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09.11.2015

15:43 Uhr

Henrik Henriksson

Vom Praktikanten zum Scania-Chef

Henrik Henriksson wird ab 1. Januar 2016 neuer Chef der schwedischen VW-Nutzfahrzeug-Tochter Scania. Der frühere Praktikant löst Per Hallberg an der Spitze des Unternehmens ab.

Er wird zum Jahreswechsel neuer Chef bei Scania. dpa

Henrik Henriksson

Er wird zum Jahreswechsel neuer Chef bei Scania.

Wolfsburg/SödertäljeDie schwedische VW-Nutzfahrzeug-Tochter Scania bekommt zum Jahreswechsel einen neuen Chef. Wie Volkswagen am Montag in Wolfsburg mitteilte, soll der Manager Henrik Henriksson am 1. Januar den Vorstandsvorsitz übernehmen. Dies habe der Aufsichtsrat des Lastwagen- und Busherstellers entschieden. Henriksson löst damit Per Hallberg an der Spitze des Unternehmens ab. Dieser werde seine Aufgaben „im Verlauf des Jahres 2016“ dann ganz abgeben.

Henriksson soll auch in die Geschäftsführung der neuen Nutzfahrzeug-Holding von VW aufrücken. Diese war erst vor kurzem gegründet worden, um die Zusammenarbeit zwischen den Marken Scania und MAN sowie den leichten VW-Nutzfahrzeugen voranzutreiben. Hallberg hatte im April übergangsweise die Führung von Scania übernommen, nachdem der vorherige Chef Martin Lundstedt zu Volvo gewechselt war. Henriksson kam 1997 als Management-Praktikant zum Unternehmen, übernahm in der Folge mehrere führende Positionen im Marketing und ist seit 2012 Vertriebsvorstand.

Konzernvorstand Andreas Renschler - vom Konkurrenten Daimler abgeworben und mittlerweile zuständig für das übergreifende VW-Nutzfahrzeug-Geschäft - will mit Hilfe der Dachgesellschaft Kosten sparen und die technische Entwicklung stärker verzahnen. Volkswagen versucht, so auch Boden gegenüber Daimler oder Volvo gutzumachen.

Das sind die größten Lkw-Märkte

Platz 10

Osteuropa - 48.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014*

Die Transportbranche in Osteuropa gilt als großer Hoffnungsträger für die Branche - und ist nach Ansicht der Unternehmensberater von Deloitte einer der dynamischsten Märkte weltweit. Die Verkäufe soll jährlich um zehn Prozent anziehen.

*Quelle: Deloitte Truck-Studie

Platz 9

Mittelamerika - 65.500 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Die Nähe zu den USA lässt die Industrie florieren, die Nachfrage nach Transportdienstleistungen steigt - und damit auch die Lkw-Verkäufe. Bis 2024 soll der Absatz jährlich um fünf Prozent zulegen.

Platz 8

Japan - 77.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Auf den japanischen Straßen ist der Platz begrenzt, gefragt sind darum vor allem mittelgroße Lkw. Allerdings dürfte sich das Wachstum in Grenzen halten. Prognostiziert wird ein Marktzuwachs von jährlich einem Prozent.

Platz 7

Russland - 116.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Der russische Markt hat viel Potential, obwohl in Russland viele Güter über die Schiene transportiert werden. Die aktuelle politische Lage verhagelt die Bilanz. Mittelfristig sieht die Perspektive besser aus.

Platz 6

Brasilien - 164.700 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Die größte Volkswirtschaft Südamerikas hat viel Dynamik eingebüßt. Auch für den Lkw-Absatz sind die Prognosen mau. Der Markt soll bis 2024 jedes Jahr um etwa ein Prozent zulegen.

Platz 5

Südostasien - 168.100 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Thailand, Malaysia und Indonesien gelten als Wirtschaftsnationen mit Potential. Und auch die Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen legt jährlich um fünf Prozent zu.

Platz 4

Indien - 237.300 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Noch fristet der indische Lkw-Markt ein Schattendasein. Doch die Potentiale sind gigantisch. Im Jahr 2024, so prognostiziert es die Unternehmensberatung Deloitte, sollen dort 544.400 Lkw verkauft werden. Das jährliche Wachstum beträgt neun Prozent.

Platz 3

EU - 297.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Noch landet aber Europa, der Heimatmarkt von Daimler, MAN/Scania und Volvo, auf dem dritten Rang. Mit einem jährlichen Wachstum von vier Prozent bis 2024 ist die Entwicklung durchaus positiv.

Platz 2

USA - 377.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Bis auf Daimler tun sich die europäischen Hersteller noch schwer auf dem US-Markt. Nach Jahren der Konsolidierung sind dort deutlich weniger Wettbewerber im Markt.

Platz 1

China - 985.000 verkaufte Lkw im Jahr 2014

Der größte Lkw-Markt der Welt wird regiert durch die lokalen Hersteller. Die schiere Menge an verkauften Lkw kaschiert, dass es sich dabei vor allem um kleine, günstige Modelle handelt. Auch die Wachstumsprognosen sind nach Ansicht von Deloitte eher bescheiden. Sie gehen von einem jährlichen Wachstum von einem Prozent aus.

Renschler waren in der Nachfolge-Frage rund um den im Abgas-Skandal zurückgetretenen Martin Winterkorn auch Außenseiter-Chancen auf den VW-Vorstandsvorsitz eingeräumt worden. Er führt inzwischen auch den Scania-Aufsichtsrat. Henriksson war zuletzt Vertriebsvorstand bei den Schweden.

Von

dpa

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