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31.01.2011

14:46 Uhr

Heinz Jörg Fuhrmann

Generationenwechsel in der Stahlbranche

VonMartin Murphy

Erst kürzlich hat der Chefsessel bei Thyssen-Krupp den Besitzer gewechselt, jetzt steht der nächste große Umbruch an der Spitze der deutschen Stahlindustrie an. Heinz Jörg Fuhrmann übernimmt den Posten von Salzgitter-Chef Wolfgang Leese. Der neue Mann hat genug finanziellen Spielraum um Salzgitter weniger abhängig vom volatilen Stahlgeschäft zu machen.

Heinz Jörg Fuhrmann: Der neue Salzgitter-Chef (rechts) tritt das Erbe von Wolfgang Leese (links) an. DAPD

Heinz Jörg Fuhrmann: Der neue Salzgitter-Chef (rechts) tritt das Erbe von Wolfgang Leese (links) an.

FRANKFURT. Wolfgang Leese ist keiner der Manager, die mit großen Worten auf sich aufmerksam machen. Wenn also heute die Führungskräfte des Industriekonzerns Salzgitter zusammenkommen, dann wird zunächst gearbeitet. Erst am Nachmittag steht der Tagungspunkt an, für den die Mitarbeiter angereist sind. Nach elf Jahren an der Spitze des zweitgrößten deutschen Stahlherstellers wird Leese in den Ruhestand verabschiedet. Mit dem Wechsel an der Salzgitter-Spitze wird der Generationswechsel in der deutschen Stahlindustrie perfekt. Erst vor wenigen Tagen hat Heinrich Hiesinger bei Thyssen-Krupp den langjährigen Chef Ekkehard Schulz beerbt.

Die Startbedingungen von Leeses Nachfolger Heinz Jörg Fuhrmann sind aber ungleich besser als die von Hiesinger. Salzgitter wurde zwar auch von der Krise getroffen, ist aber schuldenfrei. Fuhrmann, bislang Finanzvorstand bei den Niedersachsen, hat also Spielraum, um das Geschäft von Salzgitter durch Zukäufe auszuweiten. Beobachter halten dies für möglich, denn darüber könnte Salzgitter sich vom volatilen Stahlgeschäft unabhängiger machen. Dass der studierte Stahlexperte Fuhrmann gleich durchstarten kann, verdankt er seinem Vorgänger.

Fast schon im Stillen hat der 65-jährige Saarländer die Salzgitter AG zu einem breit aufgestellten Konzern entwickelt: Zum einstigen Hüttenbetrieb kaufte Wolfgang Leese zur Jahrtausendwende erst die Mannesmann-Röhrenwerke und vor drei Jahren den Maschinenbauer Klöckner-Werke hinzu. Zudem hält Salzgitter am Kupferkonzern Aurubis 25,3 Prozent. Bei seinen Akquisitionen hatte Wolfgang Leese stets ein glückliches Händchen, was von der Börse goutiert wurde. Unter seiner Führung hat sich der Aktienkurs versiebenfacht.

Auf das Altenteil zurückziehen will sich Leese aber nicht. "Ich werde mein Know-how bezüglich allgemeiner Unternehmensführung und meine speziellen Branchenkenntnisse in gewissem Umfang nutzen wollen. Es gibt Anfragen, die ich im Moment analysiere", sagt er. Im Aufsichtsrat von Aurubis und MAN-Nutzfahrzeuge wird er bleiben. Ins Aufsichtsgremium von Salzgitter will er nicht.

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