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12.07.2013

11:17 Uhr

Immobilienbranche

IVG gerät unter Zeitdruck

Bald lädt IVG zur Hauptversammlung – doch vorher sollte sich das angeschlagene Immobilienunternehmen mit Anlegern auf einen Sanierungsplan einigen, damit es keine bösen Überraschungen gibt – es ist offen, ob das klappt.

Eine teure Augenweide: Der Büro- und Hotelkomplex „Squaire“ am Flughafen Frankfurt ist mit seinen 660 Metern Länge und 65 Metern Breite ein eindrucksvolles Gebäude. Doch mit den Investitionen von etwa einer Milliarde Euro hat sich der Immobilienkonzern IVG womöglich übernommen. dpa

Eine teure Augenweide: Der Büro- und Hotelkomplex „Squaire“ am Flughafen Frankfurt ist mit seinen 660 Metern Länge und 65 Metern Breite ein eindrucksvolles Gebäude. Doch mit den Investitionen von etwa einer Milliarde Euro hat sich der Immobilienkonzern IVG womöglich übernommen.

FrankfurtDem hochverschuldeten Büroimmobilienkonzern IVG bleibt noch eine Woche, um sich mit seinen Gläubigern zu einigen. Das sagten zwei mit der Sache vertraute Personen aus dem Umfeld des Unternehmens am Freitag. Hintergrund für den Zeitdruck ist die am 30. August geplante Hauptversammlung, auf der die Eigner über den Sanierungsplan abstimmen sollen. Dafür muss spätestens am 20. Juli eingeladen werden. „Die Zeit wird sehr knapp“, sagte einer der Insider.

Die IVG wollte sich zum Stand der Gespräche nicht äußern. Anfang Juni hatte der Vorstand den Sanierungsplan offiziell gemacht: Demnach ist geplant, dass die Kreditgeber – darunter dominieren inzwischen Hedgefonds – auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und dafür im Gegenzug IVG-Aktien erhalten (Debt/Equity-Swap). Insgesamt müsse die Verschuldung von mehr als vier Milliarden Euro um 1,75 Milliarden Euro gedrückt werden, um „wieder nachhaltig kapitalmarktfähig zu werden“, hatte das Unternehmen damals mitgeteilt.

Inzwischen gebe es zwar Bewegung in den Gesprächen, berichteten die Insider. Aber noch seien nicht alle an Bord. Rasche Notverkäufe von Immobilien oder des lukrativen Geschäfts mit unterirdischen Öl- und Gasspeicheranlagen (Kavernen) schloss eine der involvierten Personen aus. „Es ist klar, dass da jetzt einige Geier angelockt werden. Aber die Eigentümer wollen ja nicht auf einer leeren Hülle sitzen bleiben.“

Die IVG hatte sich in der Finanzkrise mit teuren Projektentwicklungen verhoben – etwa dem Geschäftskomplex „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen – diese wurden mit Schulden finanziert und die Erwartungen nie erfüllt. Als die Objekte drastisch an Wert verloren, wurde es eng. Bis heute schreibt das Unternehmen wegen immer neuer Abwertungen Verluste. Ende März stand der Bonner Konzern mit 4,2 Milliarden Euro in der Kreide, die Verschuldungsquote (LTV) ist mit 72 Prozent nach eigener Einschätzung viel zu hoch, um die anstehende Refinanzierung zu meistern. Daher will der IVG-Vorstand nun den Befreiungsschlag und hofft auf ein Entgegenkommen von Aktionären, Anleiheinvestoren und anderen Gläubigern.

Von

rtr

Kommentare (1)

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rtlange

12.07.2013, 20:36 Uhr

Ich wundere mich sehr über das Zitat der "in die Verhandlungen involvierten Person":
Möglicherweise ist der Vorstand der IVG nicht an zügigen Verkäufen von Immobilien interessiert um das Unternehmen möglichst in der jetzigen Form zu erhalten.
Für die Eigentümer ist es hingegen der einzige Weg wenigsten einen Teil des bilanzierten Netto-Wertes je Anteilsschein (der sich sowieso seit Jahren im Sinkflug befindet) zu behalten.

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