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18.04.2012

16:27 Uhr

Hans Rudolf Wöhrl

Der Holzfäller der Luftfahrt

VonRüdiger Kiani-Kreß
Quelle:WirtschaftsWoche Online

„Mit der Fliegerei verdient man kein Geld, sondern nur an der Fliegerei“, sagt Hans Rudolf Wöhrl. Der Unternehmer hat Millionen an der Luftfahrt verdient. Jetzt hat er ein Auge auf den Ferienflieger Condor geworfen.

Investor Hans Rudolf Wöhrl begeistert sich für die Fliegerei. ap

Investor Hans Rudolf Wöhrl begeistert sich für die Fliegerei.

DüsseldorfWer Manager einer Fluglinie fragt, warum ihre Branche so wenig Geld verdient, bekommt oft einen alten Kalauer zu hören. „Wie macht man ein kleines Vermögen? – Man nimmt ein großes und investiert es in eine Fluglinie.“ So hat angeblich der britische Milliardär Richard Branson sein Engagement bei seiner Fluglinie Virgin Atlantic kommentiert.

Über den betagten Scherz kann Hans Rudolf Wöhrl nur schmunzeln. Denn der fränkische Multiunternehmer beweist, dass es auch andersherum geht. Mit einem ganz eigenen Managementstil und einem fast einmaligen Verkaufstalent ist es ihm gelungen, mit Fluglinien sein kleines Vermögen ordentlich zu vergrößern. Mehr als 100 Millionen Euro, schätzen Branchenkenner, hat der 64-Jährige in den vergangenen 38 Jahren auf diese Weise verdient.

Im Moment zeigt er Interesse am Ferienflieger Condor, einer Tochter des Reisekonzerns Thomas Cook.. „Wenn das Thema akut wird, stehen wir zur Verfügung“, sagte Wöhrl in einem vorab veröffentlichten Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Gespräche habe es aber noch nicht gegeben. Wöhrl rechnet damit, dass Thomas Cook „mehr als 300 Millionen Euro fordern wird, da Condor hohe liquide Mittel hat.“ Wie viel er zu zahlen bereit wäre, lässt Wöhrl offen. „Was man wirklich zahlen kann, lässt sich erst nach einer genauen Analyse sagen.“

Wöhrl ist kein unbedachter Käufer. Mitte Februar übernahm er die am Bodensee beheimatete Regionallinie Intersky mit drei Flugzeugen. Es ist Wöhrls zehntes Fluginvestment. Und alle fragen, macht er es wieder wie in den meisten Fällen früher: ankaufen, ansanieren, abstoßen.

Jedenfalls liegt darin eines der Erfolgsgeheimnisse des begehrten Talkshow-Gastes. Begonnen hat „das tapfere Schneiderlein“, wie sich der Erbe und zeitweilige Chef der bayrischen Textilhandelskette Wöhrl selbstironisch nennt, 1974. Er gründete die Regionalairline Nürnberger Flugdienst (NFD) und verkaufte sie 1992 an den Zementunternehmer Albrecht Knauf für laut Insidern mehrere Millionen Euro Gewinn.

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