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10.01.2005

08:15 Uhr

Haruhiko Kuroda leitet künftig die asiatische Entwicklungsbank ADB

Koizumis bester Mann

VonKlaus Engelen (Handelsblatt)

Es ist ein Wechsel in stürmischen Zeiten: Ausgerechnet jetzt, im Moment einer Mammutaufgabe, wechselt der Chef der Asiatischen Entwicklungsbank.

BERLIN. Am 1. Februar übernimmt Haruhiko Kuroda von Tadao Chino das Präsidentenamt. Seit der Gründung im Jahre 1966 stellt Japan den Präsidenten der mit Hauptsitz in Manila, Philippinen, tätigen ADB.

Wer sich seit den Finanzturbulenzen Ende der 90er über Japans Positionierung auf dem Felde der internationalen Wirtschaftspolitik informieren wollte, kam an Kuroda nicht vorbei. Als Generaldirektor für Internationales (1997 - 99), als Vize-Finanzminister (1999 - 2003) und seit März 2003 als Wirtschaftsberater von Japans Regierungschef Junichiro Koizumi, machte sich der Oxford-Absolvent einen Namen. Anders als viele seiner Vorgänger war er auch um Aufklärung und Transparenz bemüht.

Indem Japans Regierungschef seinen vertrauten Berater und ausgewiesenen Regionalstrategen an die Spitze der „Bank der Asiaten“ platziert, sendet Tokio ein deutliches Signal: Japan möchte in den kommenden Jahren stärker als bisher seine traditionelle Führungsposition in der ADB in Asien dazu nutzen, um gegenüber den aufstrebenden Wirtschaftsmächten wie China und Indien Gegengewichte zu schaffen. Immerhin zählt Kuroda zu den Architekten der Miyazawa-Initiative, mit der Japan nach der Finanzkrise von 1997 Asiens Entwicklungs-und Schwellenländern Liquiditätshilfen gewährte. Auch die Chiang-Mai-Initiative für Devisen- Swaps zur Verhinderung neuer Finanzkrisen ist mit dem Namen Kuroda verbunden.

Seine Führungsrolle bei großen japanischen Projekten zur Förderung der regionalen Integration lässt erwarten, dass sich die ADB künftig mit Kuroda an der Spitze häufiger und pointierter zu Wort melden wird.

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