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01.05.2011

15:46 Uhr

Energiekonzern CEZ

Mehr Atomstrom nach Deutschland

ExklusivDer tschechische Stromkonzern CEZ möchte den Ausstieg aus der Kernenergie nutzen und mehr Atomstrom nach Deutschland liefern. Dazu müssten neue Überlandleitungen nach Deutschland gebaut werden.

Warnschild: Kommt die Atomenergie nach dem Ausstieg demnächst aus dem Ausland? Quelle: ap

Warnschild: Kommt die Atomenergie nach dem Ausstieg demnächst aus dem Ausland?

DüsseldorfDer staatliche tschechische Stromkonzern CEZ will nach einem deutschen Kernkraftausstieg mehr Strom in die Bundesrepublik verkaufen. „Je größer das Stromdefizit in Deutschland nach einer Abschaltung der Atomkraftwerke sein wird, desto größer werden natürlich die Chancen für uns“, sagte CEZ-Konzernchef Martin Roman im Gespräch mit dem Handelsblatt (Montagsausgabe).

Sein Unternehmen wolle selbstverständlich mehr Strom verkaufen, auch im Export nach Deutschland. Nach der kurzfristigen Abschaltung von sieben deutschen Kernkraftwerken im März waren die tschechischen Stromexporte in die Bundesrepublik bereits angestiegen.

Damit mehr tschechischer Strom von Tschechien nach Deutschland fließen kann, müssten allerdings noch zusätzliche grenzüberschreitende Leitungen gebaut werden. CEZ-Chef Roman sieht das Problem dabei vor allem auf der deutschen Seite. „Tschechien war immer bereit dazu, in grenzüberschreitende Leitungen zu investieren“, betonte er.

Der staatliche CEZ-Konzern, zu 70 Prozent im Eigentum der Tschechischen Republik, hält auch trotz des Atomunfalls im japanischen Fukushima am geplanten Ausbau seiner Kernkraftkapazitäten fest. In etwa zehn Jahren sollen in Temelin im Südwesten des Landes und nicht weit entfernt vom Bayerischen Wald voraussichtlich zwei neue zusätzliche Atommeiler in Betrieb gehen.

Temelin ist schon heute einer von zwei Standorten, wo CEZ Kernkraftwerke betreibt. Mit den beiden geplanten neuen Reaktoren steigt der Anteil der Atomkraft an der gesamten CEZ-Stromproduktion auf mehr als 50 Prozent. CEZ ist in Tschechien mit einem Marktanteil von etwa 70 Prozent das dominierende Unternehmen.

CEZ-Chef Roman wollte den geplanten deutschen Atomausstieg nicht kommentieren. Er warnte allerdings vor steigenden Strompreisen und geringerem Wirtschaftswachstum, sollte sich Deutschland tatsächlich zum kompletten Ausstieg entscheiden.

Kommentare (6)

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walter

01.05.2011, 19:03 Uhr

Solange die Leute in D für dumm verkauft werden und es auch noch glauben, dass man mal eben nur noch auf erneuerbare Quellen umsteigen könnte, solange freuen sich andere einen Ast, wenn sie Ihren Strom verkaufen können.

Account gelöscht!

01.05.2011, 19:32 Uhr

Die Leute werden nicht für dumm verkauft - jeder könnte die Wahrheit wissen aber Bürgerinnen und Bürger ziehen es vor sich dumm zu stellen um ja ihren Lebensstil nicht ändern zu müssen.
Die Politiker tun mir in diesem Spiel fast schon Leid, denn egal ob sie Volkes Wille befolgen oder nicht: sie sind immer der Sündenbock.

MarkusN

01.05.2011, 22:45 Uhr

Na prima !!!
Erst ein Baustopp in Temelin (nach Verlängerung der Deutschen Laufzeiten 2010)
Und jetzt wird weitergebaut (deutscher Ausstieg !?!2010) und dann wollen sie uns ihren Stom verkaufen. Wie blöde ist der Deutsche eigentlich. Es werden in keinem Land die Anlagen so überwacht und betrieben wie in Deutschland. Bei uns, wenn der Wasserhahn tropft ist es schon ein meldepflichtiges Ereigniss.
Hurra Deutschland, immer weiter so und wir schalten uns demnächst selbst und komplett "AB"
Ein hoch auf die grüne Politik: Ihr schaft das!!

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