Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.12.2011

11:52 Uhr

Höhere Budgets

Konzerne setzen auf größere Rechtsabteilungen

VonMarcus Creutz

Die großen deutschen Firmen vergrößern ihre Rechtsabteilungen. Zwar stehen größere Budgets zur Verfügung, bei der Rekrutierung von fähigem Nachwuchs tun sich die Unternehmen aber schwer.

Deutchlands große Unternehmen suchen nach fähigen Juristen. ap

Deutchlands große Unternehmen suchen nach fähigen Juristen.

GarmischDie Rechtsabteilungen in Deutschland bekommen mehr Geld. Kapazitätsengpässe und zunehmende Arbeitslast - das sind die Hauptgründe dafür, dass nahezu die Hälfte der General Counsel für dieses nächstes Jahr mit einem höheren Budget plant. Nur weniger als zehn Prozent gehen von sinkenden Etats aus.

Neue Stellen für Berufseinsteiger

Das bedeutet nicht nur, dass die Abteilungen weitere Volljuristen einstellen werden. Um rund sechs Prozent wird auch die Mandatierung externer Wirtschaftsanwälte zunehmen. Das ist das Ergebnis eines neuen Benchmarkreports der Frankfurter Unternehmensberatung Otto Henning & Company. Sie basiert auf einer Befragung unter den Chefjuristen der 150 größten deutschen Unternehmen.

So erfreulich der Geschäftszuwachs für die Kanzleien ist - der Wettbewerb um die Mandate der Topunternehmen nimmt weiter zu, weil diese mit weniger Kanzleien kooperieren. 53 Prozent der Rechtsabteilungsleiter arbeiten lediglich mit maximal zehn Sozietäten zusammen.

Besonders häufig konsultieren die Inhouse-Juristen Wirtschaftsanwälte in strafrechtlichen Fragen und beim Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A). Während die Outsourcing-Quote sonst zwischen 23 und 29 Prozent liegt, sind es in diesen Rechtsgebieten rund 45 Prozent. Zudem gehen 86 Prozent der Chefjuristen davon aus, dass sich der Aufwand für Compliance in Zukunft weiter erhöhen wird.

Das Auslagern von Rechtsdienstleistungen wird wegen der steigenden Konkurrenz auf den Weltmärkten sowie neuer energie- und umweltrechtlicher Fragen weiter eine erhebliche Rolle spielen. Doch der Preisdruck dürfte sich verschärfen: Laut der Erhebung von Otto Henning liegt der durchschnittliche Stundensatz externer Anwälte bereits bei 328 Euro, die hauseigenen Juristen kommen hingegen nur auf 125 Euro - 23 Euro weniger als noch im Jahr 2009. Für die Unternehmen rentiert sich die Einstellung eigener Anwälte damit bereits bei einer Auslastung von nur 38 Prozent.

Probleme beim Recruiting

Dass Rechtsrat von außen teuer ist, belegen weitere Zahlen: Für externe Wirtschaftskanzleien geben die Unternehmen im Schnitt 390000 Euro pro Umsatzmilliarde aus - der Aufwand für die eigene Rechtsabteilung liegt bei lediglich 279000 Euro.

Grund genug, neue Kräfte einzustellen - vor allem, wenn sich die deutschen Firmen mit den USA messen. Die amerikanischen Rechtsabteilungen sind vergleichsweise üppig ausgestattet: Sie beschäftigen im Schnitt 6,5 eigene Anwälte, die Top-150-Unternehmen in Deutschland nur 2,5 je Umsatzmilliarde.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×