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17.12.2014

15:44 Uhr

Herbert Walter

Ex-Chef der Dresdner-Bank führt ab Januar Soffin

Herbert Walter, früher Chef der Dresdner Bank und Kolumnist von Handelsblatt Online, führt ab Januar den staatlichen Bankenrettungsfonds. Er folgt auf Christopher Pleister, der zum Jahresende geht.

Herbert Walter, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Dresdner Bank (Archivbild). Reuters

Herbert Walter, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Dresdner Bank (Archivbild).

FrankfurtDer ehemalige Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter ist künftig im staatlichen Auftrag für die Rettung und Abwicklung maroder Banken in Deutschland zuständig. Die Bundesregierung berief den 61-Jährigen am Mittwoch zum Chef der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA), die sich seit der Finanzkrise darum kümmert. Walter hatte die Dresdner Bank 2008 in die Fusion mit der Commerzbank geführt, die unmittelbar danach mit 18,2 Milliarden Euro vom SoFFin gestützt werden musste. Walter hatte darauf auf einen Platz im Commerzbank-Vorstand verzichtet. Bei der FMSA liegt immer noch eine 17-prozentige Beteiligung an der Commerzbank. Walter werde sein neues Amt am 15. Januar 2015 antreten, teilte die FMSA mit.

Er folgt bei der FMSA auf Christopher Pleister, der mit 66 Jahren in zwei Wochen in den Ruhestand geht. Der ehemalige Chef des Genossenschaftsbanken-Verbandes BVR stand seit 2011 an der Spitze der Frankfurter Behörde. Walter hatte sich nach seinem Rückzug auch aus dem Vorstand des ehemaligen Dresdner-Bank-Eigentümers Allianz als Unternehmensberater verdingt und betreibt ein Finanzportal im Internet. In Kolumnen hatte er auch die Bundesregierung kritisiert: 2013 schrieb er in einer Analyse des Koalitionsvertrags mit Blick auf die Regulierung der Finanzbranche, dass „die Politik ein Meister darin (sei), mit strenger Miene Lehren aus der Krise einzufordern, sich selbst dabei aber ausnimmt“. Als Aufsichtsratschef der österreichischen Krisenbank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) war Walter im Oktober nach wenigen Monaten wieder zurückgetreten.

SoFFin-Gelder stecken nicht nur in der Commerzbank, sondern auch in der HRE und im WestLB-Nachfolger Portigon. Bei der HRE-Tochter Depfa sitzt Walter seit 2009 im Aufsichtsrat. Die FMSA ist auch für die Erhebung der Bankenabgabe zuständig und beaufsichtigt die staatlichen „Bad Banks“ der ehemaligen WestLB und der HRE, EAA und FMS Wertmanagement. 2015 bekommt sie eine weitere Aufgabe: Sie soll die Abwicklung von Banken koordinieren. Dabei soll sie enger an die Finanzaufsicht BaFin angelehnt werden. Mit Walter verbindet man in der FMSA aber die Hoffnung, dass sich die Behörde eine große Selbstständigkeit gegenüber der BaFin wird erhalten können.

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Komplettiert wird er dreiköpfige Leitungssausschuss der FMSA zum 1. Januar von der Investmentbankerin Jutta Dönges. Die 41 Jahre alte vierfache Mutter hatte bis Ende 2013 das Geschäft der schwedischen Bank SEB mit der Unternehmensfinanzierung in Deutschland geführt; vorher arbeitete sie für Goldman Sachs. Dönges ersetzt Karlheinz Weimar, der bereits im Sommer aus dem Führungsgremium der FMSA ausgeschieden war.

Von

rtr

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