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04.03.2014

16:38 Uhr

Herbert Hainer

Adidas verlängert mit dem ewigen Dax-Chef

Herbert Hainer ist der am längsten amtierende Vorstand eines Dax-Konzerns. Bei Adidas hängt der 59-Jährige nun noch einmal zwei Jahre dran – mehr wollte Hainer nicht. Damit beginnt die Suche nach einem Nachfolger.

Herbert Hainer: Der Vertrag des Adidas-Chef läuft jetzt bis 2017. dpa

Herbert Hainer: Der Vertrag des Adidas-Chef läuft jetzt bis 2017.

HerzogenaurachMister Adidas leitet seinen Abschied aus der Vorstandsspitze ein: Herbert Hainer, der Europas größten Sportartikelhersteller seit 13 Jahren führt, will bis 2017 einen Nachfolger aufbauen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. So lange solle Hainer noch Vorstandschef bleiben. Darüber hinaus habe der 59-Jährige seinen Vertrag nicht verlängern wollen, erklärte Aufsichtsratschef Igor Landau. Er hätte Hainer „aufgrund seiner überaus erfolgreichen Arbeit gerne noch für einen längeren Zeitraum an das Unternehmen gebunden.“ Die im Dax notierte Aktie baute nach der Mitteilung ihre Kursgewinne auf mehr als zwei Prozent aus.

Hainer ist seit 13 Jahren Vorstandsvorsitzender der Adidas AG. Er hat damit bereits zuvor die längste Amtszeit der Vorstandschefs aller 30-Dax-Konzerne. Er hatte bereits im Herbst angekündigt, die in die Jahre gekommene Führungsspitze zu verjüngen und damit auch den Weg für die eigene Nachfolge zu ebnen. Alle fünf Vorstände des auf ein jugendliches Image bedachten Konzerns sind über 50, selbst Roland Auschel, der als Neuzugang im vergangenen Jahr das neu geschaffene Vertriebsressort übernahm. Jüngster unter den fünf Männern in der Chefetage wird demnächst der 47-jährige Eric Liedtke, der am Donnerstag den langjährigen Markenvorstand Erich Stamminger ablöst. Stamminger, einer von Hainers engsten Weggefährten, hatte im Januar angekündigt, Platz für seinen Zögling Liedtke zu machen.

Die größten Sportartikelhersteller (Umsatz 2012)

Nike

17,8 Milliarden Euro

Adidas

14,9 Milliarden Euro

VF Corp. (USA)

5 Milliarden Euro

Puma

3,3 Milliarden Euro

Asics

2,3 Milliarden Euro

Jarden

2,1 Milliarden Euro

Amer Sports

2,1 Milliarden Euro

New Balance

2,1 Milliarden Euro

Quiksilver

1,6 Milliarden Euro

Columbia Sport

1,3 Milliarden Euro

Billabong

1,1 Milliarden Euro

Pacific Sunwear

0,6 Milliarden Euro

Quellen

FAZ, GfK, Sport-Scheck, eigene Recherche (via Statista.de)

Auschel und Liedtke, aber auch ehrgeizige Manager aus der zweiten Reihe, dürften sich nun für Hainers Nachfolge warmlaufen. Der Deutsche Auschel ist seit 1989 bei Adidas und hatte sich vor seinem Aufstieg in den Vorstand im Vertrieb bewährt. Der US-Bürger Liedtke profilierte sich wie sein Mentor Stamminger im Management der Kernmarke Adidas. Weitere Vorstandsmitglieder sind der US-Bürger Glenn Bennett, der das weltweite Geschäft verantwortet, und der aus Neuseeland stammende Finanzchef Robin Stalker.

Die Frist bis 2017 biete „ausreichend Zeit, einen optimalen Übergang an der Spitze der Adidas-Gruppe sicherzustellen und die bestmögliche Nachfolgeregelung für das Unternehmen zu finden“, erklärte Landau am Dienstag. „Gemeinsam mit Herbert Hainer werden wir in den kommenden Jahren den bereits initiierten Generationswechsel im Führungsteam des Unternehmens fortsetzen.“

Hainer, der am 3. Juli 60 Jahre alt wird, hat sich einen Wechsel in den Aufsichtsrat offengehalten. „Wenn ich irgendwann aufhöre und die Aktionäre wollen, dass ich im Aufsichtsrat weiterarbeite, dann würde ich mir das sicher sehr intensiv überlegen“, sagte er im November. Adidas hat keine dominierenden Einzelaktionäre. Die größten Anteilseigner sind Finanzinvestoren und Fonds, von denen nach jüngsten Angaben des Konzerns keiner mehr als sechs Prozent hält.

Am Mittwoch wird Hainer am Firmensitz in Herzogenaurach die Jahresbilanz präsentieren. Branchenexperten erwarten, dass Adidas trotz mehrerer Rückschläge einen Rekordgewinn von 835 Millionen Euro präsentiert und damit in der Mitte der angepeilten Spanne von 820 bis 850 Millionen Euro liegt. Belastet hatten den Nike -Rivalen zuletzt der Kursverfall von Währungen in wichtigen Auslandsmärkten und der missratene Start eines Vertriebszentrums in Russland.

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