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01.09.2015

10:19 Uhr

Handelsblatt-Jobturbo

Trainee-Stellen sind rar gesät

VonMiriam Bax

Nach der Uni als Trainee ins Arbeitsleben – das ist für viele Hochschulabsolventen der ideale Karrierestart. Wo aktuell die meisten Absolventen gefragt sind, verrät die aktuelle Statistik des Handelsblatt-Jobturbos.

Traineestellen sind besonders begehrt. Foto: Fotolia

Jobeinstieg

Traineestellen sind besonders begehrt. Foto: Fotolia

KölnTrainee-Programme als Karriere-Sprungbrett sind bei Uni-Absolventen der beliebteste Weg: Es winken die Chancen auf Übernahme und Aufstieg im Unternehmen. Gleichzeitig muss meist nicht sofort so viel Verantwortung übernommen werden, wie etwa beim Direkteinstieg.

So hat die Beratungsgesellschaft Kienbaum im Rahmen einer Befragung des Absolventenjahrgangs 2015 herausgefunden, dass sich 46 Prozent der 600 befragten Teilnehmer den Einstieg ins Berufsleben über ein Trainee-Programm wünschen. Sieben Prozent bevorzugen ein Praktikum. Den Direkteinstieg geben hingegen nur 47 Prozent als gewünschten Start ins Berufsleben an.

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sank das Anzeigenvolumen bis Juli dieses Jahres um elf Prozent. Quelle: Handelsblatt-Jobturbo

Arbeitsmarkt

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sank das Anzeigenvolumen bis Juli dieses Jahres um elf Prozent. Quelle: Handelsblatt-Jobturbo

Wo können die Aspiranten Fuß fassen? Die Statistik des Handelsblatt-Jobturbos zeichnet ein ernüchterndes Bild. So ist die Anzahl der Stellenanzeigen für Berufseinsteiger in den (Online-) Stellenbörsen in den vergangenen Monaten gesunken (vgl. Grafik Arbeitsmarkt für Trainees). Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sank das Anzeigenvolumen bis Juli dieses Jahres um elf Prozent.

Als Metasuchmaschine sammelt der Jobturbo die Stellenanzeigen der großen (Online-) Jobbörsen und auch von kleinen Special-Interest-Portalen, aus Zeitungen und Karriereseiten der Top-Unternehmen.

Tipps für den Jobwechsel

Aktiv werden, statt frustriert sein

Lassen Sie sich nicht frustrieren. Im Gegensatz zu manch Anderen haben Sie das Glück, noch einen festen Job zu haben. Werden Sie aktiv, nutzen Sie die Zeit lieber, die Fühler nach Alternativen auszustrecken und Businesskontakte aufzubauen.

Den Jobwechsel gut abwägen

Bevor Sie das Handtuch werfen und den Jobwechsel ansteuern, hinterfragen Sie bitte alle Pro- und Contra-Punkte dieser Entscheidung. Haben Sie schon einen neuen Job in Aussicht bzw. wirklich sicher? Wunderbar! Zeichnet sich da noch so ganz und gar keine Alternative ab, harren Sie lieber noch ein wenig aus und nutzen Sie die Zeit dazu, aus gesicherter Position heraus auf Jobsuche zu gehen.

Seien Sie Stratege

Auch wenn Sie innerlich bereits gekündigt haben, lassen Sie sich bitte nicht dazu verleiten, im Team schlechte Stimmung zu verbreiten, den Chef durch den Kakao zu ziehen, nur noch das Notwendigste zu tun oder sich wie auch immer geartet zum Unternehmensfeind Nr. 1 zu machen.

Bewerben Sie sich aus sicherer Position heraus

Bewerben aus gesicherter Position heraus macht nicht nur aus finanzieller Sicht wesentlich entspannter, sondern bringt auch bessere Jobaussichten. Jeder Arbeitssuchende wird Ihnen bestätigen, dass es wesentlich schwerer ist, einen neuen Job zu finden, wenn man bereits ohne Anstellung ist. Gehen Sie deshalb nicht erst auf Jobsuche, wenn Sie bereits gekündigt haben, sondern fangen Sie damit bereits an, wenn Ihnen die ersten Kündigungsgedanken kommen.

Nutzen Sie Ihren Feierabend und das Wochenende – nicht die Arbeitszeit - gezielt dazu, sonst stehen Sie am Ende doch schneller auf der Straße, als gewünscht. Gleiches gilt natürlich, wenn Sie sich selbständig machen möchten. Starten Sie damit aus gesicherter Position heraus und wagen Sie den Absprung erst, wenn ein gewisses finanzielles Polster und andere Sicherheiten vorhanden sind.

Steigern Sie Ihren Marktwert

Hat man sich erst einmal dazu entschlossen, den Job zu wechseln, neigt man dazu, träge zu werden und den Joballtag damit zu verbringen, die Zeit totzuschlagen. Seien Sie klüger. Bilden Sie sich aktiv weiter und vertiefen Sie Ihr Wissen. Das erweitert nicht nur Ihre Fachkenntnisse, sondern erhöht zudem Ihren Marktwert. Natürlich gilt auch hier: Bitte nicht während der Arbeitszeit!

Knüpfen Sie ein Netzwerk von guten Kontakten

Nutzen Sie die Zeit im gesicherten Job dazu, aus Ihrer jetzigen Position heraus Kontakte zu knüpfen. An viele offene Stellen kommt man heutzutage über Vitamin B, also gute Beziehungen. Wer da die richtigen Leute kennt und durchschimmern lässt, dass er sich gerade beruflich neuorientiert, kann schneller zu einem neuen Job kommen, als geplant.

Zeigen Sie Präsenz

Nehmen Sie an fachrelevanten Veranstaltungen, regionalen und überregionalen Netzwerktreffen, Karriere- und Existenzgründermessen etc. teil oder tummeln Sie sich in Online Netzwerken wie z.B. Xing. Dabei sind auch private Aktivitäten förderlich. Wer weiß, vielleicht hat der eine oder andere Bekannte ja einen guten Tipp für eine offene Stelle. Wenn Sie eine eigene Firma gründen möchten, bauen Sie schon jetzt Kontakte zu potenziellen Kunden auf.

Luft anhalten und durch

Auch wenn es manchmal schwer fällt - reißen Sie sich am Riemen, atmen Sie beim nächsten Zoff mit den Kollegen lieber einmal mehr durch, anstatt laut zu werden und stehen Sie innerlich lächelnd über den Dingen. Schließlich haben Sie doch noch Größeres vor!

Quelle: www.careerbuilder.de

Besonders eklatant im Vergleich zum Vorjahr: Im Juli ist das Angebot für Trainees um 18 Prozent gesunken. Der Rückgang der Stellenangebote betrifft demnach primär IT-Spezialisten und Nachwuchs-Ingenieure, die Vakanzen sind laut Adecco um 22 bzw. 18 Prozent gesunken. Auch im Vertrieb und im Marketing ist das Angebot dünner geworden.

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