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07.10.2013

20:27 Uhr

Immobilien

Wohnungsfirma Vitus soll bei Konkurrenz andocken

Der Finanzinvestor Round Hill Capital kann seine Beteiligung an Vitus Immobilien womöglich in Aktien eintauschen – und die dann an der Börse verkaufen. Die Firma mit 30.000 Wohnungen würde so bei einem Rivalen andocken.

Verkauf der Wohhnungsfirma: „Es gibt Überlegungen, Vitus gegen eine Sachkapitalerhöhung in ein gelistetes Immobilienunternehmen einzubringen“, sagte einer von vier Insidern. dpa

Verkauf der Wohhnungsfirma: „Es gibt Überlegungen, Vitus gegen eine Sachkapitalerhöhung in ein gelistetes Immobilienunternehmen einzubringen“, sagte einer von vier Insidern.

MünchenAuf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt steht womöglich noch in diesem Jahr ein größerer Unternehmensverkauf an. Die Eigentümer von Vitus Immobilien wollen das Wohnungsunternehmen loswerden und hoffen Finanzkreisen zufolge darauf, die Firma mit ihren 30.000 Wohnungen bei einem von deren börsennotierten Rivalen andocken zu können.

„Es gibt Überlegungen, Vitus gegen eine Sachkapitalerhöhung in ein gelistetes Immobilienunternehmen einzubringen“, sagte einer von vier Insidern, die mit den Plänen vertraut sind, der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Damit könnte der Finanzinvestor Round Hill Capital seine Beteiligung an Vitus in Aktien eintauschen, die sich später leicht über die Börse verkaufen ließen. Bei Round Hill Capital war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Das Konsortium um Round Hill Capital und seine Berater – die Deutsche Bank und Goldman Sachs – sprächen mit der Deutschen Annington, der Gagfah, der LEG Immobilien und der TAG Immobilien, hieß es in den Kreisen. Doch Annington plant derzeit keine großen Zukäufe, sondern will die bestehenden Wohnungen sanieren, LEG kauft nur kleinere Bestände in Nordrhein-Westfalen, Gagfah ist noch immer mit der eigenen Sanierung beschäftigt.

Round Hill Capital hatte Vitus zusammen mit anderen Beteiligungsfirmen 2007 für 1,6 Milliarden Euro gekauft. Heute sei das Unternehmen nur noch 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro wert, wovon der größte Teil aus Schulden bestehe, sagten die Insider übereinstimmend. Vitus gehören Wohnungen unter anderem in Kiel, Bremen, Wuppertal und Mönchengladbach. Ein Börsengang von Vitus Immobilien, über den seit Monaten spekuliert worden war, sei vom Tisch, sagten die Insider.

Round Hill erhoffe sich einen Abschluss noch in diesem Jahr, sagten mehrere Banker. Der Investor wolle das Engagement beenden und sei auch zu Zugeständnissen bereit. Vitus sei zu klein, um die Wohnungen erfolgreich zu bewirtschaften. „Man sieht jetzt den besten Zeitpunkt gekommen, das Portfolio gut zu verkaufen, weil der Markt da ist“, sagte ein Banker. Und ein neuer Eigentümer könnte die Wohnungen billiger refinanzieren als Round Hill.

Experten rechnen mit einem Preis, der um 15 bis 20 Prozent unter dem Buchwert (NAV) liegen könnte. Bei einem Gang an die Börse hätte Vitus mit einem deutlich größeren Abschlag rechnen müssen. Alternativ zu einem Verkauf könnte Round Hill auch neue Investoren mit an Bord holen, aber die Verwaltung des Bestandes behalten, sagte einer der Insider.

Von

rtr

Kommentare (1)

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MBoudik

08.10.2013, 07:10 Uhr

Es fällt mir sehr schwer, den derzeitigen "Immo-Hype" in allen Punkten nachzuvollziehen.

Sicherlich steigen die Preise und Mieten in guten Lagen (zB München, Hamburg und Berlin) seit 2008 massiv. Mieter werden mit Mieterhöhungen konfrontiert. Nicht jeder (alleinstehende) Rentner wird seine „120-qm-Wohnung“ in TOP Lage der Innenstadt von Berlin mit einer Rente von 1.200 Euro/Monat halten können.
Den Politikern kommt es recht: Statt Rentenerhöhung im Rahmen der Inflation lieber auf „Investoren“ schimpfen. Ängste bei den „Älteren“ aufbauen.

Doch für die seriösen Investoren (Vermieter) ist es schwer, im langfristig eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften: Das Haus auf dem Lande ist schwer verkäuflich, Vermieter müssen mit hohen Ausgaben rechnen und die Zahlen der großen Immobilien-Firmen (egal wie das Geschäftsmodell aussieht) sind nicht toll. Mietrendite derzeit in München bei Kauf eines Neu-Baues: Eher lächerlich….
Einzig Makler, die Sparkasse vor Ort (mit der Finanzierung) und Haus-Verwalter scheinen derzeit rundum zufrieden. Diese sind jedoch - strenggenommen - nicht Teil des Kern-Geschäftes. Bauen, Vermieten und Wohnen kann ich auch ohne Makler, mit Eigenkapital und wenn es eng wird, verwalte ich mein Mietshaus selbst.
Es ist doch wie beim Discounter: Der Markt ist hart umkämpft, nur wer die ganze Wertschöpfungskette voll im Griff hat, mach da langfristig seinen Schnitt....

Oder wie beim Goldrausch: Reich wurde der, der die Schaufeln verkaufte…..

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