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27.01.2014

13:55 Uhr

Handelsstreit

Keine neuen Zölle für chinesische Solarglasfirmen

Brüssel lässt ab: Chinesische Solarglas-Firmen müssen keine weiteren Strafzölle bezahlen – zumindest vorerst. Mit dem Disput um milliardenschwere Solarpaneele aus China hat dieser Fall jedoch nichts zu tun.

Ein Arbeiter inspiziert Solarpaneelen in Dunhuang, China: Solarglas ist ein Spezialprodukt zur Herstellung von Solarpaneelen. Reuters

Ein Arbeiter inspiziert Solarpaneelen in Dunhuang, China: Solarglas ist ein Spezialprodukt zur Herstellung von Solarpaneelen.

BrüsselIm Handelsstreit mit China verzichtet die EU-Kommission vorerst auf weitere Strafzölle gegen chinesische Solarglas-Hersteller. Sanktionen wegen möglicher unlauterer Staatssubventionen seien derzeit nicht nötig, teilte die Brüsseler Behörde am Montag mit. Europas Solarfirmen seien bereits durch bestehende Anti-Dumping-Zölle vor unfairer Konkurrenz geschützt.

Solarglas ist ein Spezialprodukt zur Herstellung von Solarpaneelen. Der Marktwert der Importe ist vergleichsweise gering: Die EU-Kommission beziffert ihn auf 170 Millionen Euro pro Jahr. Der aktuelle Fall hat mit dem weitaus gewichtigeren Disput um milliardenschwere Solarpaneele aus China nichts zu tun.

Für Solarglas-Importe aus China gelten derzeit vorläufige Strafzölle zwischen 17,1 und 42,1 Prozent, um Preisdumping zu verhindern. Diese „sollten ausreichen, um unsere Solarglas-Industrie (...) zu schützen, während wir die Ergebnisse der Anti-Subventions-Untersuchung weiter prüfen“, erklärte der Sprecher von EU-Handelskommissar Karel De Gucht.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Eine endgültige Entscheidung muss nach Angaben der Kommission aber erst bis Ende Mai fallen. Dann könnten die EU-Staaten die vorläufigen Anti-Dumping-Zölle verlängern und auch Anti-Subventions-Zölle beschließen. Brüssel nimmt die Solarglas-Einfuhren unter die Lupe, weil sich der europäische Branchenverband EU ProSun Glass beschwert hatte.

China und die EU liegen in vielen Handelsfragen über Kreuz. Aufsehen erregte der Streit um chinesische Solarpaneele im vergangenen Jahr: Nach monatelangen Auseinandersetzungen beschloss die EU Strafzölle für Unternehmen, die ihre Paneele zu unzulässig niedrigen Preisen anbieten (Dumping) und für Unternehmen, die von staatlichen Subventionen profitieren. Die chinesischen Einfuhren haben laut EU-Kommission einen Marktwert von rund 20 Milliarden Euro pro Jahr.

Firmen, die ihre Produkte oberhalb bestimmter Mindestpreise anbieten und sich an Mengen-Vereinbarungen halten, bleiben von den Strafzöllen ausgenommen.

Von

dpa

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