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14.02.2012

11:05 Uhr

Handelsblatt-Forum

Konzerne setzen voll auf Kooperation

VonDieter Fockenbrock

Ob Autokonzerne oder Pharmahersteller: In vielen Branchen arbeiten große Konzerne mittlerweile eng zusammen. Das hilft Kosten zu sparen und schneller zu wachsen. Doch es drohen auch Risiken.

Mitarbeiter greift in eine Pillenbox. dpa

Mitarbeiter greift in eine Pillenbox.

DüsseldorfDie Bekämpfung der Volkskrankheit Diabetes verspricht ein Riesengeschäft. Weltweit leiden schon heute 286 Millionen Menschen unter dem Typ2, der vor allem durch falsche Ernährung und Lebensgewohnheiten ausgelöst wird. Experten fürchten, dass sich die Zahl der Betroffenen in zwei Jahrzehnten verdoppeln könnte.

Ein milliardenschwerer Wachstumsmarkt für Pharmahersteller. Doch die Entwicklung neuer Medikamente wird immer teurer. Die globale Konkurrenz ist hart, ein Alleingang riskant. Das deutsche Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat sich deshalb mit Eli Lily aus den USA zusammengetan.

Eine typische Kooperation zwischen Unternehmen, die ihr Geschäft zwar auch allein bestreiten könnten, die aber in der Zusammenarbeit mit einem Wettbewerber die Chance sehen, stärker oder schneller zu wachsen. Vergleichbare Kooperationen gibt es auch in anderen Industriezweigen. In der Autoindustrie etwa, wo die Entwicklung alternativer Antriebe BMW mit Peugeot und Daimler mit Renault zusammenschweißt.

Boehringer und Lily kombinieren in Forschung und Vertrieb ihre Substanzen und Insuline zur Behandlung von Diabetes. "Durch die Zusammenarbeit sind wir in der Lage, Produkte für den gesamten Krankheitsverlauf anzubieten", sagt Klaus Wilgenbus, Leiter der weltweiten Geschäftsentwicklung bei Boehringer Ingelheim. Neben der Kostenersparnis ein schlagkräftiges Verkaufsargument.

New partnership: Good business opportunities

New partnership

Good business opportunities

Generell tendency: Cooperation initiatives between companies which both are already successful within their markets include especially opportunities of increasing and faster growth.

Die Partner stehen wie viele Unternehmen vor einem Dilemma. Zwar wachsen die Märkte für ihre Produkte. Doch Expansion ist sehr teuer. Neu entwickelte Medikamente kosten ein Mehrfaches ihrer Vorgänger, sie auf den Markt zu bringen ist ebenfalls kostspielig.

"Besonders erfolgreiche Unternehmen sind deshalb schon frühzeitig dazu übergegangen, Wachstumskooperationen einzugehen", sagt Alexander Tarlatt, Geschäftsführer der Strategieberatung Santiago Advisors. Eine Studie des Icgrowth Instituts aus Wiesbaden belegt die strategische Bedeutung. Demnach sind Kooperationen für ein Wachstum der Unternehmen in den nächsten Jahren genauso wichtig wie die Übernahme anderer Firmen.

Solche Wachstumskooperationen untersucht das jüngste Handelsblatt Management-Forum. Darin werden zwölf führende Management-Schulen aus Asien, Europa und Nordamerika nach Trends befragt. Das Forum entsteht in Zusammenarbeit mit Santiago Advisors und Ronny A. Fürst, Professor an der European Management School (EMS) in Mainz und Direktor des Icgrowth Instituts.

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