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13.12.2013

06:29 Uhr

Handelsblatt-Ranking

Der beste Manager aus 25 Jahren Dax

ExklusivVor 25 Jahren startete der Deutsche Aktienindex. 159 Manager haben seitdem die größten Aktiengesellschaften des Landes geführt. Unsere umfassende Analyse zeigt: Der erfolgreichste Manager war SAP-Mitgründer Dietmar Hopp.

SAP-Mitgründer Dietmar Hopp: Eine Reihe von Erfolgen machen ihn zum Spitzenreiter des Handelsblatt-Rankings. Imago

SAP-Mitgründer Dietmar Hopp: Eine Reihe von Erfolgen machen ihn zum Spitzenreiter des Handelsblatt-Rankings.

DüsseldorfIn der 25-jährigen Geschichte des Deutschen Aktienindex (Dax) hat Dietmar Hopp – Chef des Softwarekonzerns SAP zwischen September 1995 und Mai 1998 – sein Unternehmen am nachhaltigsten und erfolgreichsten geführt.

Hopp, Mäzen und Förderer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim, hat keine Sorge, der größte deutsche Software-Hersteller sei zu langsam und träge geworden. „Erlauben Sie mir die Bemerkung, dass ich als sehr interessierter Beobachter feststellen will, dass die SAP ganz und gar nicht behäbig ist“, sagte der 73-Jährige im Interview mit dem Handelsblatt. „Aus der Idee von einst ist mittlerweile ein Weltkonzern geworden, in dem viele kreative Menschen innovative Ideen verfolgen. Da gilt es Strukturen zu schaffen und einen Weg zu finden, den alle gehen können“, sagte Hopp weiter.

10 Tipps für den perfekten Chef

Ein perfekter Chef macht Fehler

Jeder Mensch macht Fehler, denn Menschen sind nicht perfekt. Durch diese Eigenschaft werden Menschen überhaupt erst liebenswert. Wichtig ist jedoch, dass wir um unsere Fehler wissen und Wege finden, wie diese Fehler behoben werden können. Fehler, richtig verstanden, führen zu einer Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit und des Unternehmens.

... ist nicht perfekt

Es ist daher verwunderlich, warum immer noch so viele Chefs meinen, dass sie perfekt sind. Eine solch grobe Selbstüberschätzung führt letztlich zu Arroganz und einem Stillstand an Wachstum (sowohl persönlich als auch unternehmerisch).

... verbessert sich ständig

Darin liegt die Größe eines wirklich „perfekten“ Chefs. Er verwendet die Kenntnis seiner Fehler für die persönliche Weiterentwicklung. Gute Führungspersönlichkeiten meinen nicht, „jemand zu sein“, sondern verstehen sich als „jemand, der wird“ und zwar jeden Tag ein wenig mehr.

... ist Menschenfreund

Eine wesentliche Eigenschaft von „perfekten“ Chefs ist, dass sie Menschen mögen. Viele so genannte Führungskräfte mögen aber nicht einmal sich selbst, geschweige denn andere Menschen. Unter solchen Umständen wird Führung nur schwer möglich sein. Um exzellent zu sein, muss man das, was man tut, lieben. Und um exzellent zu führen, muss man Menschen lieben.

... ist Teamplayer

Der „perfekte“ Chef sagt und meint „Wir!“ und nicht „Ich!“ Er ist ein Teamspieler. Im 21. Jahrhundert werden nur Teams gewinnen und nicht Einzelspieler. Die Mondlandung beispielsweise war auch nicht das Werk eines einzelnen Menschen, sondern das mehrerer tausend Ingenieure, auch wenn die visionäre Kraft eines Wernher von Brauns dahinter stand. Aber er hätte es niemals alleine geschafft.

... fordert Menschen

Der „perfekte“ Chef fordert Menschen heraus. Er will Leistung erleben und regt Menschen an, sie zu erbringen. Dabei orientiert er sich nur ungern am Durchschnitt, sondern an Spitzenleistungen. Der „perfekte“ Chef gibt sich nicht mit dem zweitbesten Ergebnis nicht zufrieden.

... ist fachlich selten der Beste

Von dem Gedanken, stets der Beste in allen Bereichen sein zu wollen, müssen sich Führungspersönlichkeiten trennen. Der „perfekte“ Chef konzentriert sich auf seine Stärken und seine Hauptaufgaben.

... verkörpert Werte

Grundvoraussetzung eines „perfekten“ Chefs sind gelebte Werte, die von allen Mitarbeitern als Führungsgrundsätze empfunden werden. Nur so entsteht das viel geforderte Vertrauen.

... ist wirksam

Letztlich geht es um das wesentliche: Der „perfekte“ Chef be-wirkt, dass Menschen Ziele erreichen. Das Wesen guter Führung ist Wirksamkeit.

... ist offen für andere Wirklichkeiten

Meistens halten wir unsere Meinung für die Wahrheit, basierend auf der Wirklichkeit, wie wir sie empfinden. Häufig entspricht unsere Wirklichkeit jedoch nicht der Realität. Der „perfekte“ Chef setzt sich auf den Stuhl des anderen. Wer durch die Augen anderer sieht, entdeckt eine Fülle von Wirklichkeiten.

Quelle: Perspektive Mittelstand

Auf Platz zwei unter insgesamt 159 Konzernchefs folgt Hopps Kompagnon Hasso Plattner. Der SAP-Aufsichtsratschef hatte in diesem Sommer mehrfach die „langsamen Prozesse“ und „unflexible Hierarchien“ bei SAP kritisiert. Das Unternehmen müsse sich stärker an den schnellen IT-Firmen im Silicon Valley orientieren, so Plattner. Der 69-Jährige hatte damit in der SAP-Belegschaft große Unruhe ausgelöst und Sorgen geschürt, der Dax-Konzern könnte zunehmend mehr Bereiche in die USA verlagern. „SAP wird ohne Deutschland nicht auskommen. Hier ist der Konzern gewachsen“, stellte Hopp in dem Interview klar. Auch Plattner hatte nach seiner Kritik deutlich gemacht, dass er keineswegs am Standort Deutschland rütteln wolle. Zwar wolle er sich nicht anmaßen, zu behaupten, die Zukunft von SAP sei gesichert, sagte Hopp: „Aber die Basis dazu ist geschaffen. Wenn es die SAP weiter versteht, ihre Innovationskraft zu bewahren, sollte sie ihre führende Position halten können.“

Auf Rang drei landet Ben Lipps, Ex-Chef des Gesundheitskonzerns Fresenius Medical Care. Das hat eine ausführliche Analyse des Handelsblatts ergeben. Kriterien für das Ranking des Handelsblatts sind die Aktienrendite, die Netto-Umsatzrendite und die Entwicklung der Mitarbeiterzahl – der Nutzen für den Anleger, die Firma und die Gesellschaft. Finanzinstitute wurden in einem separaten Ranking beurteilt.

Während Hopp in der Gesamtschau den Spitzenplatz einfuhr, landete der seit März 2001 amtierende Adidas-Chef Herbert Hainer in einer Kategorie auf Rang eins, bei der Aktienrendite. Die Adidas-Aktie gewann seit seinem Antritt 500 Prozent, der Dax im selben Zeitraum 40 Prozent.

Die SAP-Manager Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe – seit 2010 im Amt, Snabe zieht sich in Kürze zurück – wirtschafteten am profitabelsten. Seit ihrem Amtsantritt bleiben mit jedem Euro Umsatz durchschnittlich 18,8 Cent Nettogewinn übrig. Die meisten Mitarbeiter stellte, gemessen an der Unternehmensgröße, Dietmar Hopp bei SAP ein: In nur zwei Geschäftsjahren erhöhte sich die Zahl der Angestellten von 6800 auf 12800.

Nach den Kriterien war Kajo Neukirchen, einst Chef der Metallgesellschaft, der Manager mit dem geringsten Erfolg. Nur einen Platz besser rangiert Heinrich Hiesinger, der derzeit den Stahlhersteller Thyssen-Krupp saniert.

Die komplette Liste aller bewerteten Vorstandschefs aus den vergangenen 25 Dax-Jahren und die detaillierten Auswertungen können Sie im Kaufhaus der Weltwirtschaft erwerben: kaufhaus.handelsblatt.com

Von

som

Kommentare (3)

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esboern

13.12.2013, 09:24 Uhr

Ackermann war auch schon Manager des Jahres, wobei man jetzt sieht, was für eine Einstellung er zu Recht und Gesetz hat.

Ich_gratuliere

13.12.2013, 11:21 Uhr

Die Wahl von Herrn Hopp finde ich voll gerechtfertigt. Er versuchte immer fuer die Angestellten da zu sein, wenn die auch - nichts Ungewoehliches fuer Menschen - versucht haben, dies auszunutzen. Der wichtigste Satz, den er zu mir sagte - ich versuche immer Leute einzustellen, die besser sind als ich. Aber egal wie, letztlich war er der Beste.

Account gelöscht!

13.12.2013, 14:00 Uhr

Wenn es jemand verdient hat, dann Dietmar Hopp ! Er ist einer der ganz,ganz Großen und dabei immer super fair geblieben, kein bischen Dünkel oder Überheblichkeit. Er hat die SAP-Kultur wesentlich geprägt. Einfach Super !

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