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19.02.2013

09:16 Uhr

Hermann Scherer

Der Weg zum glücklichen Leben

VonThorsten Giersch

„Schatzfinder“ heißt das neue Buch von Hermann Scherer. Der Bestsellerautor gehört zu Deutschlands besten Coaches und zeigt, wie man sich aus festgefahrenen Strukturen lösen und mehr aus seinem Leben machen kann.

Vielleicht sind Sie viel besser, als Sie denken. Vielleicht schlummern ungeahnte Schätze und Talente in Ihnen. dapd

Vielleicht sind Sie viel besser, als Sie denken. Vielleicht schlummern ungeahnte Schätze und Talente in Ihnen.

DüsseldorfWer taugt mehr zum Vorbild: James Bond oder Adam? Der eine akzeptiert immer ohne Murren die Realität und löst die größten Probleme im Zweifel mit seiner Walther PPK. Der andere wird aus dem Paradies vertrieben und schiebt der Schlange die Schuld in die Schuhe. Wer wie James Bond leben will, dem kann Hermann Scherer helfen.

Selten kam ein Ratgeberbuch mit so verbrauchtem Titel derart frisch und lohnenswert daher. „Schatzfinder. Warum manche das Leben ihrer Träume suchen – und es andere längst leben“ klingt nun wahrlich nicht so, als ob man sich das noch druckfrische Werk von Hermann Scherer im prall gefüllten Regal der Ratgeberbücher unbedingt schnappen müsste. Trotzdem ist die Investition gut angelegt.

Von Besitz und Zielen: Zitate aus Scherers "Schatzfinder"

Verantwortung

„Wir machen immer andere dafür verantwortlich, dass wir uns weiterentwickeln.“

Durchhaltevermögen

"Wir halten allzu oft nicht durch, säen zu wenig und ernten zu früh.“

Leben als Spiel

„Das Leben ist ein begrenztes Spiel, es ist Ihre Entscheidung, ein leidenschaftliches oder ein langweiliges Leben zu führen.“

Besitz

„Vieles, von dem, was wir glauben zu benötigen, benötigen wir nicht wirklich.“

Kontakte

„Mittels Flirt- und Kontaktbörsen ist es kein Problem für eine Frau, zweimal am Tag mit einem Mann essen zu gehen und bei Gefallen den Nachtisch zuhause zu nehmen. Die Optionen sind unendlich.“

Risikofreude

„Bereit sein, alles zu verlieren? Ist das nicht gefährlich? Ja. Es ist gefährlich. Das Leben, wenn man es ernst nimmt, ist hoch gefährlich. Das Leben ist sogar lebensgefährlich. Es schließt den Tod mit ein. Manchmal stirbt sogar mehr als nur ein Mensch. Nämlich die Hoffnungen des ganzen Rests.“

Meinung

„Wir vermischen echte Erlebnisse mit der Meinung darüber. Nichts was wirklich passiert ist, sondern das, was wir gedacht haben, was passiert ist, bestimmt uns. Unsere Welt besteht aus unserer Meinung über die Welt. Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen gemachten und durchgespielten Erfahrungen.“

Selbstgeißelung

Die schlimmsten Wahrheiten sind unsere negativen Wahrheiten über uns selbst. Wie viele Menschen sich täglich selbst beschimpfen und herunterputzen, ist wahrlich tragisch. Wir haben uns leider an zu viel davon gewöhnt.“

Regeln

„ Viele Menschen fühlen sich von Regeln geradezu magisch angezogen, denn mit ihnen wissen sie ganz genau, wie sie sich anzupassen, einzufügen, unterzuordnen haben, um im Gegenzug eine Portion Sicherheit im Leben zu erhalten.“

Ziele

„Aber das tun wir alle oft: Wir halten an Dingen fest, obwohl sie keinen Zielmagnetismus (mehr) haben. Einfach, weil wir glauben, es müsste so sein. Oder weil es unser Ego streichelt.“

Fluchtreflex

„Aber der Fluchtreflex, der in der Wildnis Leben retten kann, ist in der Wirtschaft ein Zeichen von Unfreiheit, von Inkompetenz, von Versagen.“

Verwirrung

„Und genau das ist der Grund, warum ich die Freiheit vorziehe und sogar dafür bin, Sicherheit aufzugeben: Freiheit ist verwirrend. Verwirrung ist das genaue Gegenteil von Sicherheit. Verwirrung ist unser bester Zustand!“

Höhepunkte

„Nun frage ich Sie: Sind sie eher ein Porno-Mensch oder eher ein Liebesfilm-Mensch? Ich bekenne mich: Ich bin ein Porno-Mensch, ich will bis zum Ende meiner Tage Höhepunkte erleben, ich will ständig neue Nummern.“

Hermann Scherer ist einer der profiliertesten Coaches und Unternehmensberater Deutschlands. Belesen und voller Charisma gleichermaßen – und ausgestattet mit einem Gespür für die Alltagssorgen der Menschen. In seinem neuen Buch erklärt er, was eigentlich zu schwer zu erklären ist: Wie lebt man ein Leben fern ab des Durchschnitts? Ein Leben nach seinem Wunsch und nichts nach den Maßstäben anderer? Wie verbringt ein durchschnittlicher deutscher Angestellter seine 28.770 Lebenstage glücklich und möglichst ohne Langeweile?

Der Autor unterscheidet plakativ zwischen „Porno-Menschen“ und „Liebesfilm-Menschen“. Die einen wollen in ihrem Leben so viele Höhepunkte erleben wie möglich. Der andere wartet stattdessen geduldig aber nicht immer mit Erfolg auf das Happy End.

Wie üblich nimmt Scherer zunächst eine Bestandsaufnahme vor: Warum geht so viel schief im Laufe der Jahre? Da hagelt es Fundamentalkritik am Schulsystem, wo „Heranwachsende zu Kleingeistern“ gemacht werden. Hier kommt die Feigheit auf, sich zu blamieren; zu riskieren, vom Durchschnitt abzuweichen. Das herkömmliche Verfahren sei schließlich das sicherste. Also bitte in den Bereichen am meisten lernen, wo man die schlechtesten Noten hat. Der Starke wird nicht stärker gemacht, sondern durchschnittlicher.

Von Lob bis zu Zweifeln: Zitate aus Scherers "Schatzfinder"

Begrenzungen

„Die Umstände, auf die wir erklärtermaßen Rücksicht nehmen, errichten wir uns oft genug selbst, wir reden uns ein, wir rationalisieren und errichten uns unsere Begrenzungsmauern, damit wir etwas haben, an dem wir uns im Dunkeln des Lebens entlangtasten können.“

Lob

„Wenn wir Lob annehmen, dann bauen wir das Bild von uns selbst auf der Aussage auf, wie andere uns sehen. Damit bekommen wir kein Selbstwertgefühl, sondern ein Fremdwertgefühl.“

Entscheidungen

„Jede Entscheidung verlangt einen Preis von uns am Kassenhäuschen des Lebens. Aber jede Entscheidung nötigt uns auch Respekt vor uns selbst ab. Gerade weil wir den Preis bezahlen! Das macht uns zu Recht stolz.“

Überblick

„Wer darauf besteht, wirklich alle Faktoren zu überblicken, bevor er sich entscheidet, der wird sich nie entscheiden. Denn vollständige Informationen bekommen wir in dieser Welt niemals.“

Schuldzuweisung

„Wer anderen Schuld gibt, gibt anderen die Macht. Schuldzuweisung ist Machtzuweisung. Klagen ist Ermächtigen. Jammern ist Opfer-sein.“

Zweifel

„Wir zweifeln unweigerlich: an unseren Fähigkeiten, daran, ob es richtig ist, was wir getan haben, ob wir gut genug sind, ob wir das richtige Alter haben, ob wir am richtigen Ort sind, ob nicht alles falsch ist, was wir gesagt und getan haben.“

Kontrolle

„Wir können nicht immer kontrollieren, was uns passiert, aber wir können unsere Einstellung zu dem, was passiert, kontrollieren.“

Optimismus

„Der Optimismus bewahrt die Optimisten vor unnötigen Selbstzweifeln, aber manchmal eben auch vor den nötigen Selbstzweifeln.“

Schmerz

„Manchmal ist eben Schmerz und Leid und das Ringen und Winden genau das, was wir benötigen, um hinterher zu unserer ganzen Größe aufzusteigen.“

Job

„Jeder Job ist heute in Wahrheit eine freiwillige, aus der eigenen Überzeugung erwachsene, längerfristige Selbstverpflichtung. Richtig ein- und umgesetzt werden Menschen dann zu echten Leistungsträgern, zu Workeuphorics, statt zu Workaholics oder Burn-outlern.“

Dankbarkeit

„Üben Sie sich in Dankbarkeit! Warum? Weil das ein Werkzeug ist, um Präsenz zu erlangen. Denn präsent sein heißt, die Dinge zu erleben, die man ansonsten für selbstverständlich nehmen würde. Und schon sind Sie dankbar.“

Ego

„Ego. Ein Missbrauch von Freiheit. Wir sind frei, um präsent zu sein, nicht um egozentrisch zu sein.“

Leidenschaft

„Leidenschaft wirkt fast wie eine physische Kraft, die Mittelmäßiges in etwas Tolles verwandeln kann. Als würde Wasser in Wasserdampf umgewandelt, wozu nur ein einziges Grad mehr Temperatur nötig ist, der dann die größten Maschinen antreiben kann.“

Interessant ist zudem, wann das Neid-Gefühl in uns eigentlich aufkommt: Wissenschaftliche Studien belegen, dass es mit steigendem Alter zunimmt. Je mehr die Menschen um einen herum besitzen, desto höher ist der Neidfaktor – völlig unabhängig davon, ob der Mensch mit seinen eigenen Besitztümern per se zufrieden ist oder nicht. In jungen Jahren ist es ein positiver Ansporn, wenn andere mehr haben. Je älter wir werden, umso stärker erinnert es an unsere verpassten Chancen. Was wir bereuen sind weniger unsere Taten als das, was wir nicht gemacht haben.

Kommentare (6)

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Jesus-reloaded

19.02.2013, 13:15 Uhr

Herr Scherer, glauben Sie wirklich Porno führt zum Höhepunkt? Sie sind einer von diesen vielen selbsternannten Gurus, die die Naivität der Leute ausnutzen um sich gesund zu stoßen. Beschäftigung mit ihren Weisheiten ist Zeitverschwendung, viel Spaß noch bei ihren Höhepunkten.

Rechtsberatung

19.02.2013, 13:35 Uhr

Pseudo-Weisheiten für einen Haufen Geld.

So einen profanen Ratgeber- und Weisheitenmischmasch gab es zu allen Zeiten und schon in allen Boulevardblättern......

Tschaka

19.02.2013, 15:41 Uhr

An alle Kleingeister da draußen, Hermann Schererhat mein Leben verändert!

Keine halben Sachen mehr. Habe heute meinem Chef endlich die Meinung gesagt, meinen Job gekündigt, und mich bei Xing und Elitepartner angemeldet. Mein Leben startet jetzt richtig durch.

Tschaka ihr Looser, ihr seht mich dann im Ferhsehen!

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