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05.03.2004

11:00 Uhr

Honorare und Haftpflichtprämien haben sich verdoppelt

Fünf Milliarden Dollar für die Aufsicht

VonHarald Weiss

Die beiden Initiatoren des berühmt-berüchtigten Sarbanes-Oxley-Gesetzes, die US- Parlamentarier Paul Sarbanes und Michael Oxley, sind von ihrem vor zwei Jahren geschaffenen Werk noch immer begeistert: „Mit diesem Gesetz haben die Investoren wieder ihr Vertrauen in die Börse zurück gewonnen und das war die wichtigste Voraussetzung für die allgemeine Wirtschaftserholung“, sagte Michael Oxley jüngst.

Foto: dpa

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Doch die Väter des Gesetzes, das durch eine Reihe von Vorschriften neue Bilanzskandale in den USA verhindern soll, geraten zunehmend unter Druck, weil die Regelung nach Meinung der Industrie über das Ziel hinausschießt.

Laut einer Untersuchung der Marktforschungsagentur AMR kostet die US-Wirtschaft die Anpassung an das neue Gesetz in diesem Jahr 5,5 Milliarden Dollar. Dabei handelt es sich vor allem um Honorare und Haftpflichtprämien, die sich verdoppelt haben. Insgesamt sind die Kosten einer Börsennotierung für eine mittlere AG von 1,3 auf 2,5 Millionen Dollar gestiegen, hat die Anwaltskanzlei Foley & Lardner errechnet.

Pricewaterhouse-Coopers präsentierte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Studie, wonach inzwischen 59 Prozent der CEOs internationaler Konzerne die Kosten und die Bürokratie der neuen Regelung für zu hoch halten. Scharfe Kritik kommt vor allem aus den Reihen des Mittelstands. „Das Parlament musste damals etwas gegen die Skandale unternehmen, doch die meisten US-Aktiengesellschaften haben nicht annähernd die Größe von Worldcom oder Enron und können sich die vielen Auflagen einfach nicht leisten“, schimpft Jack Wynn, Chef von NSPCLC, einem Verband von kleinen und mittelgroßen Aktiengesellschaften.

Wynn meint sogar, dass der trotz Aufschwungs schwache US-Arbeitsmarkt eine unmittelbare Folge des Sarbanes-Oxley-Gesetzes sei: „Drei Viertel aller neuen Jobs entstehen bei kleinen und mittleren Unternehmen. Überhäuft man diese mit zu viel Regeln und Kosten gibt es keine neuen Arbeitsplätze.“

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