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11.01.2007

07:04 Uhr

Hans Heinrich Driftman

Herr der Flocken

VonGregory Lipinski

Links hängt die Flagge von Venezuela, rechts die Fahne von Schleswig-Holstein – dazwischen sitzt Hans Heinrich Driftmann an seinem Schreibtisch. Sein lichtes graues Haar hat er ordentlich gekämmt, die dunkelblaue Krawatte sitzt perfekt, der dunkle Doppelreiher mit Goldknöpfen ist sorgsam zugeknöpft.

Köllnflocken-Chef Hans Heinrich Driftmann - hier 2004 bei einer Werksbesichtigung mit der damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin Heide Simonis. Foto: dpa dpa

Köllnflocken-Chef Hans Heinrich Driftmann - hier 2004 bei einer Werksbesichtigung mit der damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin Heide Simonis. Foto: dpa

ELSMHORN. Der 58-Jährige weiß, wie man sich in der Öffentlichkeit bewegt. Er ist Chef der Kieler Industrie- und Handelskammer, Honorarkonsul von Venezuela und Präsident des norddeutschen Unternehmenverbands. In dieser Funktion sorgt er immer wieder für Schlagzeilen, auch durch Attacken gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel in seiner Funktion als Verbandschef. Jüngst warf er der CDU-Politikerin vor, dass ihr der Mut zu Reformen fehle: „Kosmetische Korrekturen reichen nicht mehr aus“, kritisiert er.

Kaum bemerkt in der Öffentlichkeit wird hingegen sein eigentlicher Job: Er ist Chef der traditionsreichen Elmshorner Gebäckwaren- und Flockendynastie Peter Kölln. Bekannt ist der Familienbetrieb durch seine cholesterinarmen Haferflocken in ihrer auffälligen Verpackung. Sie erinnert an das Rautenmuster der bayerischen Flagge – die Karos sind allerdings hell- und dunkelblau gefärbt.





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Die mittelständisch geprägten Kölln-Werke sind nach dem Cornflakes-Hersteller Kellogg’s der zweitgrößte Produzent von Haferflocken und Musliriegeln in Deutschland. Während Kellogg’s kräftig wächst, ist auch Driftmann seit einigen Jahren in Käuferlaune. Denn damit verfolgt er gleich mehrere Ziele. Er will nicht nur Umsatz und Ertrag steigern, er schielt auch darauf, deutlich die Exportquote von 25 auf 50 Prozent zu erhöhen.

Dafür beschreitet er im September 2004 neue Wege. Er übernimmt vom niederländischen Unilever die bekannten Fett- und Speiseölmarken Biskin, Livio und Palmin. Grund: „Wir sind als Mittelständler vor allem an werthaltigen nationalen Marken interessiert, die großes Potenzial haben.“ Driftmanns Übernahmehunger ist noch nicht gestillt: „Wir wollen weiter zukaufen und verfügen über ausreichend Kapital“, sagt der stemmige, leicht pausbackig wirkende Firmenchef. Dabei schielt er auch auf größere Zukäufe. „Ich habe bereits ein Unternehmen im Visier, das wir übernehmen würden“, sagt der Manager. Wen? Verrät er nicht.

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