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08.05.2012

07:04 Uhr

Hartmut Esslinger

„Deutscher Werbung fehlen die Emotionen“

VonCatrin Bialek

Design aus Deutschland ist immer noch Spitzenklasse. Der Werbung aber fehlen Emotionen und konstruktive Provokation. Der Juryvorsitzende des ADC-Werbefestivals über gute Ideen, viel Disziplin, und ein bisschen Glück.

Hartmut Esslinger, Juriyvositzender des ADC Festivals. Pressebild

Hartmut Esslinger, Juriyvositzender des ADC Festivals.

Herr Esslinger, Sie sind Juryvorsitzender des bedeutendsten deutschen Werbefestivals, des ADC-Wettbewerbs. Mit welcher Erwartung kommen Sie diese Woche nach Frankfurt?

Als Designer bin ich für diesen Posten ja eine etwas exotische Wahl - immerhin ein bisschen kreativ. Aber obwohl ich kein Werber bin, freue ich mich auf eine Reihe inspirierender Arbeiten aus der Werbebranche.

In Deutschland gibt es eine Diskussion darüber, ob Arbeiten, die nicht auf einem echten Kundenauftrag basieren, bei Kreativwettbewerben eingereicht werden dürfen. Was meinen Sie?

Ich bin nicht so arrogant zu behaupten, ich bräuchte keine Preise. Solche Goldideen, wie sie in der Werbebranche gerne genannt werden, sind Denkanstöße. Preise wie beispielsweise die Nägel des ADC sind eine Belohnung für die Kreativen. Außerdem darf man nicht vergessen: Die besten Ideen sind oft die, die niemals an die Öffentlichkeit gelangen. Das, was letztendlich auf den Markt kommt, ist oft sehr konservativ.

Sie leben viel im Ausland, sehen internationale Werbung. Was missfällt Ihnen an deutscher Werbung?

Deutsche Werbung ist einfach zu sachlich. Deutsche Print-Werbung ist - im Gegensatz zur amerikanischen Werbung - zwar grafisch gut, aber die Emotionen fehlen. Außerdem vermisse ich die konstruktive Provokation in der deutschen Werbung. Die ist schließlich nötig, damit die Menschen umdenken und die Dinge auch mal anders angehen.


Im vergangenen Jahr lobte US-Agenturchef Chuck Porter, der die ADC-Jury damals leitete, das deutsche Design. Allerdings hat es lange keinen echten Designhit mehr aus Deutschland gegeben?

Das stimmt aber nicht. Natürlich ist deutsches Design noch immer herausragend. Schauen Sie nur mal auf das Design deutscher Autos. Das ist doch wirklich Weltklasse.


Also keine Wehmut, dass früher alles besser war?

Ach was. Ich finde, es war noch nie so toll wie heute, ein Designer zu sein. Ich beneide die jungen Studenten. Die können in eine ganz andere Zeit hineinarbeiten.

Kommentare (4)

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08.05.2012, 09:11 Uhr

In den GEZ-TV-Sendern treten vermehrt die Fussballer als Werbeträger auf - natürlich als Vorbild der Deutschen für Weltoffenheit und Toleranz.

Männer werden immer weiter verdrängt als Werbeträger, dort gibt es wohl schon lange eine überbordende Frauenquote und natürlich recycled Promies treten in dne Spots auf. Gruselig - wegschalten - primitiv und abstossend.

Das Männer-Bashing und Männer-Ausgrenzen ist in der Werbebranche auch politisch verordnet worden.

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08.05.2012, 10:01 Uhr

So sehe ich es auch an. Männer sind die Doofen, die Dummen, die Inkompetenten. Sie sind in Werbungen Frauendiener, was natürlich die Feministen (sowohl Frauen als auch Männer) froh macht.

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08.05.2012, 10:28 Uhr

Schlechte,dumme Werbung fällt auf das Produkt zurück.

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