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03.11.2013

17:38 Uhr

Hobbys der Milliardäre

Bill Gates wäscht Mark Zuckerberg den Kopf

VonMartin Dowideit

In einem Interview hat Microsoft-Gründer Bill Gates die philanthropischen Anstrengungen anderer Milliardäre hinterfragt. Die Versorgung der Welt mit Internetanschlüssen sei unwichtiger als der Kampf gegen Malaria.

Microsoft-Gründer Bill Gates: Seine Stiftung kämpft etwa gegen Malaria und Mangelernährung. Reuters

Microsoft-Gründer Bill Gates: Seine Stiftung kämpft etwa gegen Malaria und Mangelernährung.

DüsseldorfDie Milliardärsdichte im Silicon Valley ist hoch, die sozialen Ambitionen der Reichen ebenfalls. Während die Google-Gründer sich für das selbstfahrende Auto stark machen oder die Suche nach dem ewigen Leben forcieren, setzt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg etwa darauf, den Zugang zum Internet weltweit zu ermöglichen. „Das Vernetzen der Welt ist eine der größten Herausforderungen unserer Generation“, schrieb Zuckerberg im August. Nur 2,7 Milliarden Menschen seien an das Internet angeschlossen, fünf weitere Milliarden hätten zu folgen. Sein Ziel und das der IT-Branche müsse sein, das zu ermöglichen.

In den Augen von Microsoft-Gründer Bill Gates liegt Zuckerberg damit daneben. In einem Interview mit dem Magazin der Financial Times bezieht der 58-Jährige Milliardär eine Gegenposition. „Ich liebe diese IT-Sache“, sagt Gates dort. „Aber wenn man Leben verbessern will, muss man sich mit elementareren Dingen beschäftigen wie der Kindersterblichkeit und -ernährung.“ Dem Thema Internetverbindungen Priorität zu verleihen – diesen Ansatz nennt er schlicht einen „Witz“.

Microsoft-Gründer Bill Gates: Wohlstand in Afrika muss präziser gemessen werden

Microsoft-Gründer Bill Gates

exklusivWohlstand in Afrika muss präziser gemessen werden

Die Wirtschaftsentwicklung in afrikanischen Ländern sei derzeit noch nicht präzise genug messbar, so Gates. Bei der Wohlstandsermittlung müssten andere Faktoren einbezogen werden als nur das Bruttoinlandsprodukt.

Gates hatte sich im Jahr 2008 bei Microsoft aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, um sich mehr um die Arbeit der „Bill & Melinda Gates Foundation“ kümmern zu können. Er hatte strategisch überlegt, wie er mit seinen Milliarden am effizientesten Einfluß auf das Leben vieler Menschen nehmen könne. Unter anderem beschäftigt sich die Stiftung mit dem Kampf gegen Malaria. Von der Arbeit des Ehepaars Gates zeigte sich auch sein Freund Warren Buffett begeistert, der seit einigen Jahren den Großteil seines Vermögens Schritt für Schritt an die Stiftung überträgt.

„Nehmen Sie den Malaria-Impfstoff, dieses verrückte Ding, an das ich denke“, führte Gates im FT-Gespräch aus. „Was ist bedeutender, Internetverbindungen oder ein Malaria-Impfstoff? Wenn man denkt, Verbindungen sind der Schlüssel, mag das großartig sein. Ich denke das nicht.“ Ebenso so sehr verwundere ihn, wie viele Milliardäre für neue Museumsflügel spendeten, anstatt etwa Geld für den Kampf gegen Blindheit zu geben.

Bereits im August hatte Gates ein Google-Projekt kritisiert, das mit Hilfe spezieller Ballons Internetverbindungen in entlegene Gegenden bringen will.

Kommentare (5)

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04.11.2013, 09:19 Uhr

Respekt für das Statement von Mr. Gates.
Im Vergleich zu den tatsächlichen Themen der Menschen nach: Lebenssicherheit, Gesundheitsschutz, Sicherung von Grundbedürfnissen wie Nahrung, Wasser, Wärme, KLeidung .... ist das Internet ein "leicht" überschätztes Gut von Wohlstandsmenschen.
Da hebt sich Herr Gates von der INternetbesoffenheit der Medien und vieler User angenehm ab.

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04.11.2013, 09:43 Uhr

Ich denke es ist eine Mischung aus beiden, wobei das Menschenleben höher anzusiedeln ist.

Markus

04.11.2013, 09:48 Uhr

Also ich bin da ganz auf der Linie von Bill.
Was bringt mir denn ein Internetzugang, wenn ich auf der anderen Seite nicht weiß, wovon ich mich und meine Kinder ernähren soll?

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