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02.01.2006

16:53 Uhr

Hypo Real Estate-Chef Georg Funke

„Wir sind gerne langweilig“

Heimlich, still und leise hat Georg Funke den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate in den Dax geführt. Damit strafte er viele Lügen, die auf das krisengeschüttelte Immobiliengeschäft der Münchner keinen Pfifferling mehr wetten wollten.

Georg Funke. Foto: dpa

Georg Funke. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Während die frühere Muttergesellschaft Hypo-Vereinsbank im vergangenen Jahr ihre Selbstständigkeit verlor und von einer Führungskrise in die nächste schlitterte, setzte der 50-jährige Funke bei der Hypo Real Estate weitgehend unbeobachtet von der Öffentlichkeit den Sanierungskurs fort und lieferte kontinuierlich gute Zahlen. „Wir sind gerne langweilig“, sagte der internationale Immobilienexperte einmal bei der Vorlage der Geschäftszahlen. Auch im neuen Jahr will er Negativschlagzeilen möglichst vermeiden.

Als die HVB vor gut zwei Jahren ihr Geschäft mit der Finanzierung von Gewerbeimmobilien abspaltete, gaben viele Experten dem neuen Gebilde nur wenig Chancen. Die Hypo-Vereinsbank habe sich von Immobilien-Altlasten befreit, mit denen nun die Hypo Real Estate leben müsse, hieß es damals. Inzwischen fallen die Urteile positiver aus. „Die Restrukturierung ist auch dank eines guten Managements gelungen“, sagt Metehen Sen, Banken-Spezialist bei Sal. Openheim. Die Aufnahme in den DAX im Dezember sei die Krönung dieser Sanierungsstory gewesen.

Der freundliche, aber zurückhaltende Funke ist ein durchaus typischer Vertreter einer neuen Führungsgeneration, die eher unauffällige Machertypen denn charismatische Selbstdarsteller hervorgebracht hat. Auch bei Finanzkonzernen wie Allianz und Münchener Rück stehen mit Michael Diekmann und Nikolaus von Bomhard Chefs an der Spitze, die öffentliche Auftritte eher meiden, intern aber mit harter Hand viel bewegt haben.

Funke gilt im Unternehmen als ausgesprochen uneitel und umgänglich. Mit seinen Vorstandskollegen duzt er sich. Die Zügel hält er aber dennoch straff. Über jeden größeren Deal hält er sich persönlich auf dem Laufenden. „Wir machen keine Geschäfte, die sich nicht rechnen“, lautet dabei seine Devise.

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