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03.11.2016

08:39 Uhr

Hochtief

Baukonzern kann Gewinn deutlich steigern

Die ACS-Tochter Hochtief hat ihren Gewinn deutlich steigern können. Deutschlands größter Baukonzern profitierte im dritten Quartal vor allem von guten Geschäften in Australien und Nordamerika.

Deutschlands größter Baukonzern hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient. dpa

Hochtief

Deutschlands größter Baukonzern hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient.

DüsseldorfDer größte deutsche Baukonzern Hochtief profitiert von seinem Umbau. Die Essener fuhren im dritten Quartal deutlich mehr Gewinn ein als noch vor Jahresfrist. Kosteneinsparungen und florierende Geschäfte der Töchter in Australien und Nordamerika ließen den bereinigten operativen Konzerngewinn auf 88,7 (Vorjahr: 61,7) Millionen Euro steigen, wie Hochtief am Donnerstag mitteilte.

Aber auch das in der Vergangenheit kriselnde Europa-Geschäft lief besser. Hochtief konnte nun auch die Hamburger Elbphilharmonie an die Hansestadt übergeben. Der Auftragseingang stieg im Quartal auf 5,7 (4,8) Milliarden Euro, der Auftragsbestand summierte sich auf 39,2 (35,5) Milliarden Euro. Abstriche mussten die Essener aber beim Umsatz machen - dieser sank im Quartal um 4,5 Prozent zum Vorjahr auf 5,03 Milliarden Euro.

Überteuerte Großbauprojekte in Deutschland

EZB-Gebäude, Frankfurt

Geplante Kosten: 940 Millionen Euro
Mehrkosten: 450 Millionen Euro (48 Prozent)
Verzögerung: 3 Jahre

ICE-Strecke Köln-Frankfurt

Geplante Kosten: 3900 Millionen Euro
Mehrkosten: 2040 Millionen Euro (52 Prozent)
Verzögerung: 3 Jahre

City Tunnel, Leipzig

Geplante Kosten: 570 Millionen Euro
Mehrkosten: 390 Millionen Euro (68 Prozent)
Verzögerung: 4 Jahre

BND-Zentrale, Berlin

Geplante Kosten: 730 Millionen Euro
Mehrkosten: 570 Millionen Euro (78 Prozent)
Verzögerung: 3 Jahre

BARD 1 Nordsee-Windpark

Geplante Kosten: 1500 Millionen Euro
Mehrkosten: 1400 Millionen Euro (93 Prozent)
Verzögerung: 2 Jahre

Flughafen BER, Berlin

Geplante Kosten: 2500 Millionen Euro
Mehrkosten: 3300 Millionen Euro (132 Prozent)
Verzögerung: ungewiss

Bahnhof Stuttgart 21, Stuttgart

Geplante Kosten: 3000 Millionen Euro
Mehrkosten: 6800 Millionen Euro (227 Prozent)
Verzögerung: 5 Jahre

Elbtunnel-Sanierung, Hamburg

Geplante Kosten: 20 Millionen Euro
Mehrkosten: 70 Millionen Euro (364 Prozent)
Verzögerung: 8 Jahre

Bischofsresidenz, Limburg

Geplante Kosten: 6 Millionen Euro
Mehrkosten: 25 Millionen Euro (425 Prozent)

Elbphilharmonie, Hamburg

Geplante Kosten: 77 Millionen Euro
Mehrkosten: 712 Millionen Euro (925 Prozent)
Verzögerung: 7 Jahre

„Hochtief hat sich im dritten Quartal 2016 hervorragend entwickelt und verzeichnete dank gestärkter Bilanz ein beschleunigtes Wachstum bei Gewinn, Cashflow und Auftragseingang“, sagte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes. Er sieht Hochtief auf Kurs zum Jahresziel: Der zum spanischen ACS -Konzern gehörende Essener Bauriese peilt 2016 weiter einen Anstieg des operativen Gewinns auf 300 bis 360 Millionen Euro an, bis zu 35 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der von ACS entsandte Hochtief-Chef hatte dem Konzern einen tiefgreifenden Umbau verordnet und Beteiligungen wie Flughäfen, Immobilienunternehmen, Wohnungsentwickler oder die australische Tochter John Holland verkauft. Er trimmt den Konzern auf Profit und setzt voll auf das klassische Baugeschäft - anders als der kriselnde Bilfinger -Konzern, der sich vor allem auf Dienstleistungen konzentriert.

Umbau und Sparkurs schlagen sich auch in den Mitarbeiterzahlen nieder: Hochtief beschäftigte im Quartal gut 45.000 Mitarbeiter, vor Jahresfrist waren es noch knapp 48.500 Menschen. Einen Rückgang verbuchte Hochtief auch beim Eigenkapital, dieses sank auf 2,6 Milliarden Euro. Ende 2015 waren es noch 3,1 Milliarden Euro. Grund dafür waren auch Aktienrückkaufprogramme von Hochtief und der australischen Tochter Cimic.

Konzernmutter ACS kann dadurch ihren Griff um Hochtief festigen. Erst im September hatte Hochtief angekündigt, über fünf Millionen eigene Aktien einzuziehen. Der Hochtief-Anteil der Spanier stieg dadurch auf 71,7 Prozent.

Von

rtr

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