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09.05.2014

09:42 Uhr

Handelsblatt Pathfinder

Die Fähigkeit, Niederlagen wegzustecken

VonKirsten Krumrey

Wenn einer weiß, wie man Champion wird, dann ist es Wladimir Klitschko. Der Dauerweltmeister im Schwergewichtsboxen weiß vor allem: Große Siege feiert man nur, wenn man Wiederaufstehen gelernt hat.

Wladimir Klitschko bei der Pathfinder-Veranstaltung des Handelsblatts: Du darfst ruhig fallen, du musst aber unbedingt wieder aufstehen.

Wladimir Klitschko bei der Pathfinder-Veranstaltung des Handelsblatts: Du darfst ruhig fallen, du musst aber unbedingt wieder aufstehen.

BerlinEs geschah im April 2004. Fünfte Runde. Wladimir Klitschko taumelt mehr durch den Ring, als dass er boxt. Sein Gegner Lamon Brewster landet einen Treffer nach dem anderen. Am Ende der Runde liegt Klitschko am Boden, technischer K.o. Der Ringrichter stützt ihn bis in seine Ecke. Mit Verdacht auf eine lebensgefährliche Gehirnblutung kommt Klitschko ins Krankenhaus.
April 2014. Fünfte Runde. Wladimir Klitschko tänzelt durch den Ring. Er landet einen Treffer nach dem anderen gegen Schwergewichtler Alex Leapai. Als „Massaker“ bezeichnen Zuschauer den Kampf zwischen dem dominierenden Dr. Steelhammer und dem chancenlosen Lionheart. Am Ende der Runde liegt Leapai auf dem Boden, technischer K.o.

Was es schwer macht, den eigenen Weg zu entdecken

Bequemlichkeit

Die eigene Berufung zu finden und zu leben, kann sowohl in energetischer, als auch in emotionaler und finanzieller Hinsicht eine große Herausforderung sein. Viele Menschen scheuen den Aufwand, sich damit auseinander zu setzen. Sie schätzen eher den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.

(Quelle: Angelika Gulder, „Finde den Job, der dich glücklich macht“)

Angst vor Misserfolg

Die meisten Menschen haben sich im Laufe ihres Berufslebens in ihrem Bereich eine gewisse Kompetenz erworben und fühlen sich in dieser Komfortzone sicher. Die Berufung erstreckt sich manchmal über Bereiche, mit denen wir weniger vertraut sind. Unser Verstand warnt uns davor, dass wir möglicherweise scheitern könnten und das äußert sich als Angst. Doch Angst ist ein Scheinriese, wie Ihr Schatten wird sie immer kleiner, je näher man ihr kommt.

Angst vor Erfolg

Erfolg meint hier, die Berufung zu finden, zu leben, dabei Spaß zu haben und Glück zu empfinden. Das ruft eine Menge Neider auf den Plan und kann dazu führen, sich aus seinem vertrauten Leben lösen zu müssen. Der nächste Punkt hängt eng mit diesem zusammen.

Angst, Freunde zu verlieren

Stellen Sie sich vor, Sie sind Beamter auf Lebenszeit, mit all Ihren Kollegen gut befreundet und stellen dann fest, dass Ihre Berufung darin liegt, Rallye zu fahren, was seit vielen Jahren Ihr Hobby ist. Vielleicht sind Ihre Kollegen begeistert, wahrscheinlicher ist allerdings, dass sie irritiert sind und Sie das auch spüren lassen. Niemand mag schwarze Schafe und kaum einer möchte es sein.

Angst, die Eltern zu enttäuschen

Wenn Ihre Eltern sich für Sie eine Karriere in einer Anwaltskanzlei mit einem sicheren Einkommen, einer netten Frau und einem Haus im Grünen gewünscht haben, Sie sich nun aber mit 40 Jahren dazu entschließen nach Australien auszuwandern, um dort eine Drachenflugschule zu eröffnen, können Sie nicht nur Zustimmung erwarten.

Angst, die Partnerschaft zu gefährden

Menschen passen gewöhnlich gut zusammen und leben einigermaßen harmonisch miteinander, wenn sie gemeinsame Werte und Interessen haben. Wenn Sie sich selbstständig machen wollen und weniger Zeit für die Beziehung haben, kann das schwierig werden. Viele Menschen sind sich hier nicht sicher und vermeiden aus Angst, die Partnerschaft zu gefährden, den Ruf in ihrem Inneren weiter zu verfolgen.

Zwischen diesen beiden Kämpfen liegen zehn Jahre. Und die wichtigste Lektion in Wladimir Klitschkos Leben: Du darfst ruhig fallen, du musst aber unbedingt wieder aufstehen. „Jeder von uns ist schon mal am Boden gewesen“, sagt der 38-Jährige. Die Kunst sei es, gerade dann wieder aufzustehen und weiterzumachen. „Je tiefer man fällt, umso höher kann man steigen. Niemand wird ohne diese Erfahrung Weltmeister oder CEO.“

Und mit Klitschko erteilt diesen Rat nicht irgendwer: Seit Jahren hält er alle wesentlichen Titel seiner Box-Klasse, zusammen mit seinem Bruder Vitali haben sie mit der Klitschko Management Group ein Unternehmen aufgebaut, das in Sachen Markenführung in der Welt des deutschen Sports seinesgleichen sucht – und derzeit engagieren sie sich auch noch für den Wandel in der Ukraine. Vier Fäuste für den sicheren Erfolg.

Von selbst freilich lief da wenig. Wladimir Klitschko weiß noch, wie sein Umfeld nach jener Niederlage von 2004 reagierte: Viele wollten ihn überzeugen, seine Karriere als Boxer zu beenden, erzählt er. „Keiner hat mehr an mich geglaubt, ich war allein.“ Sogar sein Bruder Vitali, damals ebenfalls Boxchampion, zweifelte an ihm: „Wladimir, schau dich mal im Spiegel an, es ist Zeit aufzuhören.“
Doch Wladimir hört nicht auf. In der Krise merkt er, wie wichtig ihm der Boxsport ist. Für ihn ist es auch der Zeitpunkt, an dem er sich von seinem großen Bruder abnabelt. „Ich kam an den Punkt, an dem ich mir gesagt habe, höre eher auf deinen Bauch als auf deinen Bruder – und der Erfolg hat mir recht gegeben“, sagt Klitschko.

Kommentare (6)

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09.05.2014, 10:04 Uhr

Die Betriebs- und Volkswirtschaft (Marktwirtschaft) ist schon etwas komplizierter als ein Boxkampf.
Vor allen, wenn die "freie Marktwirtschaft" noch von einer grünsozialistischen Ideologiepolitik bevormundet (EEG, CO2 Verbot, Verkaufsverbot (Glühbirne, Staubsauger) usw.) wird.
Und die Ideologie in der deutschen Medienlandschaft tut ihr übriges dazu. Staat neutraler Aufklärung herrscht im deutschen Blätterwald Verblednung, Lügen und grünsozialistischer Ideologie-Staatsgehorsam.

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09.05.2014, 10:27 Uhr

@Furfante

Íhr Kommentar liegt weit unter der Gürtelleiste. Ee gehört schon mehr als nur lange Arme dazu gegen so manchen "schlächter" (heydn und co) zu bestehen und den Kampf sogar noch zu dominieren.

Ich bin jetzt kein treuer Fan und finde die Politisierung der beiden nicht gut aber so wie Sie über Klitschko reden, ist auch nicht richtig!

Die beiden könnten sich ohne finazielle Sorgen zur Ruhe setzen doch sie Kämpfen für ihr Land und sowas kann man auch als Charakterstark sehen.

Was ist dagegen Ihre Leistung?

Account gelöscht!

09.05.2014, 10:40 Uhr

@ Arn

Zitat : Die beiden könnten sich ohne finazielle Sorgen zur Ruhe setzen doch sie Kämpfen für ihr Land

- schade dass der Zensor heute einen schlechten Tag hat und kritische Kommentare nicht akzeptiert.

Sie sind diesen Blendern Klitschkos wohl voll auf den Leim gegangen.

Sie kämpfen nicht um ihr Land, sie kämpfen um ihre Pfründe, die sie in der Ukraine haben : Hotels, Juweliergeschäfte, etc . !

Zitat : Was ist dagegen Ihre Leistung?

- was meine Leistung oder Ihre Leistung ist, diskutiere ich doch nicht mit Ihnen im HB....!

Und ich vergleich mich auch nicht mit diesen Klitschkos....so weit wie diese werde ich nie absinken!
Ich bin nämlich KEIN Oligarch, wie diese zwei Blender !



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