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24.05.2013

20:31 Uhr

Hedgefonds-Manager Paul Tudor Jones

US-Milliardär empört mit Chauvinismus

Hat eine Frau erst einmal eine Geburt hinter sich, ist sie für den stressigen Beruf an der Börse nicht mehr zu gebrauchen. Mit dieser Aussage erhält US-Milliardär Paul Tudor Jones an der Wall Street harten Gegenwind.

Trotz modernster Technik scheint mancher Börsianer nicht in der Gegenwart zu leben. ap

Trotz modernster Technik scheint mancher Börsianer nicht in der Gegenwart zu leben.

New YorkDer milliardenschwere Hedgefonds-Manager Paul Tudor Jones hat sich mit einer Bemerkung über Frauen an der Wall Street kräftig in die Nesseln gesetzt. Bei einer Diskussionsrunde der Universität von Virginia gab er seine Ansicht zum Besten, warum es mehr Männer im Börsenhandel gebe. Frauen, so seine These, seien mit der Geburt eines Kindes für dieses nervenaufreibende Geschäft einfach nicht mehr zu gebrauchen.

„Sobald die Lippen des Babys die Brust der Frau berühren, kannst Du es vergessen“, erklärte er. „Jede einzelne Investmentidee, jeder Wunsch zu verstehen, warum dieses oder jenes hoch oder runter geht, wird von der schönsten Erfahrung überlagert, die ein Mann niemals teilen kann - von der Verbindung zwischen der Mutter und ihrem Baby.“ Er habe das „immer und immer wieder“ erlebt. „Man gibt dann einen Scheißdreck drauf, was der Dollar oder der Yen machen.“

Tudor Jones reagierte damit auf die Anmerkung des Moderators der Diskussionsrunde, es säßen nur „reiche, weiße, mittelalte Männer“ auf der Bühne. „Er hat eine ehrliche Antwort gegeben“, pflichtete ihm ein anderer Teilnehmer bei. Die Veranstaltung fand bereits im April statt. Sie sorgte aber erst jetzt für Aufsehen, nachdem die „Washington Post“ am Donnerstag ein Video davon online stellte.

Länder mit den meisten Frauen in Führungsetagen

Portugal

Das Schlusslicht ist Portugal. Hier gibt es nur 4,7 Prozent Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten. Der Anteil bei Neubesetzungen liegt bei 22,2 Prozent.

Österreich

Eine ganz niedrige Frauenquote hat Österreich: 8 Prozent. Der Frauenanteil bei Neubesetzungen beträgt 12,5 Prozent.

Spanien

11,8 Prozent beträgt der Frauenanteil in Spanischen Top-Etagen. Bei Neubesetzungen wurden in 22,7 Prozent Frauen berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)

Deutschland

Deutschland befindet sich schon in der unteren Hälfte der Tabelle. Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten: 12,8 Prozent. Frauenanteil bei Neubesetzungen: 40,7 Prozent. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)

Europa gesamt

Insgesamt beträgt der Frauenanteil in Europa 15,6 Prozent in Vorständen und Aufsichtsräten. Der Frauenanteil bei Neubesetzungen liegt bei 30,8 Prozent. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)

Dänemark

In Dänemark liegt der Frauenanteil bei 17 Prozent unter den Vorständen und Aufsichtsräten. Dafür geben die Skandinavier bei Neueinstellungen Gas: Hier wurden in 50 Prozent Frauen eingestellt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)

Großbritanien

In England arbeiten 18,2 Prozent Frauen als Vorstand und Aufsichtsrat. Bei Neubesetzungen liegt der Frauenanteil bei 31,6 Prozent. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)

Frankreich

In den Führungsetagen der Franzosen liegt der Anteil der Frauen bei 20,5 Prozent. Bei Neubesetzungen (von Mai 2011 bis Mai 2012) wurden Frauen zu 52,7 Prozent berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)

Finnland

Bei den Finnen beträgt der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten 27,1 Prozent. Bei Neubesetzungen (von Mai 2011 bis Mai 2012) wurden Frauen zu 23,1 Prozent berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ).

Norwegen

Der Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten beträgt in Norwegen 36,4 Prozent. Bei Neubesetzungen (von Mai 2011 bis Mai 2012) wurden Frauen zu 21,4 Prozent berücksichtigt. (Quelle: Egon Zehnder & FAZ)

Sie fühle sich an die 1950er Jahre erinnert, sagte Alexandra Lebenthal, Chefin der Investmentfirma Lebenthal & Company, auf dem Sender MSNBC. Stephanie Ruhle, Moderatorin bei Bloomberg TV und ehemalige Investmentbankerin, twitterte: „Ich bin so enttäuscht von den Äußerungen von Paul Tudor Jones über Frauen, aber ich bin zu beschäftigt mit dem Stricken von Babyschühchen, als dass ich meine Gedanken dazu äußern könnte.“

Tudor Jones genießt eigentlich den Ruf des Wohltäters. Vom Magazin „Forbes“ wird sein Vermögen auf 3,6 Milliarden Dollar geschätzt (2,8 Mrd Euro). In einem Brief an US-Medien relativierte er seine Äußerung: Er habe aus dem Stegreif gesprochen und nur den Handel mit Wertpapieren auf Basis gesamtwirtschaftlicher Daten gemeint. „Ereignisse wie Geburt, Scheidung, der Tod eines geliebten Menschen oder andere emotionale Hochs und Tiefs behindern den Erfolg in diesem speziellen Feld.“

Von

dpa

Kommentare (10)

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24.05.2013, 22:00 Uhr

Recht hat er !

Als AG würde ich schlicht und einfach keine Frauen mit Kindern einstellen. Das erspart Ärger, Geld, vergiftet nicht die Büroatmosphäre und ist somit besser für die Produktivität.

Eine schöne Frau sollte sich sowieso nur von einem reichen Investmentbanker oder Profikicker schwängern lassen der auch ihren Lebensstandard finanziert anstatt ihre kostbare Zeit mit Arbeit zu verschwenden. So einfach ist das !

Account gelöscht!

24.05.2013, 22:09 Uhr

Als leitender Beamter sehe ich es ebenso. Frauen mit Kinder machen nur Probleme, andere müssen die Arbeit letztlich mitmachen. Die Qualität des öffentlichen Dienstes in der BRD ist so miserabel, weil aus politischen Gründen Frauen mit Kindern dort gefördert werden. Der Arbeitsoutput dieser Frauen ist miserabel, die Fehlzeiten extrem, die Einstellung zur Arbeit an sich ist ein Kündigungsgrund.

Account gelöscht!

24.05.2013, 22:10 Uhr

Ach ja, und die nicht schönen Frauen, sollten sowieso keine Kinder bekommen dürfen. Punkt aus !

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