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31.01.2011

10:54 Uhr

Henning Claassen

Die Geschichte eines Dauergründers

VonSönke Iwersen

Eigentlich wollte er Zahnarzt werden, doch stattdessen gründete Henning Claassen mit 27 eine Firma für Klebstoffanlagen. Als er seine Kunden in Lüneburg nicht mehr standesgemäß unterbringen konnte, baute Claassen sich einfach ein eigenes Hotel. Die Geschichte eines Vollblutunternehmers.

Der Vollblut-Unternehmer Henning Claassen. Pressebild

Der Vollblut-Unternehmer Henning Claassen.

Wenn der Chef mit seinem Notizblock vorbeikommt, sagen seine Mitarbeiter, ist Gefahr im Verzug. Vielleicht will Henning Claassen nur wieder mal verbessern, was eigentlich einwandfrei läuft. Vielleicht ist ihm eine technische Lösung eingefallen, auf die kein Techniker vor ihm je gekommen ist. Und vielleicht wird aus Claassens Idee in ein paar Wochen eine komplett neue Firma. Es wäre nicht das erste Mal.

Gerade hat Claassen Zahlen für seine Impreglon SE vorgelegt. Den Umsatz um 50 Prozent gesteigert, das Vorsteuerergebnis verdreifacht. Impreglon beliefert mit seinen Beschichtungsverfahren Konzerne in aller Welt – Bahlsen vertraut bei der Keksproduktion auf den Mittelständler, fast alle deutschen Autokonzerne sind seine Kunden, und auch der US-Riese Procter & Gamble setzt bei der Windelproduktion auf die Oberflächentechnik der Lüneburger. 55 Millionen Euro Umsatz hat Impreglon 2010 erwirtschaftet, und ein Ebitda von zehn Millionen Euro. Dabei wollte Claassen doch eigentlich Zahnarzt werden.

„Ich hatte in meiner Jugend einen Freund, dessen Vater als Zahnarzt viel Geld verdiente, und das hatte mich sehr beeindruckt", sagt Claassen. Vor Beginn seines Studiums brach er jedoch aus Abenteuerlust zu Verwandten in den USA auf und schipperte mit einem Frachter zwei Wochen lang über den Atlantik. Und dann, weit weg von zu Hause, entdeckte Claassen sein Talent als Techniker.

Um Geld zu verdienen, reparierte Claassen während seines Studiums der Volkswirtschaft und Psychologie nebenbei Büromaschinen. Das dauerte oft furchtbar lange, und um die Sache abzukürzen, entwickelte Claassen ein Werkzeug, mit der er die Arbeit von sechs auf eine Stunde verkürzte. Die Amerikaner waren begeistert. Während der Semesterferien jobbte er als Unternehmensrepräsentant auf Messen in Europa. Die Arbeit gefiel ihm und anstelle in die USA zurück zu kehren wurde er mit 24 Jahren europäischer Generalvertreter eines amerikanischen Klebstoffanlagenherstellers. Nachdem er feststellen musste, dass die Anlagenqualität den Ansprüchen der europäischen Kunden nicht gerecht wurde, gründete er mit 27 Jahren seiner erste eigene Firma für Klebstoffanlagen.

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