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18.12.2014

14:15 Uhr

Immobilienkonzern

IVG will Spezialfonds nun doch behalten

Eigentlich will sich der Immobilienkonzern IVG nach seiner Planinsolvenz auf das Bestandsgeschäft mit eigenen Immobilien fokussieren. Das Geschäft mit Spezialfonds soll nun allerdings doch nicht verkauft werden.

Der Immobilienkonzern IVG hat seinen Sitz in Bonn. dpa

Der Immobilienkonzern IVG hat seinen Sitz in Bonn.

FrankfurtDer frisch sanierte Immobilienkonzern IVG hat sich gegen einen Verkauf seines Geschäfts mit Spezialfonds („Institutional Funds“) entschieden. Etliche Interessenten hätten in den vergangenen Wochen vorgesprochen, allerdings vergeblich, sagte der neue Vorstandschef Ralf Jung am Donnerstag. „Es gibt keinen finanziellen Grund, sich von dem Geschäft zu trennen.“

IVG Institutional Funds bewerten Branchenkenner mit etwa 200 Millionen Euro. Die Sparte verwaltet mit knapp 200 Mitarbeitern ein Immobilienvermögen von rund elf Milliarden Euro und steuerte zuletzt gut ein Zehntel zum operativen Konzernergebnis bei. Die Büro- und Einzelhandelsimmobilien befinden sich in Europa. Die IVG hatte zuletzt erwogen, gemeinsam mit Investmentbanken die strategischen Optionen für den Bereich auszuloten – den Prozess dann aber auf halber Strecke gestoppt. Offenbar stimmten die Preisvorstellungen nicht überein.

Zum Kerngeschäft der „neuen“ IVG gehören die Spezialfonds eigentlich nicht mehr. Das Bonner Unternehmen will sich nach seiner Planinsolvenz auf das Bestandsgeschäft mit eigenen Immobilien fokussieren. Damit soll die Komplexität reduziert und das Risiko reduziert werden. Inzwischen haben etliche Hedgefonds das Sagen, die sich in der Krise über die Schulden eingekauft haben. Sie sind für gewöhnlich eher an einer Verwertung der einzelnen Geschäftsteile interessiert.

Das sind Deutschlands Immobilienriesen

Platz 6: GAG

Die GAG Immobilien AG bewirtschaftet rund 42.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte Vermieter in Köln. Die GAG verwalte damit 2,8 Millionen Quadratmeter Wohnfläche.

Platz 5: GSW

Die GSW Immobilien kommt auf 60.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist börsennotiert und wurde im Jahr 1924 gegründet. Schwerpunkt der Arbeit ist Berlin, die GSW ist dort nach eigenen Angaben „ein führendes privates Wohnimmobilienunternehmen“.

Platz 4: TAG

Die TAG Immobilien AG kommt auf Platz vier der deutschen Wohnungsriesen. Das Unternehmen verwaltet 68.781 Wohnungen. Hauptstandorte sind nach eigenen Angaben die Großräume Hamburg und Berlin, die Region Salzgitter, Thüringen/Sachsen sowie Nordrhein-Westfalen. Sitz der TAG ist Hamburg.

Platz 3: Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen mit Sitz in Berlin bewirtschaftete im April 2013 insgesamt 82.500 Wohnungen. Aktuell gibt das börsennotierte Unternehmen die Zahl der Wohnimmobilien mit rund 89.500 an. Schwerpunkt ist der Großraum Berlin sowie das Rhein-Main-Gebiet, Rheinland, Hannover, Braunschweig, Magdeburg.

Platz 2: Gagfah

Die Gagfah Gruppe mit Sitz in Essen ist die Nummer zwei der Wohnimmobilien-Unternehmen in Deutschland. Im April bewirtschaftete das Unternehmen 145.000 eigene Mietwohnungen und 13.000 für Dritte verwaltete Wohnungen. Aktuell gibt das Unternehmen sogar 35.000 für Dritte verwaltete Wohnungen an.

Platz 1: Deutsche Annington

Die Deutsche Annington erregte mit dem Börsengang im Juli 2013 zuletzt großes Aufsehen. Das Bochumer Immobilienunternehmen bewirtschaftet 210.000 Wohnungen - davon 180.000 eigene. Die Deutsche Annington stieg im Jahr 2005 auf, als sie die Viterra AG mit 138.000 Wohnungen von Eon erwarb.

Weiterhin am Laufen ist laut Jung der Verkaufsprozess für den riesigen Geschäftskomplex „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen. Bis Weihnachten solle das Bieterfeld weiter ausgesiebt werden. Reuters hatte Ende November aus Branchenkreisen erfahren, dass insgesamt sechs Offerten vorliegen. Darunter seien der Finanzinvestor Blackstone, der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock, der Immobilienentwickler Tishman Speyer sowie große Fonds aus Asien und Nahost.

Insidern zufolge stand das Sorgenkind „Squaire“, bei dem die Baukosten aus dem Ruder gelaufen waren, zuletzt noch mit rund 700 Millionen Euro in den Büchern. Der Konzern hofft auf einen Verkaufsabschluss im ersten Halbjahr 2015.

Von

rtr

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