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24.03.2006

13:07 Uhr

Handelsblatt Firmencheck

SAP und Conti setzen Maßstäbe

VonDieter Fockenbrock und Ulf Sommer

Die großen Konzerne haben aus der Krise gelernt, Wachstum und Umbau zeitgleich zu managen. Selbst im Boomjahr 2000 waren sie nicht so erfolgreich wie heute, und die Zukunft verspricht weiter steigende Renditen.

Manche Firmen schwimmen im Geld. Für die komplette Illustration klicken Sie auf das Pluszeichen.

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DÜSSELDORF. Die führenden deutschen Industriekonzerne haben in den vergangenen fünf Jahren die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft gelegt. Das zeigt der Handelsblatt-Firmencheck. Die Gewinne stiegen wesentlich schneller als der Umsatz. Die Ertragslage ist hervorragend. Spitzenreiter SAP erreicht inzwischen eine Rekordrendite von 18 Prozent. Daran war selbst im Boomjahr 2000 nicht zu denken. Der damalige Renditekönig Infineon schaffte gerade 16 Prozent.

Die meisten Dax-Konzerne konnten trotz schwacher Binnenkonjunktur, explodierender Energiepreise, trotz Folgen aus Terrorismus und Krieg ihre Umsatzrenditen kräftig steigern. Im Schnitt stieg die Kennziffer von 5,5 auf 6 Prozent. Mehr noch: Die Ertragshöhen haben alle Konzerne ohne Bilanzierungstricks erklommen. "Wir haben uns alle kritischen Posten angesehen", sagt Karlheinz Küting, Direktor des Instituts für Wirtschaftsprüfung (IWP) an der Universität Saarbrücken. Bei keiner der 24 untersuchten Gesellschaften seien in den fünf Jahren Auffälligkeiten entdeckt worden.

Hinter den Durchschnittswerten verbergen sich erstaunliche Erfolgsgeschichten: So schaffte es der Reifenhersteller Continental binnen fünf Jahren, seinen Jahresüberschuss um 354 Prozent zu steigern. Dieser Erfolg wiegt nach Einschätzung Kütings umso höher, weil der Autozulieferer aus Hannover noch 2001 einen Verlust von 260 Mill. Euro verbuchte. Sein nicht weniger beachtliches Umsatzplus von 37 Prozent nimmt sich dagegen bescheiden aus. Der einst angeschlagene Konzern entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit und im Gegensatz zu seinen großen Konkurrenten Michelin, Bridgestone und Goodyear zu einem Spezialisten für Brems- und Reifentechnik.

Conti-Konzernchef Manfred Wennemer hat sich mit seiner strikten Renditestrategie an der Börse zwar viele Freunde gemacht, nicht aber in der Belegschaft und in der Öffentlichkeit. Zuletzt sorgte Wennemer für Schlagzeilen, weil sein Plan, ein Werk in Niedersachsen zugunsten eines osteuropäischen Standortes zu schließen, auf heftigen Widerstand stieß.

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