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20.03.2013

19:02 Uhr

In USA und Großbritannien

Expansion belastet Tipp 24

Anlaufschwierigkeiten in den USA und Großbritannien machen dem deutschen Internet-Lottoanbieter Tipp 24 zu schaffen. Das Unternehmen expandierte kürzlich auf den beiden Märkten. Die Gewinnerwartungen wurden gesenkt.

Tipp-24-Chef Hans Cornehl: Der CEO muss die Gewinnerwartungen seines Unternehmens nach unten korrigieren. Pressebild

Tipp-24-Chef Hans Cornehl: Der CEO muss die Gewinnerwartungen seines Unternehmens nach unten korrigieren.

MünchenDie Expansion in Großbritannien und den USA belastet den deutschen Internet-Lottoanbieter Tipp24. Das im Kleinwerteindex SDax notierte Unternehmen senkte deshalb am Mittwoch seine Gewinnerwartungen für das laufende Jahr. Statt eines Betriebsgewinns (Ebit) von 35 bis 45 Millionen Euro rechnet Tipp24 nur noch mit 20 bis 30 Millionen Euro. Grund seien Anlaufkosten für neue Geschäfte in den weniger stark regulierten angelsächsischen Märkten, die das Unternehmen künftig stärker beackern will, wie ein Sprecher erläuterte. Die Aktie zählte mit einem Kursverlust von 4,9 Prozent zu den größten Verlierern im SDax.

Der Konzern, der im Juli sein Deutschlandgeschäft unter dem Namen Lotto24 abgespalten hatte, zieht sich nun auch mit seinem Firmensitz aus der Bundesrepublik zurück. Die Zentrale soll aus Hamburg nach London verlegt werden, wie Tipp24 mitteilte. Die Notierung an der Deutschen Börse bleibe aber bestehen. Die strengen Vorschriften der Bundesländer, die eigene Lottogesellschaften betreiben, machen den privaten Anbietern zu schaffen.

Verkaufstrend Multi-Channel

Hier informieren, dort kaufen

Immer mehr Menschen kombinieren unterschiedliche Informations- und Kaufkanäle. Einer Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung zufolge informieren sich 65 Prozent der Deutschen bei manchen Einkäufen in Ladengeschäften, kaufen anschließend aber online. Genauso verbreitet ist der umgekehrte Weg. Insgesamt neigen 90 Prozent der Verbraucher zum so genannten Multi-Channelling.

Nachholbedarf

Die Handelsketten in Deutschland haben Nachholbedarf im Onlinegeschäft, wie eine im November veröffentlichte Untersuchung des Handelsforschungsinstituts EHI zeigt. Demnach haben 98 Prozent der 1.000 größten Vertriebslinien zwar einen eigenen Internetauftritt. Allerdings ist weniger als die Hälfte im E-Commerce aktiv.

Kaum Online-Handel mit Lebensmittel

Während rund 53 Prozent der vom EHI Retail Institute untersuchten Non-Food-Händler einen Online-Shop betreiben, ist das nur bei 16 Prozent der Lebensmitteleinzelhändler der Fall.

Wachstumstreiber

Für stationäre Einzelhändler, die schon einen Onlineshop haben, zahlt sich die Investition in der Regel aus. Eine Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) hat ergeben, dass im Weihnachtsgeschäft 13 Prozent dieser Händler bereits einen Umsatzanteil von mehr als zehn Prozent online erwirtschafteten. Die Hälfte der Befragten realisierte immerhin zwischen einem und zehn Prozent des Umsatzes im Internet.

Logistische Herausforderung

Zusätzliche Vertriebskanäle bedeuten neue Logistikabläufe. Wie eine Untersuchung des EHI Retail Institute zeigt, gehen Hersteller und Händler diese Herausforderung unterschiedlich an: Hersteller neigen dazu, den Online-Handel in bestehende Lagerstandorte zu integrieren. Dagegen bevorzugen Handelsunternehmen mehrheitlich das Outsourcing der E-Commerce-Logistik.

Im vergangenen Jahr lief das Geschäft von Tipp24 gleichwohl besser als geplant. Der Umsatz stieg auf 142,7 (Vorjahr: 139,3) Millionen Euro. Für 2012 veranschlagt waren lediglich 130 bis 140 Millionen Euro - eine Erwartung in dieser Höhe bekräftigte das Unternehmen auch für das laufende Jahr. Das Ebit lag 2012 mit einem Rekordwert von 56,5 Millionen Euro am oberen Ende des in Aussicht gestellten Rahmens von 48 bis 58 Millionen Euro. Im Jahr 2011 waren es 51,9 Millionen Euro gewesen.

Von

rtr

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