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05.03.2004

07:42 Uhr

Hans Peter Ring steuert die Finanzen der EADS durch die Branchenkrise

Der Rechner vom Steigerwald

VonMartin W. Buchenau (Handelsblatt)

Hans Peter Ring lächelt immer etwas verlegen, wenn es um seinen Geburtsort geht, „Abstgreuth kennt niemand“. Der kleine Ort mit seinen paar schlichten Häusern im Steigerwald und zwei Kilometern Weg zur nächsten Schule schien kein idealer Startpunkt für eine internationale Karriere. Doch Ring ist weit gekommen.

MÜNCHEN. Der mittelgroße Manager mit krausem Haar ist Finanzchef des größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Am Montag wird er zum zweiten Mal in Paris die Bilanz der 30-Milliarden-Euro-Company präsentieren, die vor fast vier Jahren aus der Fusion der französischen Aerospatiale, der deutschen Dasa und der spanischen Casa entstand.

Ring hat dem Heimatdorf zwischen Nürnberg und Würzburg viel zu verdanken oder, besser gesagt, dem Dorfschullehrer im Nachbarort Altershausen. Acht Klassenstufen gleichzeitig wurden damals, Ende der 50er-Jahre, in einem Raum unterrichtet. Der „Herr Lehrer“ erkannte Rings Talent, gab ihm kostenlos Unterricht, als es um die Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium ging. „Solche Idealisten gibt es heute kaum noch“, sagt der 53-Jährige.

Ring schaffte den Sprung. Für den Jungen bedeutete das gleichzeitig Internat und Abschied von zu Hause. „Es hat mir nicht viel ausgemacht. Ich wollte lernen“, sagt Ring. Allzu viele Sentimentalitäten seien nicht sein Ding, fügt er hinzu.

Weggefährten bescheinigen dem Finanzchef Fleiß, Zielstrebigkeit und Offenheit, verbunden mit dem Selbstbewusstsein, durch Leistung den Job verdient zu haben. Als der weltläufige Vorgänger Axel Arendt im Oktober 2002 überraschend zu Rolls-Royce wechselte, sah Ring seine Zeit gekommen. Schließlich war er unter Arendt Chef-Controller und arbeitete damit das aus, was der Finanzchef vortrug. Auch das halbe Jahr zwischen Unternehmensgründung und Börsengang mit „einigen schlaflosen Nächten“ hat Ring noch gut in Erinnerung.

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