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13.02.2015

13:13 Uhr

Turbinen-Hersteller

Bei Rolls-Royce sinkt der Umsatz

Zum ersten Mal seit elf Jahren sinkt beim britischen Triebwerkehersteller Rolls-Royce der Umsatz. Chef Josh Rishton führt den Rückgang auch auf sinkende Staatsausgaben für Armeen zurück.

Vor mehreren Wochen hatte Rolls Royce angekündigt, in der Luftfahrtsparte 2600 Stellen der weltweit rund 55 000 Stellen zu streichen. dpa

Rolls-Royce

Vor mehreren Wochen hatte Rolls Royce angekündigt, in der Luftfahrtsparte 2600 Stellen der weltweit rund 55 000 Stellen zu streichen.

DerbyDer britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce schraubt erneut seine Gewinnerwartungen zurück, der Konzern kämpft außerdem mit sinkenden Umsätzen. Im Jahr 2014 gingen die Einnahmen um sechs Prozent auf 14,6 Milliarden Pfund zurück. Der Gewinn vor Steuern brach um 8 Prozent auf 1,62 Milliarden Pfund (2,18 Milliarden Euro) ein, teilte das Unternehmen am Freitag im britischen Derby mit. Wegen zunehmender Geschäftsunsicherheit in besonders ölpreisabhängigen Abnehmerbranchen wie Rohstoff- und Bauindustrie hält das Management mittlerweile sogar einen deutlichen Rückgang im laufenden Jahr für möglich. Die Prognose für den Vorsteuergewinn senkte es am Freitag auf 1,4 bis 1,55 Milliarden Pfund (1,9 bis 2,1 Milliarden Euro). Das wären bis zu 13 Prozent weniger als im vergangenen Jahr, als das Ergebnis bereits um acht Prozent geschrumpft war. Bereits im Oktober hatte Rolls-Royce die Anleger mit einer Gewinnwarnung für 2015 verschreckt.

Vorstandschef John Rishton führte die Entwicklung auf fallende Rohstoffpreise, aber auch geringere Ausgaben der Staaten für ihre Armeen zurück. Rolls Royce ist weltweit der zweitgrößte Hersteller von Flugzeugtriebwerken nach General Electric, das Unternehmen produziert auch Komponenten für Kriegsschiffe und Militärflugzeuge. Aber die Briten beliefern mit ihren Maschinen auch Kunden in der Öl- und Gasindustrie, im Bergbau, der Energieerzeugung und der Baubranche. Manche von diesen stornieren oder verschieben Aufträge, weil der stark gesunkene Ölpreis ihr Umsatzaussichten trübt.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 11 – Stihl

Umsatz in 2013: 2,81 Milliarden Euro

Stihl ist ein schwäbisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen-Neustadt, tätig in über 160 Ländern. Stihl entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und die Bauwirtschaft.

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2013: 3,35 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2013: 3,5 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2014: 3,75 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Gea

Umsatz 2014: 4,52 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2014: 4,68 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion-Gruppe wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 - Knorr Bremse

Umsatz 2014: 5,2 Milliarden Euro

Das Unternehmen aus München ist der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. gegründet wurde es 1905 in Berlin.

Platz 4 – Voith

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 5,35 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 3 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2014: 6,27 Milliarden Euro (nur Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2014: 17,05 Milliarden Euro

Die Linde-Gruppe sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 17,06 Milliarden Euro (nur Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Vor mehreren Wochen hatte Rolls Royce angekündigt, in der Luftfahrtsparte 2600 Stellen der weltweit rund 55.000 Stellen zu streichen. Die Werke in Deutschland sollen davon nicht betroffen sein.

Rolls Royce war 2010 in die Schlagzeilen geraten, als seine Turbinen vom Typ Trent 900 Probleme bei Airbus-380-Flugzeugen verursachten. Ein Teil der damals knapp 40 weltweit verkehrenden A380-Flugzeuge mit den aus Derby gelieferten Motoren mussten wochenlang aus Sicherheitsgründen am Boden bleiben.

Von

dpa

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