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01.06.2015

16:17 Uhr

Immobilienportale

Gibt es ein Leben ohne Makler?

VonMiriam Schröder

Es gab Zeiten, da war Makler ein Traumberuf: Aufwand überschaubar, Einkommen hoch. Doch das ändert sich. Seit heute gelten Änderungen bei der Maklergebühr. Dazu kommt: Es gibt neue Wege, ganz ohne Makler auszukommen.

Das bringt der Juni

Es hagelt neue Gesetze: Mietpreisbremse und Maklerprovision

Das bringt der Juni: Es hagelt neue Gesetze: Mietpreisbremse und Maklerprovision

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BerlinMieter und Makler sind von Natur aus keine Freunde. Wer sich schon einmal durch eine überfüllte Wohnung in begehrter Lage gekämpft hat, in der ein gelangweilter Mensch die Tür aufschloss, Bewerbungsbögen verteilte und anschließend tausende von Euro für diese Leistung verlangte, für den ist heute ein Tag der Freude: Seit dem 1. Juni gilt in Deutschland das Besteller-Prinzip, nach dem die Maklergebühr bei der Vermittlung von Mietwohnungen von demjenigen zu tragen ist, der den Vermittler engagiert hat: Im Normalfall ist das der Vermieter.

Für die Wohnungsbesitzer übernehmen die Makler eine Reihe lästiger Aufgaben: Sie fotografieren die Wohnung so, dass sie hell und toprenoviert aussieht, schalten die Anzeige, nehmen hunderte von Anrufen oder Mails entgegen, sichten Einkommensbescheide und Schufa-Auskünfte, bevor sie den Vermietern die passenden Kandidaten präsentieren. Aber sind diese auch bereit, den Preis, in der Regel das 2,38-fache der Kaltmiete, dafür zu bezahlen? Oder werden sie die Sache künftig selbst in die Hand nehmen?

Falls nicht, steht schon eine Reihe junger Internetunternehmen in den Startlöchern, den Job des Maklers zu übernehmen. Pünktlich zum 1. Juni ist etwa Nachmieter.de online gegangen. Das Berliner Start-up überträgt die Nachmieter-Suche ganz einfach an den Vormieter. Der setzt die Wohnung in die Szene und lädt die Bewerber zur Besichtigung ein. Der gesamte Prozess läuft über das Portal Nachmieter.de.

Auf Wunsch kann sich der Vermieter auch selbst einloggen und die Angaben der Bewerber überprüfen. Bei erfolgreicher Vermittlung zahlt der Wohnungsbesitzer nur die Hälfte der bisher üblichen Maklergebühr – und zwar an seinen ehemaligen Mieter. Der Wohnungssuchende zahlt nichts.

Schon etwas länger am Markt ist Faceyourbase: Das Münchner Start-up will dem Vermieter ebenfalls die Suche nach dem passenden Mieter erleichtern. Zwar muss er seine Anzeige noch selbst eingeben. Wer sich auf die Wohnung bewirbt, kann neben seinem Foto nicht nur alle möglichen Daten wie Kinder, Haustier oder Haushaltseinkommen angeben, sondern auch auf Profile bei sozialen Netzwerken wie Facebook oder Linkedin verweisen

So kann der Vermieter nachvollziehen, mit wem der künftige Mieter Umgang pflegt oder was er am Wochenende so treibt.

Kommentare (14)

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Herr Marc Otto

01.06.2015, 16:40 Uhr

Versicherungs-Vertreter hatten schon seit ewigen Zeiten einen miesen Ruf, die Lebensversicherung steht vor dem AUS

Makler sind gerade dabei ihnen zu folgen

Banker zu sein, heißt, dass man nur hinter Panzerglas noch sicher ist

Journalisten kämpfen um den letzten Leser (FAZ entlies im letzten Jahr 200 MA)

Wie konnte das denn nur passieren? All diese Berufen waren doch soooo sehr um unser Wohlergehen und um unsere objektive Information bemüht.

Account gelöscht!

01.06.2015, 17:22 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Christian Oeller

01.06.2015, 17:31 Uhr

Makler genießen deswegen keinen besonders guten Ruf, da Sie nicht zuletzt von den Medien in ein bestimmtes Licht gerückt werden (… überfüllte Wohnung in begehrter Lage … gelangweilter Mensch die Tür aufschloss … tausende von Euro für diese Leistung verlangt ...). Unabhängig davon, dass diese Situation wohl eher der Ausnahme entspricht, wird jeder spätestens dann merken, wie zeit- und verhandlungsintensiv es wird, wenn er den Job erstmal selbst versucht hat. Der beste Beweis sind die Immobilienanzeigen von Privat, welche nach ein paar Wochen dann doch wieder ein Makler anbietet.

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