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14.01.2011

09:03 Uhr

Heinrich von Pierer

„Eine Abrechnung wäre unter meinem Niveau“

VonRegina Krieger

Die Korruptionsaffäre bei Siemens hat Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich von Pierer den Job gekostet, nach 38 Jahren ist er 2007 gegangen. Von seiner Autobiographie erwarten sich viele, dass von Pierer seine Rolle dabei schildert. Doch der einstige Siemens-Manager hat eigene Vorstellungen davon, was er von seinem Leben preisgeben will.

Heinrich von Pierer: Der ehemalige Siemens-Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens erzählt sein Leben - aber nur in Teilen. ap

Heinrich von Pierer: Der ehemalige Siemens-Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens erzählt sein Leben - aber nur in Teilen.

DÜSSELDORF. Bis zum 25. April 2007 war er der mächtigste Mann bei Siemens, dann trat er von seinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzender zurück, „im Interesse von Firma und Mitarbeitern“, wie er sagte.

Zu seinem 70. Geburtstag am 26. Januar hat Heinrich von Pierer sein Leben aufgeschrieben, das Buch erscheint am kommenden Dienstag. Der Econ-Verlag in Berlin schreibt: „Ob Wiedervereinigung oder Kernkraftdebatte, Aufstieg Asiens oder Irankonflikt, Dotcom-Blase oder Klimawandel – neben der Wirtschaft ging es immer auch um Politik: Die Kanzler Kohl, Schröder und Merkel suchten Pierers Rat, mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Peng diskutierte er über Menschenrechte, und als einziger Unternehmer trat er vor dem UN-Sicherheitsrat in New York auf.“

Doch wirklich interessiert die Leser seine Schilderung der Korruptionsaffäre bei Siemens, die ihn den Job kostete. Am Montag, bei der Buchvorstellung in Berlin, wird er sicher danach gefragt werden. In einem Interview des „Tagesspiegels“, das heute erscheint, gibt er den Ton vor: „Ich will keine Abrechnung“, erklärt er. „Ich hatte 38 tolle Jahre bei Siemens. Eine Abrechnung, das wäre unter meinem Niveau.“

Bibliographie

Heinrich von Pierer:
Gipfel-Stürme. Die Autobiographie


Econ, Berlin 2010
352 Seiten, 24,99 Euro
Das Buch erscheint am 18. Januar 2011.

Das Buch finden Sie im Handelsblatt-Shop.

Kommentare (1)

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Rüdiger Kalupner

15.01.2011, 01:01 Uhr

Über die fast-geheime Macht-Nr.1 in Deutschland /) 2%Wachstmszwang-Regime der Hightech-Kapitalstockmaximierer und deren jahrzehntelange Geschäftsführung durch eine S.iemens-i.GMetall-Vorstands-Union sowie über die Machtübernahme dieser Si-Union in Erlangen in den Jahren ab Januar 1986 - und ihre Gründe - wird wahrscheinlich nichts in Pierers 'Gipfel-Stürme'zu lesen sein. Aber auch dieser Teil der deutschen Sozial- und Tarifpolitik-Geschichte wird öffentlich werden - wie die AUb-Gründungs- und die Korruptions-Geschichten.

Zeitzeugen und beweise gibt es in Erlangen und außerhalb genug.

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