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10.07.2012

14:32 Uhr

Igor Kim

Der Restebanken-Fetischist

VonOliver Bilger

Der russische Millionär Igor Kim hat ein Händchen für Bankentöchter angeschlagener Konkurrenten. Nun hat er bei der Russland-Gesellschaft der WestLB zugeschlagen. Und seine Einkaufsliste ist wohl noch nicht abgearbeitet.

Der nächste Fang des russischen Investors Igor Kim: die WestLB Vostok. Reuters

Der nächste Fang des russischen Investors Igor Kim: die WestLB Vostok.

MoskauWie viel er für die Tochtergesellschaft der deutschen WestLB gezahlt hat, ist nicht bekannt. Analysten bezweifeln jedoch, dass Igor Kim der Preis zu hoch war. Denn der aus Kasachstan stammende Millionär hat Erfahrung im Aufkaufen von Töchtern internationaler Banken.

In den vergangenen Jahren hat Kim mit seiner mittelgroßen Bankengruppe das Russland-Geschäft der britischen Barclays Bank übernommen sowie das von der spanischen Bank Santander und von Morgan Stanley aus den USA. Die Institute trennten sich von ihrem Russlandengagement aufgrund der Konkurrenz durch mächtige Staatsbanken und wegen der Turbulenzen auf den heimischen Märkten.

Was Kim mit der WestLB Vostok plant, ist noch nicht bekannt. Die Muttergesellschaft gibt es seit dem 1. Juli nicht mehr. Die wurde nach einer Reihe von Skandalen auf Geheiß der Brüsseler Kommission aufgelöst. Aber die Tochter lebt weiter. Ende 2011 verfügte WestLB Vostok über eine Bilanzsumme von 1,25 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis lag bei 15 Millionen Euro.

Kim selbst spricht von einem „wesentlichen Schritt zur erfolgreichen Erweiterung des Bankgeschäfts“. „Die internationale Erfahrung und der makellose Ruf der WestLB Vostok sind uns wichtig.“ Analysten schließen aber auch nicht aus, dass Kim die Bank nach einiger Zeit zu einem deutlich höheren Preis weiterverkauft. Diese Geschäftspraxis habe er in der Vergangenheit etabliert. Ebenso heißt es, Kims Einkaufsliste sei womöglich noch nicht abgearbeitet. Ein weiterer Zukauf könnte noch in diesem Jahr bevorstehen. Das nächste Ziel könnte die Russlandtochter der belgischen Bank KBC sein.

In der Finanzbranche kennt sich Kim aus. In Nowosibirsk studierte er Wirtschaftskybernetik. Nach dem Zerfall der Sowjetunion stieg er mit Bankgeschäften in Sibirien auf. Das „Forbes“-Magazin schätzt sein Vermögen auf eine halbe Milliarde Dollar.

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