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17.01.2007

13:35 Uhr

Handel

Wechsel an der Otto-Spitze

Beim weltweit größten Versandhandel Otto übernehmen wieder familienfremde Manager die Führung. Nach 26 Jahren an der Spitze des Handels- und Dienstleistungskonzerns wechselt Vorstandschef Michael Otto im Oktober aus dem operativen Geschäft in den Aufsichtsrat.

Michael Otto, dpa

Michael Otto gibt die Leitung des Konzerns in familienfremde Hände.

dpa HAMBURG. Beim weltweit größten Versandhandel Otto übernehmen wieder familienfremde Manager die Führung. Nach 26 Jahren an der Spitze des Handels- und Dienstleistungskonzerns wechselt Vorstandschef Michael Otto im Oktober aus dem operativen Geschäft in den Aufsichtsrat.

Das teilte die Otto Group in Hamburg mit. Sein Nachfolger werde Hans-Otto Schrader (50), der seit 30 Jahren im Unternehmen tätig sei. In der neu geschaffenen Position des stellvertretenden Vorsitzenden werde ihm Rainer Hillebrand (50) zur Seite stehen. Beide Manager gehören bereits dem Vorstand der Otto Group an.

Der 63-jährige Otto hatte bereits mehrfach angekündigt, den Vorstand des Konzerns noch vor dem 65. Lebensjahr verlassen zu wollen und die Leitung einem familienfremden Manager zu übergeben. „Ich bin überzeugt, dass Herr Schrader mit seiner breiten Erfahrung, der hohen persönlichen Integrität und außerordentlichen Führungsqualität die Otto Group in eine weiterhin gute Zukunft führen wird“, sagte Otto. Mit Günter Nawrath hatte bereits von 1966 bis 1981 ein familienfremder Manager das von Michael Ottos Vater Werner gegründete Unternehmen geführt.

Schrader und Hillebrand galten beide als Kandidaten für die Position an der Spitze des Konzerns. Bei der Entscheidung für Schrader habe auch eine Rolle gespielt, dass er als Personalvorstand eine intensive Beziehung zu den Arbeitnehmern des Otto-Konzerns habe. Schrader war während seines Berufslebens vorwiegend als Einkaufsmanager im In- und Ausland tätig während Hillebrand eher ein Vertriebs- und Marketingmann ist und sich um das wichtige Zukunftsfeld E-Commerce kümmert.

Michael Otto führt den Familienkonzern seit 1981, nachdem er zuvor bereits zehn Jahre dem Vorstand angehört hatte. Er formte das mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 3,7 Mrd. DM zu einem Weltkonzern mit 14,6 Mrd. Euro Umsatz und 55 000 Mitarbeitern.

Otto expandierte im In- und Ausland, kaufte oder gründete Unternehmen in allen wichtigen westlichen Märkten und übernahm verschiedene Wettbewerber im Inland. Damit wurde Otto zum weltweit größten Versandhandelsunternehmen. Außerdem ist der Konzern in zahlreichen verwandten Geschäftsfeldern tätig, so im stationären Einzelhandel, im Großhandel, in der Logistik, als Finanzdienstleister und im Tourismusgeschäft. Nach dem US-Unternehmen Amazon ist Otto zudem der weltweit zweitgrößte Online-Händler.

Otto kündigte an, sich künftig verstärkt um seine ehrenamtlichen Engagements in den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Kultur und Kunst zu kümmern. Im Zentrum stehe dabei die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz, die sich vor allem für die Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen einsetzt.

Otto übt eine Vielzahl von Ehrenämtern aus. Er führte sein Unternehmen nicht nur nach kaufmännischen, sondern auch nach ethischen Zielen. So müssen sich die Otto-Lieferanten einem systematischen Auswahlverfahren unterziehen, in dem nicht nur die Qualität der Produkte, sondern ebenso die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeitnehmer geprüft werden. Michael Otto erhielt für seine beruflichen und ehrenamtlichen Leistungen zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.

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