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30.01.2004

06:44 Uhr

IBMs ehemaliger Deutschland-Chef Erwin Staudt krempelt den VFB Stuttgart um

Zwischen Strafraum und Scorecard

VonDaniel Schönwitz und Mitarbeit: Thomas Knüwer (Handelsblatt)

Erwin Staudt lässt abstimmen. „Wer ist dafür, dass der VfB Stuttgart deutscher Meister wird?“ Im prall gefüllten Hörsaal 17.02 der Universität Stuttgart brandet Jubel auf, zahllose Arme gehen in die Höhe. Die Mehrheit ist eindeutig. „Ich werde das morgen Herrn Magath sagen“, lächelt Staudt.

Erwin Staudt.

Erwin Staudt.

STUTTGART. Eigentlich hätte er an diesem Tag über das Controlling des VfB Stuttgart reden sollen. Doch beim Thema Fußball geht dem ehemaligen Deutschland-Chef von IBM schon mal der Gaul durch. Und das kommt an im Ländle. Im Juni wählten die Mitglieder des VfB ihn mit 543 zu 3 Stimmen zum ersten hauptamtlichen Präsidenten des Vereins.

Vor allem seine Bodenständigkeit kommt an bei den Fans. Unkompliziert, offen, freundlich – Staudt ist ein Typ. Davon gibt es viele im Fußballgeschäft. Doch er bringt auch Erfahrung mit. 30 Jahre lang arbeitete er bei IBM mit Stationen in Berlin und Paris. Die schwäbische Mundart ist ihm dabei nicht verloren gegangen.

Besonders stark drängt sie hervor, geht es um seinen VfB: „Das ist hier keine Spielwiese für einige wenige Sportfreaks. Wir haben letztes Jahr 800 000 Menschen ins Stadion gelockt und 2,5 Milliarden Blickkontakte im Fernsehen generiert. Seit Juli ist die Mitgliederzahl von 7 000 auf 17 000 gestiegen.“

Staudt fühlt sich wohl in seiner neuen Rolle als „Skipper“ des VfB Stuttgart. Der Unterschied zwischen der Arbeit bei IBM und beim VfB sei „wie der zwischen Dampfer und Segelyacht: Auf dem Dampfer IBM musste man sehr langfristig steuern, beim Verein geht alles sehr viel schneller.“ Seit dem Amtsantritt hat der Hobby-Jogger ein hohes Tempo vorgelegt. Er führte modernes Controlling ein, gewann neue Sponsoren wie Porsche („911 Freunde sollt ihr sein“).

„Staudt kann Menschen für etwas begeistern“, sagt Thomas Mickeleit, der als Kommunikationschef von IBM Deutschland fünf Jahre eng mit dem VfB-Präsidenten zusammengearbeitet hat. „Er ist ein echter Motivator.“ Peter Horvath, mit dessen Unternehmensberatung der VfB das Controlling modernisiert hat, urteilt: „Staudt ist ein optimaler Verkäufer seines Anliegens.“

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