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21.01.2003

07:39 Uhr

toe DÜSSELDORF. Die D&O-Versicherung (Directors & Officers) ist die berufliche Haftpflichtversicherung für Vorstände, Aufsichtsräte und sonstige Manager. Gedeckt werden hiervon zum Beispiel Ansprüche von Aktionären wegen Fehlentscheidungen des Managements, die Schäden verursacht haben. Schon eine unterbliebene Ad-hoc-Mitteilung kann zu hohen Schadensersatzansprüchen führen. Auch fehlerhafte Produkte oder Patentrechtsverletzungen können die verantwortlichen Führungskräfte teuer zu stehen kommen. Allein die Abwehrkosten für Anwälte und Gutachter machen schnell Millionenbeträge aus.

Selbst wenn der Aufsichtsrat seinen Vorstand in Regress nimmt für einen Schaden, den dieser zu verantworten hat, soll die Versicherung einspringen. Denn haftbar ist für derlei Pannen immer der Manager selbst mit seinem persönlichen Vermögen. Hier zu Lande ist das Paradebeispiel der Arag-Fall. Der Düsseldorfer Rechtsschutzversicherung schrieb der Bundesgerichtshof sogar ins Stammbuch: Der Aufsichtsrat darf nicht darauf verzichten, Schadensersatzansprüche gegen den Vorstand wegen seiner Fehler geltend zu machen. Der spektakulärste Fall, in dem ein Versicherer mit 38 Millionen Mark zur Kasse gebeten wurde, war hier zu Lande die Holzmann-Pleite. Andere aktuelle Fälle sind Daimler-Chrysler, EM.TV oder Telekom.

In Amerika gibt es Managerhaftpflichtversicherungen seit Jahrzehnten, in Deutschland setzt sie sich erst seit 1995 durch. Den Versicherungsvertrag schließt die Firma mit der Assekuranz für ihre Verantwortungsträger - pauschal, ohne den einzelnen Namen zu erwähnen – ab. Auch wenn der Begünstigte selbst keine Police erhält, sollte er zumindest den Namen des Versicherers kennen, um im Ernstfall von diesem ein Vertragsexemplar verlangen und dessen Beistand einfordern zu können. Die Weltmarktführer für D&O-Versicherungen sind Chubb und AIG aus den USA. In Deutschland teilen sich diese beiden mit Axa, ACE, Allianz, Gerling, VOV, CNA, Zürich, Victoria und Hiscox den Markt.

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