Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.05.2016

13:46 Uhr

Hochtief

Baukonzern will auf Wachstum schalten

Hochtief hat zum Jahresanfang seinen operativen Gewinn um 19 Prozent gesteigert. Auch der gute Auftragseingang bereitet dem größten deutschen Baukonzern Freude. Im laufenden Jahr will das Unternehmen weiter zulegen.

Der größte deutsche Baukonzern hat seinen Gewinn deutlich gesteigert. dpa

Hochtief

Der größte deutsche Baukonzern hat seinen Gewinn deutlich gesteigert.

DüsseldorfDeutschlands größter Baukonzern Hochtief will nach den umfangreichen Aufräumarbeiten der Vergangenheit verstärkt auf Wachstum schalten. „Unsere finanzielle Stärke versetzt uns in die Lage, Kapital effizienter einzusetzen und weitere Wachstumsmöglichkeiten auszuloten“, sagte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Essen. Hochtief schaue sich nach Übernahmezielen um, die jüngsten Zukäufe der australischen Tochter Cimic seien Ausdruck dieser Strategie.

Der spanische Manager hat bei Hochtief aufgeräumt und fährt nun die Früchte des Umbaus ein: Im ersten Quartal stieg der Gewinn deutlich. Aktionärsvertreter gratulierten ihm zu seinem Kurs: Hochtief stehe besser da als der frühere Konkurrent Bilfinger, sagten sie. „In den vergangenen Jahren haben wir die Gruppe deutlich verändert“, sagte Fernandez Verdes: „Nun sehen wir immer mehr, dass sich diese Transformation auszahlt.“

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Der vom spanischen Mehrheitseigner ACS entsandte Hochtief-Chef hatte dem Konzern einen tiefgreifenden Umbau verordnet und Beteiligungen wie Flughäfen, Immobilienunternehmen, Wohnungsentwickler oder die australische Tochter John Holland verkauft. Er trimmt Hochtief auf Profit uns setzt voll auf das klassische Baugeschäft – anders als der kriselnde Bilfinger-Konzern, der sich vor allem auf Dienstleistungen konzentriert und mit einem Verlust ins Jahr gestartet ist. Hochtief hatte im Quartal den bereinigten operativen Gewinn um 19 Prozent auf 72 Millionen Euro gesteigert, der Auftragseingang kletterte um 31 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Für 2015 sollen die Aktionäre eine auf zwei Euro je Aktie erhöhte Dividende erhalten.

„Hochtief liefert eine tolle Performance – gerade im Kontrast zu Bilfinger“, sagte Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Hochtief sei ein Unternehmen, „auf das man stolz sein kann“.

ACS stärkt seinen Griff um Hochtief und Cimic seit Jahren. Hochtief hat derzeit rund 7,3 Prozent seiner Aktien in Besitz, werden diese eingezogen, steigt der Einfluss von ACS weiter. Bei der Hauptversammlung sollen zudem Vorratsbeschlüsse für einen weiteren Aktienrückkauf gefällt werden. Die Spanier kontrollieren knapp 67 Prozent der Hochtief-Anteilsscheine.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×