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22.01.2014

14:05 Uhr

Handelsblatt Energietagung

Deutsche Abhängigkeit von Gasimporten steigt

Schon jetzt liegt der Anteil des heimischen Gases am gesamten Verbrauch in Deutschland bei nur zwölf Prozent, warnt Wintershall-Chef Rainer Seele. Die Produktion klimaschädlicher Kohle steigt hingegen.

Peter Terium

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Berlin/DüsseldorfWintershall-Chef Rainer Seele schlägt Alarm: „Die deutsche Gasproduktion schrumpft“. 2013 sei sie im zweiten Jahr in Folge um rund zehn Prozent gesunken, sagte der Chef des größten deutschen Öl- und Gasproduzenten am Mittwoch auf der Handelsblatt Energietagung in Berlin. Damit mache sich Deutschland noch mehr von Importen abhängig.

Bislang deckte Deutschland immer knapp 20 Prozent seines Gasverbrauchs aus eigenen Quellen. Jetzt sind es gerade einmal zwölf Prozent.

Während die Gasproduktion schrumpft, steigt die Förderung der klimaschädlichen Kohle. Allein der Energiekonzern Vattenfall hat im vergangenen Jahr 63,6 Millionen Tonnen Braunkohle aus seinen Tagebauen in der Lausitz geholt. Das waren 1,2 Millionen Tonnen mehr als 2012, wie ein Unternehmenssprecher am Mittwoch sagte. Seit 2010 ist die Produktion von Braunkohle bundesweit kontinuierlich gestiegen.

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Die klimaschädliche Stromproduktion aus Braunkohle erreichte im Jahr 2013 den höchsten Wert seit 1990. Nach vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wurden über 162 Milliarden Kilowattstunden Strom in deutschen Braunkohlekraftwerken erzeugt. 1990, als noch viele DDR-Meiler liefen, waren es knapp 171 Milliarden Kilowattstunden.

Wintershall-Chef Seele erklärte, dass der Einbruch bei der Gasproduktion nicht etwa daran liege, dass die Ressource fehlen. Schuld sei vielmehr ein „politisch verordneter Stillstand“.

Wintershall macht die Debatte über die neue Fracking-Technologie zu schaffen, die neue, bislang schwer zugängliche Lagerstätten, so genanntes Schiefergas zugänglich macht. In den USA hat Fracking einen regelrechten Gasboom ausgelöst. In Deutschland ist die Technologie aber verpönt. Weil zum Aufbrechen des Schiefergesteins neben Sand und Wasser auch Chemikalien in die Tiefe gepresst werden, laufen im Land des Atomausstiegs Bürgerinitiativen und Umweltschützer Sturm – und die Politik bremst.

Seele macht sich keine Illusionen: „Ich glaube nicht, dass wir kurz- bis mittelfristig in Deutschland Schiefergas fördern werden.“ Das ist aber nicht sein eigentliches Problem: Die Debatte trifft nicht nur Schiefergas, sondern auch die konventionelle Förderung, bei der Wintershall schon seit 30 Jahren Fracking einsetzt, nicht im selben Umfang wie es für Schiefergas nötig wäre. „Die Fracking-Diskussion schert beides über einen Kamm“, schimpft Seele.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

22.01.2014, 14:20 Uhr

"Das Energie-Konzept von Wirtschaftsminister Gabriel"

Bitte noch dazu schreiben das diese Offshore-Versicherung
abgeschafft werden soll ohne Ersatz.

Jeder der Offshore-Wind-Strom verkaufen möchte soll sich bitte
selber dadrum kümmern das es auch genügend Kabel gibt.

HofmannM

22.01.2014, 15:07 Uhr

Diese Abhängigkeit wird noch mehr steigen, wenn wir aus der Kernkraft kompeltt ausgestiegen sind. Die sog. Erneuerbaren Energien (Wind,Sonne,Faulgas) erhöhen zusätzlich diese Abhängigkeit vom Gasland Russland. Prost Mahlzeit kann ich da nur sagen!
Was für eine grottenschlechte deutsche Energiepolitik!
Energiewende/EEG/Energieeinsparparolen = Armut und Mangel!

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