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29.11.2013

10:24 Uhr

HRS, Trivago und Co.

Hoteliers jammern über Buchungs-Websites

VonEberhard Krummheuer

Hoteliers klagen über Buchungsportale im Internet. Deren Marktmacht steigt und damit auch die Provisionen, die von den Webseiten eingestrichen werden. Die Hotelkette Best Western will der Entwicklung nun gegensteuern.

Preisanzeige an einem Hotel in Essen: Die Buchungsportale im Internet diktieren den Hoteliers die Provisionen. dpa

Preisanzeige an einem Hotel in Essen: Die Buchungsportale im Internet diktieren den Hoteliers die Provisionen.

DüsseldorfDeutschen Hoteliers stößt das Wachstum von HRS, Trivago und Co. übel auf. Jedes vierte Hotelzimmer wird mittlerweile über solche Internetportale gebucht, Tendenz steigend. Und die Website-Betreiber ließen die Macht „ihre ,lieben Hotelpartner' bei den zugrundeliegenden Geschäftsbedingungen und Kommissionshöhen spürbar fühlen“, urteilt Markus Luthe vom Hotelverband IHA. Die Zahl der relevanten Online-Buchungsportale nehme ab und damit werde die Marktposition der wenigen Big Player immer größer.

Das stört auch den Hotelverbund Best Western mit knapp 200 Hotels in Deutschland. „Ohne Internet geht bei der Hotelbuchung heute nichts mehr“, sagt Best-Western-Deutschlandchef Markus Smola im Gespräch mit Handelsblatt Online. Den von den Portalen diktierten hohen Provisionen versucht er mit einem verstärkten Eigenvertrieb zu entgegen. „Wir müssen gegensteuern“, sagt Smola. „Wir bauen den Verkauf über eigene Kanäle konsequent aus, um Gäste und Bucher auf unsere eigenen Internetseiten zu holen.“

Die größten Billighotelketten

A&O

Die Firmengründer Oliver Winter und Michael Kluge wollten eine günstige und dennoch zentral gelegene Übernachtungsmöglichkeit für Backpacker, Jugendgruppen und Familien schaffen, so entstand im Jahr 2000 das erste A & O Hostel in Berlin Friedrichshain mit 164 Betten. 2010 besaß A&O schon 8200 Betten und die Übernachtungszahlen hatten sich von 80.000 auf 1,5 Millionen erhöht. Mittlerweile gibt es 19 Häuser in Deutschland, die jeweils Budgethotel und Hostel (Jugendhotel) unter einem Dach vereinen.

B&B

Die Budget-Hotelkette wurde 1990 in Frankreich gegründet und konnte in der Zwischenzeit auch in Deutschland Fuß fassen. Anfang 2011 verfügte die Kette über rund 230 Hotels, davon 42 in Deutschland (Stand 11/2011).

Motel One

Dieter Müller startete 2001 die Dicount-Hotelkette Motel One. Pro Zimmer veranschlagt Müller beim Bau eines neuen Hotels etwa 70.000 Euro – ein Vier-Sterne-Haus rechnet 80.000 bis 100.000 Euro. Außerdem verzichtet Motel One auf Tagungsräume und eigene Restaurants – stattdessen gibt es nur eine Bar, die gleichzeitig als Frühstücksraum genutzt wird. Die Gäste scheint es nicht zu stören, solange der Preis stimmt. In Deutschland gibt es aktuell 38 Motel One-Hotels.

Holiday Inn Express

Die Kette gehört zur riesigen InterContinental Hotels Group, zu der auch Crowne Plaza, Hotel Indigo, Staybridge Suites oder hotel Indigo zählen. In Deutschland gibt es 21 Holiday Inn Express Häuser.

Ibis

Zur ibis-Familie gehören die gewohnten ibis-Hotels (88 Häuser), die ibis-Styles Hotels (19 Häuser) und die ibis budget Hotels (73 Häuser), mit Zimmern für ein bis drei Personen. Die ibis-Familie des Hotelkonzerns Accor unterhält in Deutschland 180 Häuser und ist damit hierzulande die größte Budget-Hotelmarke

Best Western ist hierzulande die größte Hotelmarke mit inhabergeführten Häusern im Drei- und Vier-Sterne-Segment. Die Herbergen erzielten im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von knapp 690 Millionen Euro, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Bei leicht steigenden Zimmerpreisen kletterte die durchschnittliche Belegung der Stadt- und Tagungshotels sowie Ferienressorts über die 70-Prozent-Marke.

Mit der Stärkung des Eigenvertriebs via Internet reagiert Smola auf den Konzentrationsprozess bei den Hotelportalen. Mit Argwohn hatte die Branche im vergangenen Jahr beobachtet, wie sich der Kölner Branchenführer HRS den Wettwerber hotel.de einverleibte. „Eine Ende des Wachstums bei den elektronischen Buchungen ist nicht abzusehen“, heißt es beim Verband IHA.

Kommentare (25)

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Account gelöscht!

29.11.2013, 10:42 Uhr

Die Provision wird nicht von den Websites eingestrichen, sondern offensichtlich von den Hoteliers bereitwillig und gerne bezahlt.
Besonders unlogisch ist, dass viele Hotels bei direkter Buchung im Hotel mehr verlangen, als wenn man über eine Website bucht.
Es gibt natürlich auch intelligente Hotelbetreiber, wie Accor oder IC, die bei direkter Buchung über die Hotelkette meistens sogar günstiger sind als bei Buchung über Website.

Account gelöscht!

29.11.2013, 10:48 Uhr

Wie buche ich ein Hotel?
Ich suche mir ein Verzeichnis, sehe mir die Angebote an und rufe direkt dort an. Das ist dann meistens billiger als eine Buchung über werbeträchtigen Portale. Und zwar teilweise erheblich. Und der Zeitaufwand ist derselbe, aber wenn man sich alles vorkauen lassen muß, kostet es eben letztenlich immer mehr. Werbung kostet sehr viel Geld, und die Werbeindustrie hat natürlich ein recht großes Interesse an dieser Marktkonzentration der scheinbar alles bestimmenden Portale.
Aber auch hier muß man eigentlich schon nicht mehr raten warum das so ist, oder sich immer weiter so entwickelt im Online-IT-Bereich.
Selbst schuld, so wirds für alle eben einfach teurer, und im Grunde ohne echten Mehrwert.

pendler

29.11.2013, 10:50 Uhr

Ich liebe das Internet und die damit verbundenen Vorteile für UNS.

Alleine schon weil man sich vor den Buchungen auch ein gutes Bild über das Hotel oder Reiseveranstalter machen kann. Auch wenn sich bei der Bewertung oft nur die Scheiß-Magneten äußeren, so erkennt man doch schnell an der Art der Kritik, wie gut das Angebot wirklich ist.

Alleine schon deshalb und auch wegen der oft deutlich besseren Preise nutze ich gerne weltweit das Internet für Reise und Hotel Buchungen.

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