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08.06.2015

11:09 Uhr

Horst Brandstätter

Der Vater der Playmobil-Figuren ist tot

Playmobil-Chef Horst Brandstätter ist tot. Dem Unternehmer war 1974 der Durchbruch mit den beliebten Plastikfiguren gelungen. Bis zuletzt hatte der 81-Jährige die Firma mit zwei Geschäftsführern geleitet.

Der Playmobil-Chef, hier im Jahr 2013, verstarb am vergangenen Mittwoch nach kurzer schwerer Krankheit.

Horst Brandstätter

Der Playmobil-Chef, hier im Jahr 2013, verstarb am vergangenen Mittwoch nach kurzer schwerer Krankheit.

ZirndorfHorst Brandstätter war ein Unternehmer von altem Schlag. Kunststoff-Sandaletten, dunkle Socken, ein blauer Pullover über dem Hemd – um Konventionen scherte sich Brandstätter wenig. Er war eigenwillig und knorrig, hatte einen guten Riecher für die Vorlieben seiner jungen Kundschaft und war dabei stets um das Wohl des Betriebs und der mehr als 4000 Mitarbeiter besorgt.

Nun ist der Playmobil-Chef gestorben. Der 81-Jährige sei bereits am vergangenen Mittwoch nach kurzer schwerer Krankheit verstorben, teilte eine Sprecherin der Firma Geobra-Brandstätter am Montag am Firmensitz Zirndorf bei Nürnberg mit. Brandstätter war Alleineigentümer des Unternehmens.

Der Firma war im Jahr 1974 der Durchbruch mit den Plastikspielfiguren von Playmobil gelungen. Der Gründer hatte das Familienunternehmen bis zuletzt zusammen mit zwei Geschäftsführern geleitet.

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Für viele ist Playmobil längst ein Spielzeug-Klassiker. Millionenfach gehen die kleinen, bunten Plastikmännchen jährlich über den Ladentisch. Doch in vier Jahrzehnten hat sich bei den kleinen Figuren einiges geändert.

Playmobils Aufstieg ist legendär: Anfang der 70er-Jahre entwirft Brandstätter mit seinem Entwickler Hans Beck das erfolgreichste deutsche Spielkonzept der Nachkriegszeit. „Aus einer Zwangslage heraus“, wie er zugab, weil die Ölkrise vor mehr als 40 Jahren das Plastik verarbeitende Unternehmen in den Ruin zu treiben droht.

Mit den unverwüstlichen Kinder-Figuren schufen die beiden Männer eine renditestarke und konjunkturunempfindliche Einnahmequelle. Brandstätter gelang, was die meisten Wettbewerber nicht geschafft haben: Produktion in Deutschland zu halten und den Familienbesitz zu wahren.

Brandstätter plante stets langfristig. Zuletzt machte er Pressesprecherin Judith Weingart zur neuen Geschäftsführerin für Entwicklung, Marketing und Vertrieb neben dem kaufmännischen Leiter Steffen Höpfner. Zuvor hatte Andrea Schauer 15 Jahre lang die Geschäfte geführt. „Die Firma ist mein Leben, und ich will optimale Voraussetzungen schaffen, dass sie nach mir lange Bestand hat“, sagte Brandstätter einmal im Handelsblatt-Interview.

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