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24.06.2014

09:20 Uhr

Hapag-Lloyd-Chef

Behrendt geht nach stürmischer Reise von Bord

Nach zwölf Jahren verabschiedet sich Michael Behrendt als Chef der Containerreederei Hapag-Lloyd. Hamburg hat dem Manager in puncto Schifffahrt viel zu verdanken – er wollte nicht der Letzte sein, der das Licht ausmacht.

Der Vorstandsvorsitzende Michael Behrendt von Hapag-Lloyd verlässt die Reederei nach zwölf Jahren. dpa

Der Vorstandsvorsitzende Michael Behrendt von Hapag-Lloyd verlässt die Reederei nach zwölf Jahren.

HamburgAm Mittwoch (25.6.) hat Michael Behrendt seinen letzten großen Auftritt als Vorstandsvorsitzender der Containerreederei Hapag-Lloyd. Wenige Tage nach seinem 63. Geburtstag werden zu seinem Abschiedsempfang in der Konzernzentrale an der Binnenalster alle kommen, die in Hamburg Rang und Namen haben. Aus Wirtschaft, Politik und Kultur, um Anerkennung und Dank auszusprechen. Denn ohne Behrendt gäbe es den Konzern in Hamburg vermutlich nicht mehr. Und der Hafen, der gesamte maritime Standort, stünde um einiges schlechter da.

Der Jurist übernahm Anfang 2002 den Chefsessel bei Hapag-Lloyd, als die Schifffahrt noch mit üppigen Gewinnen und hohen Wachstumsraten verwöhnt war. Zuvor hatte er eine Karriere unter den Fittichen von Michael Frenzel gemacht, dem damaligen Chef des Preussag-Konzerns. Preussag hatte bei der Reederei das Sagen – nicht aus Interesse an der Containerschifffahrt, sondern wegen einer Tui-Beteiligung von Hapag-Lloyd und anderer touristischer Aktiva. Nachdem diese Bestandteile von Hapag-Lloyd zur Preussag gewandert waren und diese sich in Tui umbenannt hatte, wollte Frenzel die Containerschifffahrt gern wieder loswerden. Die Tui sollte ein Tourismuskonzern sein.

Die größten Reedereien der Welt

Platz 10

OOCL – 104 Schiffe

Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung unter dem Namen „Orient Overseas Line“ gegründet. Noch im selben Jahr begann Tung regelmäßiger Routen nach Nordamerika und Europa zu etablieren. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. 1969 wurde das Unternehmen zur „Orient Overseas Container Line“ und transportierte als erste asiatische Reederei regelmäßig Containerfracht über den Pazifik. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Quelle: Alphaliner, Stand 06. Januar 2016

Platz 9

CSCL - 124 Schiffe

Die China Shipping Container Lines (CSCL) gehören zu den jüngsten Reedereien der Containerschifffahrt und gehört zur China Shipping Group. Seit 1997 expandiert die chinesische Reederei massiv – und steuert alleine in China über 40 Häfen an.

Platz 8

Hamburg Süd – 134 Schiffe

Es ist ein Unternehmen mit Tradition: Hamburg Süd ging 1871 aus dem Zusammenschluss von elf Hamburger Handelsgesellschaften hervor. Heute gehört die Reederei zum Oetker-Konzern. Im März 2015 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI.

Platz 7

PIL – 147 Schiffe

Mit der Küstenschifffahrt und kleinen Liniendiensten von Singapur in die Häfen Südostasiens begann 1967 die Erfolgsgeschichte der Pacific International Lines. In den folgenden Jahrzehnten dehnte die Reederei ihr Containerliniennetz von Asien nach Europa und schließlich in die ganze Welt aus. Bis heute ist PIL ein Familienunternehmen.

Platz 6

Cosco - 169 Schiffe

Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut.

Platz 5

Hapag-Lloyd - 172 Schiffe

Hapag-Lloyd ging 1970 aus der Fusion von Hapag und Norddeutschem Lloyd hervor. 2014 übernahm der Konzern den chilenischen Konkurrenten CSAV, um im Wettbewerb der Großen mithalten zu können. Muttergesellschaft ist der Tui-Konzern.

Platz 4

Evergreen - 192 Schiffe

Anders als der Name vermuten lässt, kommt die Reederei Evergreen aus China, genauer: aus Taipeh. Zum Konzern gehören die Uniglory Marine aus Taiwan, die Evergreen Marine UK (vorher: Hatsu Marine) aus Großbritannien und die Lloyd Triestino (einst Österreichischer Lloyd, seit 2006 Italia Marittima). Darüber hinaus hält die Reederei Beteiligungen an der Fluggesellschaft Eva Air und an der Hotelkette Evergreen Laurel.

Platz 3

CMA CGM - 461 Schiffe

Aus Compagnie Générale Maritime (CGM) und der Compagnie Maritime d'Affrètement (CMA) entstand 1999 die größte Reederei Frankreichs, die auch weltweit in der Top drei landet. Mit der CMA CGM Marco Polo betreibt das Unternehmen eines der größten Containerschiffe der Welt, an Bord ist Platz für über 16.000 Container.

Platz 2

MSC - 487 Schiffe

Eine der größten Reedereien der Welt kommt ausgerechnet aus der Schweiz. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf wuchs jahrelang rasant durch den Kauf gebrauchter Containerschiffe, bestellt mittlerweile aber auch neue Schiffe. Wichtigster Umschlagplatz ist der Hafen in Antwerpen, weltweit steuert die Reederei 270 Häfen an.

Platz 1

APM-Maersk - 585 Schiffe

Das größte Containerimperium der Welt wird von Kopenhagen aus gesteuert. Seit 1904 sind die Dänen im Frachtgeschäft tätig und unterhalten mittlerweile Niederlassungen in 135 Ländern. Neben der Containerschifffahrt gehört auch die Öl- und Gasförderung zum Geschäft von Maersk.

In dieser Situation gelang es Behrendt 2005, von der Muttergesellschaft 1,7 Milliarden Euro loszueisen, um die kanadische Reederei CP Ships zu kaufen. Damit katapultierte sich Hapag-Lloyd von Platz 13 oder 14 in der Rangliste der Containerreedereien auf Platz fünf. Damals stand die Branche, anders als heute, noch nicht unter Konsolidierungsdruck.

Die Übernahme brachte Hapag-Lloyd einen wichtigen Schritt voran. „Ob sie 100, 200 oder 250 Schiffe haben – das können Sie annähernd mit derselben Organisation abwickeln“, sagte er vor kurzem der „Welt am Sonntag“. „Deswegen ist heute Größe mehr denn je ein wichtiges Kriterium in der Schifffahrt.“

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