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10.06.2013

16:01 Uhr

100 Prozent Metall-Importe

Deutsche Industrie sorgt sich um Rohstoff-Nachschub

In Deutschland müssen Metalle zu 100 Prozent importiert werden. Daher sorgt sich jetzt die Industrie um den sicheren Nachschub. Besonders Kleinunternehmer fehlt oft eine Absicherung für ausbleibende Lieferungen

Größere Unternehmen versuchen bereits, ihre Rohstoffversorgung zu verbessern. dpa

Größere Unternehmen versuchen bereits, ihre Rohstoffversorgung zu verbessern.

KölnDie deutsche Industrie sorgt sich um den langfristig abgesicherten Nachschub von Rohstoffen. Die Unternehmen hierzulande müssen Metalle zu 100 Prozent importieren - mehr als die Hälfte befürchtet daher negative Auswirkungen bei einem längerfristigen Ausfall eines Lieferanten, wie eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ergab. Jedes zweite Industrieunternehmen beklagt demnach zudem Nachteile gegenüber Wettbewerbern aus rohstoffreicheren Ländern. Diese profitierten von günstigeren Einkaufspreisen, laxeren Umweltauflagen und einer größeren Versorgungssicherheit.

Jedes zehnte Industrieunternehmen hat der Umfrage zufolge allerdings keine Absicherungsstrategie für den Fall, dass Rohstofflieferungen ausbleiben. Bei den Kleinunternehmen ist es demnach sogar jedes vierte Unternehmen.

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Dies könne auch daran liegen, dass manche Betriebe - unabhängig von ihrer Größe - nicht wüssten, ob und welche Rohstoffe in ihren Produkten steckten, erklärte das IW. So wüssten etwa nur drei von vier Unternehmen, ob in ihrer Herstellung Seltene Erden benötigt würden. Dies liege auch daran, dass die meisten Rohstoffe nicht direkt nach Deutschland eingeführt werden - sondern indirekt als Vorprodukt.

Laut der IW-Umfrage versuchen vor allem größere Unternehmen bereits, ihre Rohstoffversorgung zu verbessern, indem sie langfristige Verträge mit mehreren Lieferanten schließen. Auch benötigten Produkte heute im Schnitt 20 Prozent weniger Rohstoffe als noch 1994. Doch auch die Politik müsse zur Rohstoffsicherung beitragen, indem sie internationale Freihandelsabkommen schließe. Die europäischen Länder müssten zudem ihre Rohstoff- und Energiepolitik besser koordinieren, forderte das IW.

Von

afp

Kommentare (3)

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HansMeier

10.06.2013, 16:22 Uhr

Man weiß inzwischen, was zu tun ist. Ich sage nur: Rohstoffwende

Thomas-Melber-Stuttgart

10.06.2013, 16:43 Uhr

Metalle? Welche Metalle? Eisenerz? Wird in Deutschland nicht mehr verhüttet?

Gneisil

27.06.2013, 12:05 Uhr

Ein Import von 100 Prozent??
Es wird Zeit für eine vernünftige Rohstoffpolitik im Sinne der Umwelt und Ressourcensicherung. Beim Design und der Herstellung von Produkten sollte zum Beispiel die Recyclingfähigkeit dringend berücksichtigt werden. Der Verband Deutscher Metallhändler (VDM) hat ein Eckpunktepapier für eine zukunftsfähige Rohstoffstrategie entwickelt. Reicht das aus?
http://www.recyclingnews.info/Recycling_ist_Ressourcensicherung

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