vier weitere sollen im Frühjahr über die Schiene rollen. So will Bahnchef Grube die angespannte Situation im Fernverkehr entschärfen.

Die Hochgeschwindigkeitszüge der dritten Generation hätten eigentlich schon im Oktober 2011 ausgeliefert werden sollen. Reuters

Die Hochgeschwindigkeitszüge der dritten Generation hätten eigentlich schon im Oktober 2011 ausgeliefert werden sollen.

München/BerlinMit mehr als zweijähriger Verspätung erhält die Deutsche Bahn vier neue ICE-Züge. Das Eisenbahnbundesamt habe die Züge zugelassen, teilte Siemens am Montag in München mit. Vier weitere Züge sollen im Frühjahr folgen. Insgesamt hat die Bahn 16 ICE bei Siemens bestellt. Die Hochgeschwindigkeitszüge der dritten Generation hätten eigentlich schon im Oktober 2011 ausgeliefert werden sollen. Doch wegen technischer Probleme und Streit zwischen dem Bahnbetreiber DB, dem Zughersteller Siemens und dem Eisenbahn-Bundesamt als Kontrollinstanz hatte es immer wieder Verzögerungen gegeben. Das Zulassungsverfahren begann schließlich erst im August dieses Jahres.

Die Zulassung sei „ein erster Schritt in die richtige Richtung“, erklärte Bahn-Chef Rüdiger Grube in Berlin. Die vier bereits übergebenen Züge würden nun zunächst im Probebetrieb getestet, erklärte der für den Personenverkehr zuständige Vorstand Ulrich Homburg. Danach solle der planmäßige Einsatz als Fahrzeugreserve erfolgen. Gleichzeitig machten sich die Mitarbeiter mit dem neuen Fahrzeugtyp vertraut.
Die Züge werden früheren Ankündigungen zufolge zunächst in Reserve gehalten und entlasten so die äußerst angespannte Fahrzeugsituation im Fernverkehr. Das ist vor allem im bevorstehenden Winter wichtig weil Eis und Schnee häufiger als im Sommer zu Ausfällen führen.

Die  ICEs in einem Gesamtwert von etwa 500 Millionen Euro hätte Siemens laut Vertrag bereits vor zwei Jahren liefern müssen. Sie waren für den internationalen Verkehr nach Belgien, Holland und Frankreich vorgesehen. Verzögerungen bei der Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt sowie technische Probleme verhinderten jedoch den Betrieb.  Vor genau einem Jahr kam es zum Eklat nachdem der frühere Vorstandsvorsitzende von Siemens  Peter Löscher dem Bahnchef Grube persönlich die Lieferung zugesagt hatte, sich wenige Tage später aber herausstellte, dass die Betriebszulassung noch in weiter Ferne liegt.  Die Bahn machte darauf hin öffentlich Siemens für mögliche Einschränkungen im Fernverkehr verantwortlich.

Die Probleme sind mit den anrollenden ICE aber nicht gelöst. Die Bahn wartet auch noch auf die Doppelstock-Intercitys von Bombardier. Davon sind 27 im Gesamtwert von 360 Millionen Euro  bestellt. „Die sollten eigentlich bis Ende dieses Jahres zur Verfügung stehen“, sagte Grube dem Handelsblatt weiter. „Ob wir die innerhalb der nächsten zwei Jahre haben werden, dazu wage ich keine Vorhersage.“ Grube findet das sehr „ärgerlich, weil alles wieder auf dem Rücken unserer Mitarbeiter und Kunden ausgetragen wird“.

Die verspäteten Siemens-ICE markieren nur den Höhepunkt eine Kette von Lieferproblemen  der Eisenbahnindustrie. Die Schuld  dafür wurde zwischen Branche, Eisenbahnbundesamt und Bahn hin- und hergeschoben.   Im Sommer einigten sich die Beteiligten und das Verkehrsministerium darauf, die Zulassungsverfahren zu vereinfachen. So soll es künftig Musterzulassungen für ganze Baureichen wie für Autor oder Flugzeuge gehen. Bislang werden jede Lok und jeder Triebwagen einzeln abgenommen.

Kommentare (1)

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lobbyisteninsgulag

23.12.2013, 20:03 Uhr

es wurde vor jahren rollendes material, dass wärend einer "messe" nur als sperrholzmodel da war gekauft.
das geht wenn man ausser acht lässt,
dass es sich erst auf der strecke bewähren kann
[rückrufaktionen(auto) oder startverbote(flieger)
sind bei der bahn schlecht machbar]
und was es heisst konstruktionspfusch als reisender nutzen zu müssen konnte man lfd erleben da waren
radsätze, klimaanlagen, eingefrohrene weichen, hoher wartungsaufwand und auch diese schneckengeschwindigkeiten
die 500 Mio. gewinnabschöpfung der bundesregierung zwingen geradezu abstriche zu machen.
das eisenbahnbundesamt macht einen guten job!
die rohrkrepierer saßen + sitzen im vorstand von bahn und industrie
der bahnvorstand hat keine ahnung aber davon ganz viel
die industrie liefert die sachen die der Vorstand ohne ahnung zu haben gekauft hat
ein teufelskreis

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