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21.02.2014

17:22 Uhr

Immobilienfinanzierer

Fannie Mae zahlt US-Regierung Milliarden zurück

Im Zuge der Finanzkrise erhielten Fannie Mae und ein Schwesterinstitut 187,5 Milliarden Dollar vom Staat. Nun zahlt die Immobilienbank die ersten Milliarden zurück. Das Unternehmen will auch künftig profitabel bleiben.

Der Hauptsitz des Immobilienunternehmens Fannie Mae in Washington. ap

Der Hauptsitz des Immobilienunternehmens Fannie Mae in Washington.

WashingtonGute Nachrichten für die US-Steuerzahler: Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Fannie Mae gibt dank der Erholung am Häusermarkt 7,2 Milliarden Dollar an Rettungsgeldern über Dividenden an die Regierung zurück. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, lag der Nettogewinn im vierten Quartal 2013 bei 6,5 Milliarden Dollar. Dies war der achte Quartalsgewinn in Folge.

Fannie Mae bleibt nach den Worten von Firmenchef Timothy Mayopoulos auch künftig profitabel, wird sein Ergebnis von 2013 aber nicht wiederholen können. Im vergangenen Jahr fuhr der Konzern einen Rekordüberschuss von 84 Milliarden Dollar ein, nicht nur dank des anziehenden Immobilienmarktes, sondern auch wegen eines Steuereffektes. Im Jahr davor waren es 17,2 Milliarden Dollar.

Der Ausnahmegewinn ist eine gute Nachricht für den US-Steuerzahler, der Fannie Mae und die Schwestergesellschaft Freddie Mac in der Krise mit einem 187 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket gestützt hatte. Die Finanzfirmen stottern die Summe über Dividenden ab.

Es gibt mehrere Gründe für die Gewinnflut: Erstens wirken sich die damaligen Verluste heute steuerlich vorteilhaft aus. Zweitens sind die Häuserpreise in den USA gestiegen und die Kreditnehmer zahlen ihre Raten zuverlässiger. Drittens hatten Fannie Mae und Freddie Mac sich mit Großbanken auf Entschädigungen geeinigt, denen sie Betrug bei Hypothekengeschäften vor der Finanzkrise vorgeworfen hatten. So zahlte die Deutsche Bank im Dezember im Rahmen eines Vergleichs gut 1,9 Milliarden Dollar.

Die gigantischen Dividendenzahlungen von Fannie Mae und Freddie Mac hatten der US-Regierung in den Haushaltsstreitigkeiten im vergangenen Jahr finanzielle Luft verschafft. Fannie Mae würde inklusive der März-Zahlung 121,1 Milliarden Dollar überwiesen haben. Freddie Mac zahlte bis zum Dezember 71,3 Milliarden Dollar. Der Geschäftsbericht des Unternehmens für das vergangene Jahr steht aber noch aus.

Die Konzerne spielen bei der Stabilisierung des US-Häusermarktes eine wichtige Rolle. Ihre Aufgabe ist es, Hauskredite von privaten Banken aufzukaufen, damit diese wieder neue Kredite vergeben können. Als der US-Immobilienmarkt jedoch in der Krise einbrach, gerieten Fannie Mae und Freddie Mac in Not und der Staat musste sie auffangen. Es war eine der teuersten Rettungsaktionen jener Zeit.


Kommentare (1)

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Achim17

21.02.2014, 17:59 Uhr

Investigativ hoch zwei?

Und 4. kauft die FED seit Ende 2012 monatlich MBS-Papiere im Wert von 40 Milliarden (US - Billion) US-Dollar. Sprich die Scheingewinne werden durch die US-Notenbank kreiert. Wozu eigentlich noch Steuern zahlen, wenn es solch innovative Notenbanken gibt?

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