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08.01.2014

14:58 Uhr

Impfungen und Sport

Betriebe werben Fachkräfte mit Gesundheitsangeboten

Viele deutsche Unternehmen setzen auf die Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter: Sie bieten ergonomische Bürostühle an oder haben Vorsorgeuntersuchungen im Programm. So wollen sie Fachkräfte binden.

Als Partner binden die Betriebe Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften, aber auch Fitness-Studios, Physiotherapeuten und Ärzte ein. dpa

Als Partner binden die Betriebe Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften, aber auch Fitness-Studios, Physiotherapeuten und Ärzte ein.

BerlinAuf der Suche nach Fachkräften setzen die deutschen Unternehmen verstärkt auf die Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter. 90 Prozent der Betriebe bieten inzwischen mindestens eine Maßnahme in diesem Sektor für ihre Beschäftigten an oder planen dies konkret, ergab eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte DIHK-Umfrage unter rund 1500 Betrieben. Lediglich zehn Prozent der Betriebe machen solche Angebote nicht.

Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks, sagte, die Unternehmen hätten erkannt, dass sich durch Gesundheitsförderung angesichts der demografischen Entwicklung und des sich verschärfenden Fachkräftemangels Mitarbeiter länger halten ließen. Dies gelte besonders für ältere Beschäftigte. Zugleich verwies Dercks auf Studien, wonach jeder in die Krankheitsvorbeugung investierte Euro einen Ertrag von zwei bis drei Euro bedeute. Eigene Berechnungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) gebe es dazu nicht.

70 Prozent der Unternehmen böten eine gesundheitsgerechte Ausstattung am Arbeitsplatz an - wie etwa ergonomische Bürostühle, Stehpulte, verstellbare Arbeitsplatten oder spezielle Fertigungsbänke. 45 Prozent haben Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen im Programm. Sport und Bewegungsangebote stehen der Erhebung zufolge bei 43 Prozent der Betriebe auf der Tagesordnung. Angebote zur Stressbewältigung bieten gut ein Viertel der Betriebe oder planen diese.

Die Volkskrankheiten der Deutschen

Wirtschaftlicher Schaden

Volkskrankheiten haben nicht nur gesundheitliche sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen. Allein im Jahre 2010 waren die Bundesbürger 17,6 Tage im Durchschnitt krankgeschrieben.

Todesursachen

Volkskrankheiten führen nicht zwangsläufig zum Tode. Deshalb ist es wichtig, zwischen Krankheiten und Todesursachen zu unterscheiden. Zu den häufigsten Todesursachen zählen in Deutschland der Herzinfarkt und der Schlaganfall. 42 Prozent der Bundesbürger waren hiervon betroffen.

Krebs

Zu den zweithäufigsten Todesursachen zählt das Krebsleiden mit 35 Prozent. Frauen versterben neben Krebserkrankungen der Verdauungsorgane nicht selten an Brustkrebs. der Darm-und Lungenkrebs ist die häufigste Todesursache bei den männlichen Bundesbürgern.

Depression

Zu den häufigsten Erkrankungen gehört die Depression. Sie belegt den vierten Platz in der Rangliste mit 9,4 Prozent. Unter Depressionen sind unterschiedliche Erkrankungen zu fassen wie beispielsweise Angstzustände.

Burn-out

Unter den Begriff der Depressionen fällt auch das Krankheitsbild des Burn-out Syndroms. Betroffene sind meist körperlich, geistig und emotional erschöpft. Grund für diesen Zustand sind Stress oder berufliche Überbelastung.

Eu-weit belaufen sich die volkswirtschaftlichen Folgekosten auf 20 Milliarden Euro jährlich.

Atemwege

Platz 3 belegen die Atemwegserkrankungen mit 18 Prozent. Mediziner unterscheiden zwischen den oberen und unteren Atemwegen. Zu den Erkrankungen der oberen Atemwege gehören Krankheiten der Nasennebenhöhlen und Kieferhöhlenentzündungen. Die Bronchitis hingegen wird zu den Krankheiten der unteren Atemwege gezählt.

Übergewicht

Gemeinsam mit den Atemwegserkrankungen ist die Fettstoffwechselstörung die dritthäufigste Krankheitsursache in Deutschland. Eine Störung des Stoffwechsels ist das Übergewicht, das auf falsche Ernährung und Bewegungsmangel zurückzuführen ist. Laut des Europäischen Statistikamts sind 60 Prozent der Deutschen übergewichtig.

Diabetes

Eine weitere Fettstoffwechselstörung ist die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Dabei wird zwischen Typ 1 und Typ 2 unterschieden. Typ 2 ist auf das Übergewicht zurückzuführen.

Rückenschmerzen

Mit 24,1 Prozent sind die Rückenschmerzen das zweithäufigste Volksleiden der Deutschen. Diese Zahl schlägt sich auch in den Krankheitstagen nieder. 13 Tage lässt sich der Bundesbürger wegen dieser Erkrankung krankschreiben.

Bluthochdruck

25,7 Prozent der deutschen Bundesbürger leiden an Bluthochdruck. Damit belegt diese Erkrankung den ersten Platz. Die Ursachen sind vielfältiger Natur. Außer der genetischen Veranlagung spielen Stress, Bewegungsmangel und ein überhöhter Alkoholkonsum eine wesentliche Rolle. Wird die Erkrankung nicht behandelt, drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Als Partner binden die Betriebe Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften, aber auch Fitness-Studios, Physiotherapeuten und Ärzte ein. Allerdings nutzen die Firmen nur zu 17 Prozent die staatliche Förderung, wonach im Jahr für bestimmte Präventionsleistungen ein Steuerfreibetrag von 500 Euro pro Mitarbeiter geltend gemacht werden können. Dercks beklagte, die Latte für die Förderung liege sehr hoch und die Finanzämter wüssten darüber meist nicht bescheid.

Dercks äußerte die Befürchtung, dass sich die Pläne der Koalition zur abschlagfreien Rente mit 63 kontraproduktiv auf das Gesundheitsangebot auswirken könnten. Für Beschäftigte über 55 werde künftig eher auf ein vorzeitiges Ausscheiden gesetzt, anstatt in ihre Gesundheit zu investieren.

Von

rtr

Kommentare (1)

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MaxKazenwadel

09.01.2014, 18:03 Uhr

Eine unbürokratische Möglichkeit die staatliche Förderung optimal zu nutzen bietet das Berliner Unternehmen www.machtfit.de.

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