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21.05.2011

09:55 Uhr

Henkels Pril

Facebook-Aktion geht nach hinten los

VonAchim Sawall
Quelle:Golem.de

Henkel hat Probleme mit einem Designwettbewerb für sein Spülmittel Pril. Die Fans der Pril-Facebook-Seite sollten das Erscheinungsbild einer Pril-Flasche kreativ verändern - doch die PR-Nummer ging nach hinten los.

Blick auf das Werk des Konsumgüterherstellers Henkel in Düsseldorf. Die Macht von Social Media wollten die Düsseldorfer nutzen - und legten sich dabei mit Teilen der User an. Quelle: dpa

Blick auf das Werk des Konsumgüterherstellers Henkel in Düsseldorf. Die Macht von Social Media wollten die Düsseldorfer nutzen - und legten sich dabei mit Teilen der User an.

BerlinÜber 50.000 Designvorschläge für die Pril-Etiketten wurden bei dem Facebook-Wettbewerb eingereicht, als Gewinn lockte ein iPad. Über die Nominierungen sollten die Facebook-Nutzer mitentscheiden können. Doch zahlreiche Gagvorschläge und vermeintliche Manipulationen bei der Onlineabstimmung sorgten für Verstimmungen.

Ein Henkel-Sprecher sagte der Basler Zeitung, dass Designs mit "anstößigen, ethisch oder moralisch nicht vertretbaren Inhalten" von der Teilnahme ausgeschlossen werden mussten. Zudem sei "das Voting einiger Designs in unzulässiger Weise beeinflusst" worden. Die unzulässigen Stimmergebnisse seien abgezogen worden, so der Sprecher weiter.

Das Vorgehen erzeugte offenbar großen Unmut unter den Facebook-Nutzern: "Humorloser, inhumaner Riesenkonzern", lauteten die Reaktionen aus der Community. Von "Peinlichkeit, Wahlbetrug, Zensur und Imageschaden" war die Rede. Das Unternehmen versuchte auf seiner Pril-Fanseite mehrfach die Ordnung wiederherzustellen: "Liebe Freunde, bitte bleibt sachlich. Wir haben die finale Bereinigung vor Wochen angekündigt." Und: "Wir können verstehen, dass die Wogen gerade ein wenig hoch kochen und beziehen gerne Stellung."

Eine Henkel-Sprecherin sagte Handelsblatt-Online-Partner Golem.de: "Bei einigen wenigen Designs war das Voting auf unzulässige Weise beeinflusst worden. Welchen Umfang das hatte, kann ich Ihnen nicht sagen." Eine Manipulation der Abstimmungsergebnisse auf einer ordentlich programmierten Facebook-Seite könnte einigen Aufwand erfordern, etwa ständig ein bestimmtes Cookie zu löschen oder wechselnde IPs zu haben.

Gegenwärtig hat die Pril-Fanseite 8.062 Freunde. Um den Streit zu schlichten, kündigte Henkel an, das skurrile Design "PRIIIIIIIIIIIIIIIIIIIL" von Peter, welches auf Rang 3 landete, tatsächlich herzustellen. Die Pril-Flasche mit dem Monstergesicht wurde 194.478-mal angesehen und 8.164-mal darüber abgestimmt. Vor der Änderung wegen Manipulation durch den Henkel-Konzern hatte das Horrordesign noch knapp 26.000 Stimmen erhalten. "'PRIIIIIIIIIIIIIIIIIIIL' wird zwar nicht im Handel erhältlich sein, aber weil so viele Reaktionen von der Onlinecommunity kamen, werden wir die Flasche der Community zukommen lassen", kündigte die Sprecherin Golem.de an.

Ein Travestie-Ulk hatte im November 2010 einen Modelwettbewerb des Onlinehändlers Otto bei Facebook scheitern lassen.

Kommentare (6)

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Gobelinus

21.05.2011, 13:17 Uhr

PRIL - PRAL - PROL

Anonymous

21.05.2011, 13:43 Uhr

das "skurrile" Design hat deswegen so viele Stimmen, weil es auf "Rage Guy" - einem in Internet bekannten Mem basiert.

Anonymous

21.05.2011, 13:45 Uhr

der PRIIIIL Entwurf kam deswegen so gut an, weil er auf Rage Guy basiert, einem bekannten Internet Mem.

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