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17.03.2016

16:41 Uhr

Indischer Schnapsbaron

Gläubiger jagen den „König der guten Zeiten“

Mehr als 1,2 Milliarden Euro soll Vijay Mallya indischen Banken schulden – doch der Besitzer des Spirituosenherstellers United Spirits hat sich offenbar abgesetzt. Gläubiger und indische Behörden haben die Jagd eröffnet.

Viele Kritiker werfen indischen Banken vor, Kredite zu leichtfertig zu vergeben – im Falle Mallyas hatten sie vermutlich recht. AFP; Files; Francois Guillot

Der Schnapsbaron

Viele Kritiker werfen indischen Banken vor, Kredite zu leichtfertig zu vergeben – im Falle Mallyas hatten sie vermutlich recht.

Neu DelhiIn Indien jagen wütende Gläubiger den „König der guten Zeiten“, den Schnapsbaron Vijay Mallya. Er soll mehr als einem Dutzend Banken insgesamt 90 Milliarden Rupien (1,2 Milliarden Euro) schulden. Finanzminister Arun Jaitley versprach im Fernsehsender India Today, jede Behörde – vom Zoll bis zur Polizei – werde handeln. Die Banken hätten zugesichert, sie würden sich „jeden Penny“ zurückholen, den sie bekommen könnten.

Mallya hatte Indien am 2. März verlassen, nachdem zu seiner Festnahme aufgerufen worden war. Die Finanzpolizei hat ihn für Freitag vorgeladen; der Gesuchte hat aber bislang nicht gesagt, ob er auch erscheinen wird. Mallya ist offiziell nicht wegen irgendeines Verbrechens angeklagt. In einer Reihe von Interviews hat er bestritten, sich abgesetzt zu haben.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf den indischen Bankensektor, dem Kritiker vorwerfen, allzu leichtfertig Kredite zu vergeben. Die vielen faulen Kredite gefährden demnach bereits die Finanzstabilität von Asiens drittgrößter Volkswirtschaft. Die Regierung steht in der Kritik, weil sie nicht entschlossen gegen reiche Geschäftsleute vorgeht, die sich riesige Summen leihen und nicht zurückzahlen.

Von

afp

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